An: Herrn Dr. Janik, Oberbürgermeister der Stadt Erlangen, Frau Dr. Preuß, Bürgermeisterin der Stadt Erlangen, Frau Lender-Cassens, Bürgermeisterin der Stadt Erlangen

Sichere Förderung und eine zentrale Anlaufstelle für Alleinerziehende

Sichere Förderung und eine zentrale Anlaufstelle für Alleinerziehende

Sehr geehrter Herr Dr. Janik, sehr geehrte Frau Dr. Preuß, sehr geehrte Frau Lender-Cassens,
setzen Sie sich für den Verbleib der Erlanger Anlaufstelle für Alleinerziehende im Zentrum oder in zentrumsnähe Erlangens ein! Unterstützen Sie aktiv die Förderung niedrigschwelliger Angebote für Alleinerziehende sowie andere Familien und ihre Kinder in Erlangen!

Warum ist das wichtig?

Es braucht geeignete Räume mit Erreichbarkeit ohne Hindernisse, finanziell abgesichert durch Kommunen und Sponsoren! Die Politik muss Alleinerziehende stärker in den Blick nehmen und sich direkt dafür einsetzen, dass Erlangen eine niederschwellige Anlaufstelle im Stadtzentrum bekommt!
Bitte helfen Sie dem Grünen S.O.f.A., damit es weiterhin für alle alleinerziehenden Familien in Erlangen ZENTRAL zur Verfügung stehen kann und unterstützen Sie unser Anliegen! Frei verfügbare Räume bieten den Rahmen einer unabhängigen, unbürokratischen Anlaufstelle – so kann Hilfe zur Selbsthilfe entstehen!
Alleinerziehende machen durchschnittlich einen Fünftel - in zentralen und zentrumsnahen Stadtteilen jedoch bis zu einem Drittel - aller Erlanger Familien aus! Alleinerziehende Eltern sind häufig erwerbstätig und leisten damit nicht nur Zuhause dreifach. Und dennoch sind sie besonders vom sozialen Abstieg bedroht - ein vermeidbarer Verlust! Das Zentrum für Alleinerziehende, Grünes S.O.f.A. e.V. fängt Alleinerziehende in diesen schwierigen Situationen auf, hilft, durch den Kontakt mit anderen Ängste zu nehmen und individuelle Wege aus der Krise zu finden!
Seit 12 Jahren ist das Grüne S.O.f.A. zentrumsnah angesiedelt, aber unser Haus soll im Sommer 2018 abgerissen werden! Als Notlösung soll es nun an den Stadtrand gehen. Leider werden wir damit nicht mehr für alle Alleinerziehenden Erlangens und aus dem Umland direkt erreichbar sein können.
In Trennungs- und Krisenzeiten sind zeitnahe Beratung, Menschlichkeit und Verständnis wichtig. Je unmittelbarer diese zur Verfügung stehen, umso besser. Besonders mit einem Säugling oder Kleinkindern ist ein langer Weg nicht zuzumuten. In einigen Stadtteilen können Alleinerziehende zwar auch in Bürgerzentren Anschluss finden, doch die Angebote, sind entweder zu spezifisch, an Öffnungszeiten gebunden oder zu allgemein. Das gefürchtete Stigma macht es Vielen schwer, sich in offenen Spielgruppen zu öffnen. Mehr Informationen zu den Lebenssituationen und Bedarfen Alleinerziehender liefert die treffende ZDF-Dokumentation https://www.zdf.de/dokumentation/37-grad/37-erst-die-kinder-dann-ich-100.html
Mit dem bevorstehenden Umzug müssen wir ein großes Stück Flexibilität aufgeben. Es wäre jedoch wichtig, auch an Feiertagen oder in Notfällen, für Eltern und Kinder da sein zu können. Diese Verfügbarkeit, aber auch das aktuelle Haus mit Spielzimmern und Garten bilden bisher das Herz unserer Alleinerziehendenarbeit. Auf diese Weise bieten wir den Eltern und ihren Kindern ein Zuhause-Gefühl sowie Raum für Austausch und Gespräche. Ihre Kinder können dabei in der Nähe spielen. Eltern können Freundschaften und ein für Alleinerziehende so wichtiges Netzwerk bei uns aufbauen. Einige trifft unser Auszug deshalb besonders hart: "Ich bin wegen der Arbeit nach Erlangen gezogen. Wir leben in einer kleinen Wohnung an einer viel befahrenen Straße. Im S.O.f.A. konnten wir immer im Garten sitzen, zusammen essen und die Kinder konnten sich frei bewegen.", sagt eine Mutter, deren Familie weit weg wohnt. Seit ihrer Trennung kommt sie regelmäßig weiter zu den Treffen und setzt sich sogar für andere ein. „Das Tolle am S.O.f.A. ist auch, dass immer jemand da ist, den man kennt. Man muss sich nicht verabreden und fühlt sich wie Zuhause.“ An den Stadtrand wird sie nur noch selten fahren können.
Wir sind dankbar, dass uns am neuen Standort (und einem weiteren) jeweils ein Raum für unsere Termine zur Verfügung gestellt wird, doch das Herz unserer Arbeit, ein flexibel nutzbares, zentral erreichbares Haus, fällt mit dem Umzug weg. Deshalb bemühen wir uns weiterhin um Räume, möglichst zur Selbstverwaltung, die für alle Alleinerziehenden (auch aus dem Umland) gut erreichbar sind.

