An: Den Regierenden Bürgermeister von Berlin Michael Müller und den brandenburgischen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke

Berlin: Schützt unser Trinkwasser!

Diese Kampagne wurde beendet.

Berlin: Schützt unser Trinkwasser!

Sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister Müller,
sehr geehrter Herr Ministerpräsident Woidke,

der steigende Sulfatgehalt aus Vattenfalls Braunkohle-Tagebauen in der Lausitz bedroht das Berliner Trinkwasser. Die erforderliche Reinigung des Wassers ist aufwändig und könnte die Wasserpreise in Berlin um bis zu 30 Prozent steigen lassen.

Wir fordern deshalb:
- verpflichtende Maßnahmen zur Eindämmung des Sulfatgehaltes,
- eine verursacherbasierte Übernahme aller Folgekosten durch Vattenfall,
- keine neuen Tagebaue (dies beinhaltet den Planungs-Stopp zu Welzow II Süd und Jänschwalde Nord).

Herr Müller, Herr Woidke, schützen Sie unser Trinkwasser!

Warum ist das wichtig?

Petition unterstützen, Trinkwasser schützen!

Der steigende Sulfatgehalt in der Spree wird für Berlin zum Problem. Berlin gewinnt große Teile seines Trinkwassers aus dem sogenannten Uferfiltrat der Spree. Laut Trinkwasserverordnung darf dabei der geltende Grenzwert von 250 Milligramm Sulfat pro Liter nicht überschritten werden. Doch genau dies droht.

Das unsichtbare Sulfat entstammt zu über 50 % aus den aktiven Braunkohle-Tagebauen von Vattenfall in der Lausitz (LMBV 2015). Die chemische Entfernung des Sulfates aus dem Wasser ist mit hohen Kosten verbunden. Laut Auskunft des Berliner Senates könnte es dadurch zu einer Erhöhung der Wasserpreise von bis zu 30 Prozent kommen.

Darüber hinaus kann ein zu hoher Sulfatgehalt insbesondere bei Risikogruppen Durchfall und Erbrechen verursachen. Außerdem befördert Sulfat die Korrosion von Leitungen und Beton.

Am 20. November treffen sich die Landesregierungen von Berlin und Brandenburg zum Krisengipfel. Zum Schutze der Umwelt und Menschen müssen sie jetzt umgehend verpflichtende Maßnahmen vereinbaren und umsetzen. Des weiteren muss Vattenfall Verantwortung übernehmen und für entstehende Folgekosten aufkommen!

Über uns: Das Bündnis Kohleausstieg Berlin setzt sich seit 2014 für einen geordneten und schnellstmöglichen Kohleausstieg in der Hauptstadtregion Berlin/Brandenburg ein. Wir sind ein Bündnis aus Vertreter*innen verschiedener klimapolitisch aktiven Organisationen und Einzelpersonen.

Mehr Infos: http://www.kohleausstieg-berlin.de

LMBV 2015: http://www.lmbv.de/tl_files/LMBV/Dokumente/Wassermanagement/Verockerung%20der%20Spree/Studien/LMBV_Sulfatbilanz_Spree_Anlage_2015.pdf


Ich habe unterzeichnet, weil...

  • Bitte einfach die Subventionen streichen, dann wird Kohle von selbst zur großen Lachnummer!
  • Wer das Wasser verschmutzt, muss auch für die Reinigung aufkommen! Schließt endlich die Tagebaue!
  • Wasser ist unser kostbarstes Gut und damit sollte überhaupt kein Geld verdient werden!!!

Neuigkeiten

2017-04-20 16:18:09 +0200

Liebe Unterstützer*innen,

wir haben die Petition neu aufgelegt, weil wir mit dem Regierungswechsel in Berlin zu Rot-Rot-Grün jetzt die Chance haben, weitere Tagebaue verbindlich auszuschließen. Dieser Schritt wäre dringend nötig, da die Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG) neue Braunkohletagebaue immer noch für notwendig hält. Bitte unterzeichnet deshalb auch unsere neue Petition auf der folgenden Seite: https://weact.campact.de/petitions/rettet-unser-wasser-neue-tagebaue-ausschliessen-1

2015-11-26 11:53:21 +0100

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
weit über 17.000 von euch haben die Petition „Berlin: Schützt unser Trinkwasser“ unterschrieben. Dafür sagen wir Danke!
Es ist großartig zu sehen, wie sehr das Thema die Berlinerinnen und Berliner bewegt. Das motiviert uns noch mehr die energiepolitisch Verantwortlichen weiter unter Druck zu setzen.
Kohleausstieg Berlin wird nicht locker lassen. Wir wollen durch die Verhinderung neuer Tagebaue in der Lausitz, den Planungsstopp von Welzow-Süd II und Jänschwalde Nord sowie das schnellstmögliche Abschalten der bestehenden Kohlekraftwerke für Klimaschutz und sauberes Berliner Trinkwasser kämpfen.
Um mehr Berlinerinnen und Berliner für Themen rund um die Kohle zu begeistern, führt Kohleausstieg Berlin regelmäßig Veranstaltungen durch. Der nächste Termin ist am Dienstag, den 1. Dezember. Wir laden ab 19:30 Uhr zum „Informativen Glühweinplausch in drei Akten“ ins Trude Ruth und Goldammer in der Flughafenstraße 38, in 12053 Berlin.

2015-11-23 13:50:59 +0100

Aus dem Gipfel wurde ein Gipfelchen... Wie passend, wenn man nur nett beisammen saß und Vattenfall weiterhin tun und lassen kann, was und wie es mag...
Hier zwei lesenswerte Berichte:
https://www.rbb-online.de/wirtschaft/thema/2014/kohle/welzow/beitraege/Sulfatgipfel-Berlin-Brandenburg.html
http://www.taz.de/Trinkwasserbelastung-durch-Tagebaue/!5249895/

2015-11-18 11:25:13 +0100

Zu dem möglichen Anstieg des Wasserpreises haben sich die Berliner Wasserbetriebe an uns gewandt. In einer Mail heißt es:
Die Kosten für die Aufbereitung des Trinkwasser werden mit 20 bis 50 Cent pro Kubikmeter Wasser abgeschätzt. Die Aufbereitung fiele jedoch nur am Wasserwerk Friedrichshagen an. Denn nur dieses Wasserwerk wäre aufgrund seiner Lage im schlechtesten Falle eines weiteren deutlichen Anstiegs der Sulfatwerte betroffen.
Friedrichshagen ist zwar mit 20 Prozent Anteil an der Berliner Trinkwassermenge das größte Berliner Wasserwerke, aber eben auch nur eines von neun Werken. Korrekt müsste es also heißen, dass ein maximaler Anstieg von 10 Cent je Kubikmeter bzw. 6 Prozent befürchtet werden könnte.