An: Michael Dreier

Paderborn: Arbeit statt Armut - Kinderbetreuung in Randzeiten sicherstellen

Paderborn: Arbeit statt Armut - Kinderbetreuung in Randzeiten sicherstellen

Sehr geehrter Herr Dreier,

auch Paderborn muss die Kinderbetreuung in Randzeiten sicherstellen. Viele Kinderbetreuungsangebote decken nur die Zeiten von 8-16 Uhr ab – es bleiben große Betreuungslücken, die es Eltern im Schichtdienst oder im Einzelhandel unmöglich machen, zu arbeiten.
Im Kindergartenalter ist es im besten Fall der Zeitraum von 7-17 Uhr, aber schon ab der ersten Klasse kann man mit den Betreuungszeiten 8-16 keine Vollzeitstelle wahrnehmen. Und ab der 5. Klasse gibt es dann auch keine Ferienbetreuung mehr, also soll ein 11-jähriges Kind circa 8 Wochen im Jahr während der Arbeitszeit des Elternteils sich selbst betreuen?

Die Kinderbetreuung in Randzeiten erlaubt Eltern auskömmlich zu arbeiten und rettet Kinder vor der Armut. Die Stadt Essen hat vorgemacht, wie dank der Kinderbetreuung in Randzeiten aus Hartz IV-Empfängerinnen gesuchte Fachkräfte werden.

Deshalb fordern wir Sie auf, in die Kinderbetreuung in Randzeiten zu investieren.

Warum ist das wichtig?

Mit 48 Prozent tragen Alleinerziehende das höchste Armutsrisiko in Deutschland. Warum? Weil viele Alleinerziehende nicht existenzsichernd arbeiten können. Jede Alleinerziehende sollte die Chance bekommen, arbeiten gehen zu können und selbständig ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Außerdem lohnt es sich für uns alle, wenn die Kommunen jetzt in die ergänzende Kinderbetreuung investieren:

- Für die Eltern, weil sie selbständig ihren Lebensunterhalt bestreiten und ihren Kindern ein Vorbild sein können.

- Für die Kinder, weil sie nicht mehr von Armut bedroht sind und erleben, dass es sich lohnt ein Ziel zu verfolgen.

- Für die Gesellschaft, weil sie dringend gesuchte Fachkräfte ausbildet und Menschen Teilhabe am Leben ermöglicht.

Im Sozialgesetzbuch (SGB) VIII, § 24, Absatz 2 heißt es: Der örtliche Träger der Jugendhilfe hat die rechtliche Verpflichtung (...), ein bedarfsgerechtes Angebot an Ganztagsplätzen und ergänzender Förderung bereitzuhalten, wenn die Erziehungsberechtigten:
- einer Erwerbstätigkeit nachgehen,

- eine Erwerbstätigkeit aufnehmen,

- Arbeit suchend sind,

- sich in einer beruflichen Bildungsmaßnahme, in der Schulausbildung oder Hochschulausbildung befinden oder

- Leistungen zur Eingliederung in Arbeit im Sinne des SGB II § 16 erhalten.

Uta Meier-Gräwe, Professorin für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft, hat nachgerechnet: „Jeder Euro, der in die ergänzende Kinderbetreuung investiert wird, kommt sechsfach zurück."

Weitere Informationen finden Sie hier: https://vamv-nrw.de/brandbrief

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