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An: Herrn Landrat Dr. Ansgar Müller

Kreis Wesel: Arbeit statt Armut - Kinderbetreuung in Randzeiten sicherstellen

SK
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Gestartet von
Sabine Kluth
Kreis Wesel: Arbeit statt Armut - Kinderbetreuung in Randzeiten sicherstellen

Sehr geehrter Herr Dr. Müller,

bitte sorgen Sie im Kreis Wesel für ausreichende Betreuungsmöglichkeiten auch in Randzeiten!

Viele Kinderbetreuungsangebote im Kreis Wesel decken nur die Zeiten von 8-16:30 Uhr ab – es bleiben große Betreuungslücken, die es Eltern im Schichtdienst oder im Einzelhandel unmöglich machen, zu arbeiten.

Die Kinderbetreuung in Randzeiten würde es vielen Eltern ermöglichen, auskömmlich zu arbeiten und Kinder vor der Armut retten. Die Stadt Essen hat vorgemacht, wie dank der Kinderbetreuung in Randzeiten aus Hartz IV-Empfängerinnen gesuchte Fachkräfte werden.

Deshalb fordern wir Sie auf, gemeinsam mit den Kommunen und dem Jobcenter im Kreis Wesel die Kinderbetreuung in Randzeiten deutlich zu verbessern.

Warum ist das wichtig?

Das Problem für die Alleinerziehenden kann z.B. so aussehen: Die Schicht beginnt an manchen Tagen um 5 Uhr, aber die Einrichtung öffnet erst um 7 Uhr. Oder: Die Einrichtung schließt um 17 Uhr, aber die/der Alleinerziehende kann erst um 17:30 dort sein. So sind es oft nur wenige Stunden, die dann im Ergebnis eine Arbeitsaufnahme unmöglich machen.

Aktuell können auch im Kreis Wesel dringend benötigte Pflegekräfte nicht arbeiten. Gut ausgebildete Fachkräfte können kein existenzsicherndes Einkommen erzielen. Und das oft nur, weil die Betroffenen niemanden haben, der sich während der Arbeitszeit um ihre Kinder kümmert, wenn die üblichen Betreuungseinrichtungen geschlossen haben.

Mit 48 Prozent tragen Alleinerziehende das höchste Armutsrisiko in Deutschland. Jede/r Alleinerziehende sollte jedoch die Chance bekommen, arbeiten gehen zu können und selbständig ihren/seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Außerdem lohnt es sich für uns alle, wenn die Kommunen jetzt in die ergänzende Kinderbetreuung investieren:

- Für die Eltern, weil sie selbständig ihren Lebensunterhalt bestreiten und ihren Kindern ein Vorbild sein können.

- Für die Kinder, weil sie nicht mehr von Armut bedroht sind und erleben, dass es sich lohnt ein Ziel zu verfolgen.

- Für die Gesellschaft, weil sie dringend gesuchte Fachkräfte ausbildet und Menschen Teilhabe am Leben ermöglicht.

Im Sozialgesetzbuch (SGB) VIII, § 24, Absatz 2 heißt es: "Der örtliche Träger der Jugendhilfe hat die rechtliche Verpflichtung (...), ein bedarfsgerechtes Angebot an Ganztagsplätzen und ergänzender Förderung bereitzuhalten, wenn die Erziehungsberechtigten:
- einer Erwerbstätigkeit nachgehen,

- eine Erwerbstätigkeit aufnehmen,

- Arbeit suchend sind,

- sich in einer beruflichen Bildungsmaßnahme, in der Schulausbildung oder Hochschulausbildung befinden oder

- Leistungen zur Eingliederung in Arbeit im Sinne des SGB II § 16 erhalten."

Uta Meier-Gräwe, Professorin für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft, hat nachgerechnet: „Jeder Euro, der in die ergänzende Kinderbetreuung investiert wird, kommt sechsfach zurück."

Weitere Informationen finden Sie hier: https://vamv-nrw.de/brandbrief

Update - Stand Januar 2019:

Wir werden gehört:
Ende November hat Radio KW berichtet, dass der SPD-Landtagsabgeordnete Rene Schneider aus Kamp-Lintfort ein solches Projekt auch im Kreis Wesel befürwortet. Den Bericht von Radio KW finden Sie hier:
https://www.radiokw.de/kreis-wesel/lokalnachrichten/lokalnachrichten/archive/2018/11/27/article/-556c91bc28.html?fbclid=IwAR3OYx7p8E9h3tzo3e_17Ini5XPB9o8bhaCdi0fX4Poi_OWKydmgFxnIuhs
(bitte kopieren und in die Browserzeile einfügen)

Ich freue mich sehr darüber, dass der SPD-Landtagsabgeordnete Rene Schneider nun eine Gruppe Alleinerziehender und auch mich zu einem Gespräch in sein Büro in Kamp-Lintfort eingeladen hat. Ich hoffe, das wir ihm nun aus erster Hand berichten können, welche Probleme die Vereinbarkeit von Kind und Beruf besonders für Alleinerziehende mit sich bringt und was uns Alleinerziehenden helfen kann.

Update - Stand März 2019:

5 Alleinerziehende aus dem Kreis Wesel und 2 Vertreterinnen des Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter haben dem Landtagsabgeordnetem Rene Schneider (SPD) in Kamp-Lintfort umfassend über ihre Probleme, insbesondere zur Vereinbarkeit von Kinderbetreuung und Beruf berichtet. Daraus resultierte ein Bericht der Rheinischen Post.
https://rp-online.de/nrw/staedte/rheinberg/rheinberg-rene-schneider-will-flexiblere-kita-zeiten_aid-36727485?fbclid=IwAR3xijDTD2OvukKF3te58YZAkJZC_aa2kRsrejgpeppsR3oAbn8rZaaTKl0Und es geht Und: auch auf Initiative des Herrn Schneider beschäftigen sich 2 Krankenhäuser im Kreis Wesel in Zusammenarbeit mit dem Verband alleinerziehender Mütter und Väter mit der Frage, wie sie Arbeitsbedingungen schaffen können, die es alleinerziehenden Pflegekräften ermöglichen, ihren Beruf auszuüben und dennoch ihren Kindern gerecht zu werden. - Ein Gewinn auch für die Pflegesituation!

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Ich habe unterzeichnet, weil...

  • Mein Mann und ich beide im Schichtdienst arbeiten und je nach Dienstplan keine Betreuung von uns gewährleistet werden kann. Insbesondere dann, wenn ungeplante Überstunden hinzukommen.
  • Weil ich selberAlleinerziehende Mutter von 4 Kinder war und meine Tochter es heute ist und ich viel meinen Enkel habe und so keine zeit für mich und meinen Freund finde
  • Mangelnde Betreuungsangebote sind ein wichtiger Grund, warum Frauen nicht erwerbstätig sein können.

Neuigkeiten

2018-11-02 15:13:59 +0100

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2018-10-30 15:07:54 +0100

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2018-10-22 21:23:03 +0200

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2018-10-21 11:24:39 +0200

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