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An: Stefan Caplan

Burscheid: Arbeit statt Armut - Kinderbetreuung in Randzeiten sicherstellen

Burscheid: Arbeit statt Armut - Kinderbetreuung in Randzeiten sicherstellen

Sehr geehrte/r Herr Stefan Caplan,

auch Burscheid muss die Kinderbetreuung in Randzeiten sicherstellen. Viele Kinderbetreuungsangebote decken nur die Zeiten von 8 -16:30 Uhr ab (bei mir persönlich glücklicherweise 7-17 Uhr am Freitag 7-16 Uhr; um rechtzeitig in der Berufsschule in Köln zu sein fehlen mir trotzdem am Morgen noch 15-30 Minuten; 30 Minuten wären besser wegen des morgentlichen Verkehrs) – es bleiben große Betreuungslücken, die es Eltern im Schichtdienst oder im Einzelhandel unmöglich machen, zu arbeiten.

Die Kinderbetreuung in Randzeiten erlaubt Eltern auskömmlich zu arbeiten und rettet Kinder vor der Armut. Die Stadt Essen hat vorgemacht, wie dank der Kinderbetreuung in Randzeiten aus Hartz IV-Empfängerinnen gesuchte Fachkräfte werden.

Deshalb fordern wir Sie auf, in die Kinderbetreuung in Randzeiten zu investieren.

Warum ist das wichtig?

Mit 48 Prozent tragen Alleinerziehende das höchste Armutsrisiko in Deutschland. Warum? Weil viele Alleinerziehende nicht existenzsichernd arbeiten können. Jede Alleinerziehende sollte die Chance bekommen, arbeiten gehen zu können und selbständig ihren Lebensunterhalt (und das ihrer Kinder) zu bestreiten.

Außerdem lohnt es sich für uns alle, wenn die Kommunen jetzt in die ergänzende Kinderbetreuung investieren:

- Für die Eltern, weil sie selbständig ihren Lebensunterhalt bestreiten und ihren Kindern ein Vorbild sein können.

- Für die Kinder, weil sie nicht mehr von Armut bedroht sind und erleben, dass es sich lohnt ein Ziel zu verfolgen.

- Für die Gesellschaft, weil sie dringend gesuchte Fachkräfte ausbildet und Menschen Teilhabe am Leben ermöglicht.

Im Sozialgesetzbuch (SGB) VIII, § 24, Absatz 2 heißt es: Der örtliche Träger der Jugendhilfe hat die rechtliche Verpflichtung (...), ein bedarfsgerechtes Angebot an Ganztagsplätzen und ergänzender Förderung bereitzuhalten, wenn die Erziehungsberechtigten:
- einer Erwerbstätigkeit nachgehen,
(Meine alte Arbeit konnte ich nach dem Elternjahr nicht weiterausführen. Die Arbeitszeiten waren nicht mit der Kinderbetreuung vereinbar, habe im Einzelhandel gearbeitet. Jetzt absolviere ich nochmal eine Ausbildung zur Fachangestellten für Markt- und Sozialforschung; ich verkürze und bin Ende Januar/Februar fertig - der Termin der mündlichen Prüfung steht noch nicht fest)

- eine Erwerbstätigkeit aufnehmen,

- Arbeit suchend sind,

- sich in einer beruflichen Bildungsmaßnahme, in der Schulausbildung oder Hochschulausbildung befinden oder
(Ich selbst befinde mich in einer Ausbildung und um rechtzeitig in der Berufsschule sein zu können brauche ich eine Randbetreuung am Morgen. Mir fehlt nur eine halbe Stunde am Morgen! )

- Leistungen zur Eingliederung in Arbeit im Sinne des SGB II § 16 erhalten.

Uta Meier-Gräwe, Professorin für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft, hat nachgerechnet: „Jeder Euro, der in die ergänzende Kinderbetreuung investiert wird, kommt sechsfach zurück."

Weitere Informationen finden Sie hier: https://vamv-nrw.de/brandbrief

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