An: Familienministerin Giffey

Deutschland braucht guten Kinderschutz JETZT

Deutschland braucht guten Kinderschutz JETZT

Sehr geehrte Familienministerin Giffey,

da die Arbeitsbedingungen im Bereich Kinderschutz in vielen Jugendämtern bundesweit inzwischen miserabel sind, wende ich mich an Sie, da ich finde, dass das jetzt ChefInnen-Sache ist.

Wenn jetzt der Einwand kommt: „Das ist reine Ländersache mit den Jugendämtern, da kann die Bundesregierung nichts machen”, dann finde ich das falsch. Länderübergreifende Probleme müssen auch länderübergreifend angegangen werden. Wir brauchen deutschlandweite Mindeststandards für die Arbeit im Kinderschutz der Jugendämter, damit diese ihren gesetzlichen Auftrag erfüllen können. Und der ist ja auch für alle Bundesländer gleich. Geht doch.

Kinderschutz in Deutschland braucht:
• mehr Personal
• mehr Zeit
• mehr Geld

Jetzt, nicht später.

Allein in Berlin hat sich die Zahl der gemeldeten Fälle seit 2012 verdoppelt. Bundesweit gibt es ähnliche Entwicklungen über die letzten 10 Jahre.

Nur: Die Stellen im Kinderschutz der Jugendämter sind in den letzten Jahren nicht mitgewachsen, ganz zu schweigen von der teils geringen Bezahlung bei hoher Verantwortung. Das führt dazu, dass es viele unbesetzte Stellen gibt, was die Arbeitsbedingungen massiv erschwert.

Inzwischen ist die Situation in den Jugendämtern nicht nur in Berlin dramatisch, sondern deutschlandweit.

Dies wurde deutlich bei der Demo am 3.10.18 in Berlin, zu der MitarbeiterInnen von Jugendämtern aus dem ganzen Bundesgebiet anreisten. (https://dbsh-berlin.de/186-demo). Ins Rollen gebracht haben das die Ergebnisse der Studie: „Berufliche Realität im ASD: die Herausforderung sozialpädagogischer Arbeit heute “.

Im Januar 2019 ist die nächste Tarifrunde für den öffentlichen Dienst in Berlin. Das wäre ein Anfang für Deutschland, den Kinderschutz massiv zu stärken. Das bedeutet konkret:

• Begrenzung der Fälle pro SozialarbeiterIn - sofort

• adäquate personelle Ausstattung

• deutlich bessere Bezahlung, um den Beruf der Sozialarbeiter*innen
attraktiver zu machen und die Arbeit angemessen zu entlohnen

•  Zeit für die Vernetzung, kollegiale Beratung,
Einarbeitung neuer Mitarbeiter*innen

Mit freundlichen Grüßen,
Mina Hagedorn
Grundschullehrerin in Kreuzberg

Warum ist das wichtig?

Meine Erfahrung als Klassenlehrerin in Kreuzberg seit 6 Jahren: Fast alle MitarbeiterInnen vom Jugendamt, die ich für Kinder meiner Klasse getroffen habe, waren kurz danach entweder monatelang krank oder haben gekündigt wegen absolut UNHALTBARER Arbeitsbedingungen. Und alle waren sehr engagiert für das Kindeswohl. AUSSERDEM werden seit Jahren Schließzeiten im Jugendamt eingerichtet, damit sie überhaupt zum Aufarbeiten des Nötigsten kommen… das ist wirklich hart. Derzeit hat das Jugendamt im Kreuzberg nur an 2 Tagen geöffnet.

