Skip to main content

An: Hamburger Sozialsenatorin Melanie Leonhard und Asklepios Hamburg COO Joachim Gemmel

Covid19: Krankenhausbeschäftigte fordern Mitsprache und Entlastung – Schluss mit Einschüchterungen

Als GesundheitsarbeiterInnen aus Pflege, Therapie und vielen weiteren Berufen erleben wir seit Jahren, dass durch Kostendruck und Profitmaximierung immer mehr PatientInnen mit immer weniger Personal versorgt werden müssen. Durch Corona hat sich die Lage dramatisch zugespitzt.

Es geht nicht nur um unsere Arbeitsbedingungen, es geht um die Gesundheitsversorgung aller.

In dieser Notlage machten Krankenhausbeschäftigte – darunter die Pflegekraft und ver.di Betriebsrätin Romana Knezevic – öffentlich aufmerksam auf die gefährliche Unterbesetzung, die Zusatzbelastung durch fachfremde Arbeit wie das Reinigen und die Aufbereitung von Patientenplätzen und dass PatientInnen allein sterben, weil keine Zeit bleibt, sie in ihren letzten Stunden zu begleiten. Statt mit schnell umsetzbaren Entlastungen zu reagieren, versucht der Konzern Asklepios, Betreiber der ehemaligen Landesbetriebskrankenhäuser, an denen die Stadt noch 25,1% Anteile hält, Romana zu kündigen. Das ist ein unerträglicher Versuch der Klinikbetreiber, KritikerInnen der Sparpolitik mundtot zu machen.

Wir fordern vom Asklepios Konzern und den Hamburger politisch Verantwortlichen:

  • Schluss mit der Einschüchterung! Beschäftigte dürfen nicht länger mit der Kündigung bedroht werden, wenn sie auf Notsituationen in der Gesundheitsversorgung aufmerksam machen. Rücknahme der Kündigungsdrohung gegen Romana!

  • Sofortige Aufstockung des Reinigungs- und Servicepersonals und der AußenmitarbeiterInnen, um die Pflegekräfte für ihre eigentlichen Aufgaben zu entlasten.

  • Hört uns an! Die Verantwortlichen der Sozialbehörde müssen ihrer Aufsichtspflicht nachkommen und an einer Aussprache mit den Beschäftigten teilnehmen.

Warum ist das wichtig?

Gemeinsam spüren wir Tag für Tag, wie sich mit Corona die Lage zuspitzt. Wir gehen über unsere Grenzen. KollegInnen brechen zusammen und immer häufiger erleben wir aufgrund des Personalmangels Situationen, in denen die Sicherheit unserer PatientInnen nicht mehr gewährleistet ist.

Gemeinsam haben wir in den Kliniken hundertfach auf internen Wegen den Notstand angezeigt. Wir haben die Verantwortlichen aus der Hamburger Regierung aufgefordert uns anzuhören und ihrer Aufsichtspflicht für die Krankenhäuser nachzukommen.

Dabei wäre es so einfach. Hamburg könnte beispielsweise jederzeit Regelungen erlassen, das Personal in den ausgelagerten und kaputt gesparten Bereichen der Reinigung und Zuarbeit aufzustocken. Das würde uns vor allem auf den hoch belasteten Intensivstationen spürbar entlasten.

Romana wird als Sprecherin der Hamburger Krankenhausbewegung mit Kündigung bedroht, weil sie ausgesprochen hat, was wir Tag für Tag erleben.

Deswegen geht dieser Aufruf an alle. An alle, die irgendwann auf eine würdige Versorgung im Krankenhaus angewiesen sind. An alle die dafür kämpfen, in ihrem wichtigen Gesundheitsberuf bleiben zu können, ohne daran kaputt zu gehen. Auch wenn der Applaus leiser geworden ist: Es ist wichtiger denn je genau hin zu schauen, was in den Krankenhäusern geschieht.

ErstunterzeichnerInnen:

Claudia Rother, Pflegekraft (Asklepios Klinik St. Georg)
Karlheinz Fernau, Pflegekraft (Asklepios Klinik St. Georg)
Rene Frenzel, Pflegekraft (Asklepios Klinik St. Georg)
Meike Saerbeck, Pflegekraft (Asklepios Klinik St. Georg)
Annika Laubmeister, Pflegekraft (Asklepios Klinik St. Georg)
Anna Brünings, Therapeutin (Asklepios Klinik Nord)
Jutta Schulze-Eppisch, Therapeutin (Asklepios Klinik Nord)
Sina Krüger, Pflegekraft (Asklepios Klinik Harburg)
Rebecca Stüdemann, Pflegekraft (Asklepios Klinik Harburg)
Tim Tucholski, Pflegekraft (Asklepios Klinik Harburg)
Kirsten Rautenstrauch, Pflegekraft, ver.di-Betriebsrätin (Asklepios Klinik Altona)
Manja Heyse, Pflegekraft (Asklepios Klinik Altona)
Maike Schertges, Pflegekraft (Asklepios Klinik Barmbek)
Sophie Pieske, Pflegekraft (Asklepios Klinik Wandsbek)
Hilke Vetter, Pflegekraft (Asklepios Hamburg Pflegepool)
Nina Geier, Pflegekraft (Asklepios Hamburg Pflegepool)
Sarah Parlow, Pflegekraft (Asklepios Hamburg Pflegepool)
Claudia Böse, Pflegekraft (Asklepios Hamburg Pflegepool)
Heike Piuntek, Pflegekraft (Asklepios Hamburg Pflegepool)
Simon Pawelka, Pflegekraft (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf)
Rolf Nonnenmacher, Mitglied des Personalrats (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf)
Stefan Lindauer, Pflegekraft (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf)
Johannes Koch, Pflegekraft (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf)
Miriam Taube, Pflegekraft (Katholisches Marienkrankenhaus)
Timon Heßbrüggen, Pflegekraft in Ausbildung, (Agaplesion-Bethesda Krankenhaus Hamburg-Bergedorf)
Nicole Liebig, Pflegekraft (Helios-Endoklinik)
Jana Wessel, Pflegekraft (Kinderkrankenhaus Altona)
Benjamin Friedrich, Pflegekraft ( BG-Klinikum Hamburg Boberg)

Kategorien


Ich habe unterzeichnet, weil...

  • Es wäre gut noch mehr Infos über die genauen Umstände dieser Kündigungsdrohung hier zu posten. Sonst bleibt es diffus und auf dem Level einer Behauptung. Abgesehen davon unterstützen ich die Forderung nach mehr Personal und Entlastung der Pflegekräfte.
  • Solidarität allen, die sich für uns vieles geben, sogar evtl. ihre Gesundheit. Widerstand denen, die Arbeiter wie Zitronen nicht nur auspressen, nein ganz erpressen!
  • Ich habe schon vor langer Zeit beim Sport in der Umkleidekabine mitgehört, wie sich zwei Pflegekräfte über die (schlimmen) Zustände in Asklepios unterhielten. Das ist gruselig und muss sich ändern, möglichst in allen Krankenhäusern.

Neuigkeiten

2021-01-14 18:55:30 +0100

5,000 Unterschriften erreicht

2021-01-14 09:32:47 +0100

1,000 Unterschriften erreicht

2021-01-13 22:14:29 +0100

500 Unterschriften erreicht

2021-01-13 19:22:04 +0100

100 Unterschriften erreicht

2021-01-13 18:58:39 +0100

50 Unterschriften erreicht