Es ist wichtig zu verstehen, dass Alleinerziehende täglich an ihre Grenzen und über sie hinausgehen. Doch beispielsweise in Krankheitszeiten haben gerade sie nicht die Möglichkeit, sich z.B. eine Haushaltshilfe der Krankenkasse allein zu organisieren. Christine Finke, die sich als Autorin und Politikerin für Alleinerziehende einsetzt, bringt es auf den Punkt: "Flächendeckende niederschwellige Hilfen fehlen komplett", und sie hat Recht: Zentrale Unterstützung geht oft an den Bedarfen Alleinerziehender vorbei und wenn kleine Vereine Hilfen anbieten, sind diese oft nur vorübergehend vorhanden oder überlastet, weil eine stabile Förderung fehlt. Das S.O.f.A. überlebt allen Widrigkeiten zum Trotz seit 23 Jahren - eine Initiative alleinerziehender Eltern, die bisher das Glück hatte, ein zentral erreichbares Haus zu einer günstigen Miete nutzen zu dürfen. Bisher konnten wir vielen Eltern gerade in Notlagen schnell unter die Arme greifen. Doch ohne eine feste, zentrale Plattform, sind auch wir in Gefahr, aufgeben zu müssen! Man muss bedenken, dass Armut keine Mitgliedsbeiträge finanziert und, dass auch Vereinsförderung keine reguläre Miete zahlt.
Während seitens der Verbände und der Politik immer wieder gefordert wird, dass es besonders für die Alleinerziehendenarbeit notwendig ist, zentrale Anlaufstellen mit kulturellen und Beratungsangeboten anzubieten, setzt das S.O.f.A dies seit Jahren bereits um. Bitte helfen Sie uns, damit wir diese Arbeit fortsetzen können!
Das Schicksal Alleinerziehender betrifft auch andere Familien und die gesamte Gesellschaft, nicht nur hier bei uns in Erlangen. Von familienfreundlichen Hilfsangeboten und Strukturen profitieren auch andere Familien.
Was schließlich nicht ungesagt bleiben darf ist, dass Alleinerziehende zwar eine große Wählerschaft darstellen, jedoch politisch unsichtbar sind! Es kann aber nicht sein, dass jede fünfte Erlanger Familie mit ihren Bedarfen übersehen wird. Liebe Politiker, bitte lassen Sie sie nicht im Stich und stellen Sie Räume zentral in Erlangen zur Verfügung!

Bitte unterstützen Sie diese Petition mit Ihrer Unterschrift und teilen sie mit Freunden!
Erlangen, 12.03.2018
Maria Yeddes

Wie die Unterschriften übergeben werden

Die Unterschriften werden wir persönlich übergeben.


Ich habe unterzeichnet, weil...

  • Weil es echt toll ist
  • Räume für Begegnungen sind gerade in der heutigen Zeit wichtig. Alleinerziehende gibt es immer mehr. Wenn dann noch Zeit, Weg und Aufwand zu Hindernissen werden um sich mit Gleichgesinnten zu treffen und auszutauschen, ist das sehr Schade. Schade gerade deshalb, weil eine Stadtverwaltung doch in der Lage sein müsste, Räume für Begegnungen aktiv zu unterstützen und zu fördern.
  • Als Gründungsmitglied kenne ich das grüne Sofa von Anfang an. Die gemeinsamen Treffen und die Anlaufstelle bei Sorgen dürfen nicht wegfallen.

Neuigkeiten

2018-03-16 12:41:49 +0100

50 Unterschriften erreicht

2018-03-15 13:06:18 +0100

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2018-03-14 17:03:21 +0100

10 Unterschriften erreicht