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An: Die Außenminister der EU, Deutschlands, Österreichs, der Schweiz, Frankreichs, Italiens und Spaniens sowie die jeweiligen Botschaften in Äthiopien

Bürgerkrieg in Äthiopien verhindern, bevor es zu spät ist!

Bürgerkrieg in Äthiopien verhindern, bevor es zu spät ist!

Seit vergangenem Mittwoch, 04. November, haben die Spannungen zwischen der äthiopischen Bundesregierung und der Regierung der Region Tigray, die im Norden des Landes liegt, besorgniserregende Ausmaße angenommen. Premierminister Abiy Ahmed Ali hat Militär in die Region geschickt und militärische Interventionen angeordnet, bei denen bereits Menschen getötet wurden. Die Sorge ist groß, dass sich daraus ein Bürgerkrieg mit langen und verlustreichen Auseinandersetzungen entwickelt. Dies wäre nicht nur für die Region Tigray fatal, sondern auch für die Stabilität Äthiopiens und der gesamten Region am Horn von Afrika. Sowohl die Bundes- als auch die Regionalregierung sprechen inzwischen von Krieg, sie sind siegessicher und beide Seiten gelten als gut gerüstet. Der Machtkampf zwischen den beiden Konfliktparteien droht zu einem Spiel mit dem Leben von Millionen von Zivilisten auszuarten. Sehr geehrte Außenministerin, sehr geehrte Außenminister, sehr geehrte Botschafterinnen und Botschaftern, wir bitten Sie inständig darum, Ihr Möglichstes zu tun, um die Vertreter der Bundesregierung unter Abiy Ahmed Ali und der Regionalregierung unter Debretsion Gebremichael zum Dialog zu bewegen und um einen sinnlosen Krieg abzuwenden, bevor es zu spät ist. Erinnern Sie Abiy Ahmed Ali an seine Worte, als er im vergangenen Jahr den Friedensnobelpreis entgegennahm und sagte: "I also accept this award on behalf of Africans and citizens of the world for whom the dream of peace has often turned into a nightmare of war." Bitte setzen Sie sich dafür ein, einen weiteren Albtraum zu verhindern.

Warum ist das wichtig?

Äthiopien ist ein Land, das auf ethnischem Föderalismus basiert. Schon seit einiger Zeit zeichneten sich Spannungen zwischen der Bundesregierung Äthiopiens (unter Führung der Prosperity Party) und der Regionalregierung von Tigray (unter Führung der Volksbefreiungsfront in Tigray TPLF) ab, die Beobachter in Sorge versetzten. Hintergrund sind vor allem ethnische Spannungen und Autonomiebestrebungen der Regionalregierung. Ein Streitpunkt waren unter anderem die Regierungswahlen, die Abiy Ahmed Ali aufgrund des Coronavirus auf nächstes Jahr verschoben hat. Die regionale Regierung akzeptierte dies nicht und führte in Tigray Wahlen durch, aus denen die TPLF mit überwältigender Mehrheit als Sieger hervorging. Beide Seiten werfen der jeweils anderen nun vor, dass sie nicht rechtmäßig handle. Die aktuellen Konflikte haben dann seit Anfang letzter Woche sehr schnell eine besorgniserregende Entwicklung genommen. Entzündet hatte sie sich an einem Angriff auf einen nationalen Militärstützpunkt, der in Tigray stationiert ist. Abiy Ahmed Ali beschuldigte die TPLF, dafür verantwortlich zu sein und entsandte daraufhin Militär in die Region. Seit Donnerstag kam es zu ersten Luftangriffen rund um die regionale Hauptstadt Mekelle. Offiziell soll nur die militärische Infrastruktur der TPLF vernichtet werden. Allerdings warnte der Premierminister die Menschen in der Region davor, sich öffentlich zu versammeln, da weitere Luftangriffe geplant seien. Die Zivilbevölkerung ist unterdessen vom Telefonnetzwerk und vom Internet abgeschnitten. Ich versuche seit mehreren Tagen meine Familie zu kontaktieren, um zu erfahren, wie es ihnen geht, kann sie aber nicht erreichen. Selbst internationale Medien berichten, wie schwierig es ist, an Informationen zu kommen. Zeitweise gab es keinen Strom und vorübergehend wurden die zwei lokalen Fernsehsender von Tigray stillgelegt. Ethiopian Airlines hat sämtliche Flüge in die Region gestrichen. Es wird von Grenzschließungen zu den Nachbarländern Eritrea und Sudan berichtet. All das passiert in einer Zeit, in der das Alltagsleben der Menschen in Äthiopien, wie im Rest der Welt, bereits durch das Coronavirus beeinträchtigt ist und die Ernten durch einen massiven Befall von Wüstenheuschrecken bedroht sind. Die Bewohner der Region sind somit die hauptsächlichen Leittragenden der Eskalation. Bisher gibt es nur wenige Medienberichte über diese Entwicklungen in Äthiopien. Bitte unterzeichnen Sie / unterzeichne diese Petition, um auf das Thema aufmerksam zu machen und um angesichts der Dringlichkeit auf eine friedliche Lösung hinzuwirken. Im Interesse der Zivilbevölkerung können wir uns gemeinsam dafür einsetzen, einen sinnlosen Bürgerkrieg zu verhindern.

Neuigkeiten

2020-11-20 14:35:29 +0100

50 Unterschriften erreicht

2020-11-15 00:36:46 +0100

25 Unterschriften erreicht

2020-11-11 16:56:33 +0100

10 Unterschriften erreicht