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Zitat der GEW: „Die Situation in den Jugendämtern ist unverändert katastrophal. Seit November 2012 (sic!) weisen Berlins Fachkräfte, Jugendamtsleiter*innen und Jugendhilfeausschüsse auf akute Missstände im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe hin.“ Quelle: https://www.gew-berlin.de/21395.php / Stand Sommer 2018

PRESSE:

DEUTSCHLANDWEIT:

Welt: 14.05.2018, Video-Beitrag, 2 Min.:

„JUGENDAMT KANN NUR SO GUT ARBEITEN, WIE ES PERSONELL UND MATERIELL AUFGESTELLT IST“
Der Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe e. V., Rainer Becker, spricht in der Bundespressekonferenz über die neue Studie zu den Arbeitsrealitäten in den Allgemeinen Sozialen Diensten der Jugendämter.

https://www.welt.de/politik/deutschland/video176361562/Rainer-Becker-Jugendamt-kann-nur-so-gut-arbeiten-wie-es-personell-und-materiell-aufgestellt-ist.html

Spiegel

14.5.2018: AKTUELLE STUDIE: Sozialarbeiter der Kinder- und Jugendhilfe sind überlastet

http://www.spiegel.de/karriere/jugendhilfe-sozialarbeiter-in-jugendaemtern-beklagen-mangelnde-ausstattung-a-1207609.html

4.10.2017: MEHR VERFAHREN: Jugendämter prüfen häufiger wegen Kindeswohlgefährdung

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/jugendaemter-eroeffnen-mehr-verfahren-wegen-kindeswohlgefaehrdung-a-1171167.html

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BERLIN: Tagesspiegel

19.11.2018: „KINDERSCHUTZ NICHT MEHR GEWÄHRLEISTET“

https://www.tagesspiegel.de/berlin/jugendaemter-in-berlin-kinderschutz-nicht-mehr-gewaehrleistet/23651370.html

https://www.tagesspiegel.de/berlin/personalnot-in-berlins-jugendaemtern-immer-mehr-gefaehrdete-kinder-immer-weniger-kinderschuetzer/21082474.html

https://www.tagesspiegel.de/berlin/sozialarbeiter-demo-in-berlin-protest-gegen-notstand-in-jugendaemtern/23136682.html

https://www.tagesspiegel.de/berlin/kinderhilfe-in-berlin-notstand-im-jugendamt/22922196.html

https://www.tagesspiegel.de/berlin/berliner-kinder-in-not-unterwegs-mit-dem-krisendienst-des-jugendamts/22852826.html

https://www.tagesspiegel.de/politik/kinderschutz-soziale-dienste-der-jugendaemter-sind-ueberfordert/22048924.html


Ich habe unterzeichnet, weil...

  • weil ich als Mitarbeiter unmittelbar betroffen bin
  • Weil es genau das ist was sich ändern muss und zwar jetzt.
  • Eigene Erfahrungen durch meine Lehrertätigkeit sind die Arbeitsbedingungen in den Jugendämtern auch in Köln unzureichend oder garnicht besetzt. Es fehlten oft Ansprechpartnerinnen oder Ansprechpartner.

Neuigkeiten

2018-11-25 11:13:46 +0100

1,000 Unterschriften erreicht

2018-11-23 06:13:29 +0100

Deutsche Welle, 14.11.2018:
VORBILDLICHER KINDERSCHUTZ: DORMAGENER MODELL
https://www.dw.com/de/kinderschutz-ist-die-verantwortungsvollste-aufgabe/a-46296857

2018-11-21 15:13:50 +0100

Artikel in der Berliner Zeitung, 20.11.2018:
Jugendamt in Not - Die Kümmerer von Marzahn-Hellersdorf

https://www.berliner-zeitung.de/berlin/berlin-4-millionen/jugendamt-in-not-die-kuemmerer-von-marzahn-hellersdorf-31601772

2018-11-18 09:32:36 +0100

500 Unterschriften erreicht

2018-11-14 08:46:31 +0100

100 Unterschriften erreicht

2018-11-13 21:41:11 +0100

50 Unterschriften erreicht

2018-11-13 19:59:54 +0100

25 Unterschriften erreicht

2018-11-12 14:09:52 +0100

10 Unterschriften erreicht