An: Bundesaußenminister Heiko Maas

Beenden Sie das Sterben im Mittelmeer - Seenotrettung ist kein Verbrechen!

Sehr geehrter Herr Bundesaußenminister Heiko Maas,

im Mittelmeer vor Libyen ertrinken derzeit Hunderte Menschen auf der Flucht – weil die Helfer nicht mehr helfen dürfen. Die Regierungen von Malta und Italien haben die Rettungsschiffe und Flugzeuge der Hilfsorganisationen festgesetzt. Anscheinend sollen mit dem Tod der Flüchtlinge andere abgeschreckt werden, Schutz vor Krieg und Vertreibung zu suchen. Das ist abscheulich und verstößt gegen die humanitären Grundwerte Europas.

Wir fordern Sie auf: Beenden Sie das Sterben im Mittelmeer! Verlangen Sie mit allem Nachdruck von Ihren Amtskollegen aus Italien und Malta, dass die Boote und Flugzeuge der Helfer wieder Menschen retten dürfen. Überlassen Sie die Debatte nicht Innenminister Seehofer und denen, die Europa zur Festung machen wollen. Setzen Sie sich dafür ein, dass für Flüchtlinge legale Fluchtwege nach Europa bestehen, wo sie ihren Antrag auf Asyl stellen können.

Warum ist das wichtig?

Mindestens 483 Menschen sind zwischen dem 19. Juni und dem 4. Juli 2018 im Mittelmeer ertrunken. Viele haben die Fluten spurlos verschluckt, wenige Leichen konnten geborgen werden – darunter die von drei Babys. Dass sie starben hat eine so einfache wie schreckliche Ursache: Die Helfer vor Ort dürfen nicht mehr helfen! Die Regierungen von Malta und Italien haben die Boote der Hilfsorganisationen konfisziert, zuletzt auch das Flugzeug von Sea-Watch. Das eiskalte Kalkül der Regierenden: Wenn Flüchtende bei der Überfahrt zu Hunderten sterben, schreckt das weitere ab, Schutz vor Krieg und Vertreibung in Europa zu suchen. Das ist abscheulich. Das ist barbarisch. Etwas, was wir nicht zulassen dürfen.

Seit Jahren sind Organisationen wie Sea-Watch auf dem Mittelmeer unterwegs, um zu tun, was eigentlich Aufgabe der Küstenwache wäre: Sie retten Menschen aus leckgeschlagenen Schlauchbooten und bewahren sie vor dem Ertrinken. Doch jetzt hat Italien seine Häfen für die zivilen Retter geschlossen und Malta erlaubt Sea-Watch nicht einmal mehr, mit einem Flugzeug aufzusteigen und in Seenot geratene Menschen aufzuspüren.

Was die Regierungen mit dieser unmenschlichen Härte bezwecken: Sie wollen ein Exempel statuieren. Sie lassen Menschen ertrinken um andere davon abzuhalten, das Mittelmeer zu überqueren. Die Menschenwürde zählt nichts mehr.

Denn Italien und Malta fühlen sich mit den Flüchtlingen allein gelassen. Während in Deutschland über geschlossene Lager und noch mehr Abschottung diskutiert wird, schaffen die Länder am Mittelmeer deshalb Fakten - tödliche Fakten. Allein in der ersten Hälfte dieses Jahres sind mindestens 1400 Menschen im Mittelmeer ertrunken. Das sind 1400 Tote an den Küsten Europas!

Deshalb brauchen wir jetzt ein Signal der Menschlichkeit. Wir wollen nicht nur darüber reden, wie Deutschland seine Grenzen noch stärker abschotten und noch mehr Flüchtende aufhalten kann. Wir wollen über menschliche Schicksale sprechen, nicht nur über abstrakte Zahlen. Wir wollen sichere Fluchtwege nach Europa und eine funktionierende Seenotrettung im Mittelmeer. Mit dem Sterben an Europas Küsten muss Schluss sein!

Mehr Informationen und Quellen:

“Mehr als 1400 Flüchtlinge seit Anfang des Jahres ertrunken”, ZEIT Online, 03.07.2018, https://www.zeit.de/news/2018-07/03/mehr-als-1400-fluechtlinge-seit-anfang-des-jahres-ertrunken-180703-99-993670

“Flugzeug deutscher Helfer festgesetzt”, Tagesschau.de, 04.07.2018, https://www.tagesschau.de/ausland/seenotretter-flugzeug-101.html

“Malta setzt nach Schiff auch Flugzeug deutscher Seenotretter fest”, Frankfurter Allgemeine, 04.07.2018, http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/organisation-sea-watch-flugzeug-auf-malta-festgesetzt-15674361.html


Ich habe unterzeichnet, weil...

  • Es muss eine europäische Lösung geben. Wir dürfen Malta, Italien, Griechenland, Zypern und auch andere Staaten nicht damit alleine lassen. Aber auf gar keinen Fall dürfen durch Ignoranz und politisches Kalkül Menschen sterben! Die können nicht warten bis zuende diskutiert ist!
  • Wir dürfen unsere Menschlichkeit nicht vergessen - auch in schwierigen Situationen.
  • Unterlassene Hilfeleistung ist eine Straftat.

Neuigkeiten

2018-07-20 20:00:51 +0200

200,000 Unterschriften erreicht

2018-07-17 13:38:31 +0200

Machen Sie mit: Sammeln Sie selbst Unterschriften

Sie möchten mehr tun, als die Petition zu unterschreiben? Dann laden Sie sich hier die Unterschriftenliste zur Petition “Beenden Sie das Sterben im Mittelmeer – Seenotrettung ist kein Verbrechen!” herunter und sammeln Sie selbst Unterschriften – in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis, bei Nachbarn, Kolleg/innen oder im Sportverein. Sie können die Listen auch in Kitas, Schulen, Ihrem Lieblings-Café oder im Biomarkt auslegen (aber vergessen Sie nicht, sie wieder einzusammeln). Senden Sie die Unterschriftenlisten anschließend an:

Campact e.V.
Artilleriestr. 6
27283 Verden / Aller

Unterschriftenliste WeAct-Petition “Beenden Sie das Sterben im Mittelmeer”: https://blog.campact.de/wp-content/uploads/2018/07/Unterschriftenliste-Seenotrettung-I.pdf

2018-07-08 20:23:44 +0200

150,000 Unterschriften erreicht

2018-07-06 17:31:27 +0200

100,000 Unterschriften erreicht

2018-07-06 09:58:28 +0200

50,000 Unterschriften erreicht

2018-07-06 05:18:00 +0200

20,000 Unterschriften erreicht

2018-07-05 21:55:08 +0200

10,000 Unterschriften erreicht

2018-07-05 20:22:32 +0200

5,000 Unterschriften erreicht

2018-07-05 17:44:35 +0200

1,000 Unterschriften erreicht

2018-07-05 16:17:44 +0200

500 Unterschriften erreicht

2018-07-05 13:19:16 +0200

100 Unterschriften erreicht

2018-07-05 12:57:31 +0200

50 Unterschriften erreicht

2018-07-05 12:49:37 +0200

25 Unterschriften erreicht

2018-07-05 10:57:16 +0200

10 Unterschriften erreicht