An: Cem Özdemir, Vorsitzender des Bundesverkehrsausschusses, Sylvia Kotting-Uhl, Bundestagsabgeordnete, Winfried Kretschmann, Ministerpräsident Baden-Württemberg, Bettina Liesbach, Landtagsabgeordnete BW

Rettet das Landschaftsschutzgebiet Attental!

Keine Baugenehmigung für die Ortsumgehung der Gemeinde Walzbachtal-Jöhlingen durch das Landschaftsschutzgebiet Attental (B 293 neu).

Keine Zerstörung dieses Biotops als Lebensraum für viele bedrohte Tierarten und als Naherholungsgebiet für die Bürger von Jöhlingen!

Warum ist das wichtig?

Jöhlingen ist ein Ortsteil der Gemeinde Walzbachtal und liegt nordöstlich von Karlsruhe. Für diesen Bereich ist eine Ortsumgehung vorgesehen. Die geplante Trasse führt durch das Landschaftsschutzgebiet Attental.

Das Attental mit seiner denkmalgeschützten Kapelle bietet Lebensraum für geschützte Tierarten wie z.B. Fledermäuse, seltene Insekten (Stichwort Insektensterben!) und dient den Jöhlinger Bürgern als Naherholungsgebiet. Wir wollen, dass dieses intakte Ökosystem erhalten bleibt und keinem 28,5 Mio € teuren Pseudo-Entlastungsprojekt geopfert wird.

In Deutschland gibt es 25 Fledermausarten, die alle bedroht sind. Seit den 50er Jahren sind die Fledermausbestände dramatisch eingebrochen weil deren Lebensgrundlage immer mehr eingeschränkt wird. Fledermäuse orientieren sich mit einer Art Echolokation über ihr Gehör. Auch ihre Beute wird eher geortet als gesehen. Bei Lärm oder Störgeräuschen, beispielsweise in Form von anhaltendem Verkehr wird es für sie immer schwieriger Beute zu orten. Dies kann sogar soweit führen, dass sie die Jagd auf ihre Beute (Insekten) einstellen. Die Gefahr ist hoch, dass diese Fledermauskolonie mittelfristig aussterben wird, mit unvorhersehbaren Folgen für alle anderen Arten.

Der preisgekrönte Publizist und Tierfilmer Dirk Steffen warnt davor, dass das Verschwinden jeder Art unmittelbaren Einfluss auf den Fortbestand aller anderen Arten hat und somit das ökologische Gleichgewicht dieses Systems gefährdet.

Aktuell werden in Baden-Württemberg täglich Flächen in der Größe von 5 Fußballfeldern, das sind ca. 4 Hektar, durch Baumaßnahmen verbraucht, zum großen Teil für Verkehrsprojekte. Davon wird etwa 45 % der Fläche versiegelt. In Baden-Württemberg beträgt der Versiegelungsgrad momentan etwa 15 % der Gesamtfläche.

Eine übermäßige Bodenversiegelung hat unmittelbare Auswirkungen auf den Wasserhaushalt. Regenwasser kann nicht versickern, der Grundwasserspiegel fällt, die Hochwassergefahr steigt. Versiegelte Böden können kein Wasser verdunsten und deshalb können sie im Sommer auch nicht mehr zur Kühlung der Luft beitragen. Die natürliche Bodenfauna wird dadurch zerstört und die Bodenfruchtbarkeit massiv beeinträchtigt.

Anlässlich des 15. Weltbodentags haben internationale Forscher darauf hingewiesen, wie wichtig ausreichend gesunde Böden für die Natur und die Menschen sind. Ziel muss sein, Flächenverbrauch und Renaturierung - gerade auch im Hinblick auf den Klimawandel - im Lot zu halten.

Deshalb sind an Straßenbauprojekte besonders hohe Anforderungen zu stellen. Höchsten Stellenwert hat dabei die Vermeidung negativer Folgen für Mensch und Natur!

Vor diesem Hintergrund stellt es einen Anachronismus dar, ein Straßenbauprojekt wie für Jöhlingen geplant ausgerechnet durch ein Landschaftsschutzgebiet führen zu wollen, insbesondere angesichts der zweifelhaften Erfolgsaussichten.

Die geplante Umgehungsvariante soll das bisher belastete Wohngebiet am nordöstlichen Ortsrand entlasten. Doch mit der geplanten Umgehung werden die Probleme nicht gelöst sondern an den südlichen Ortsrand verlagert und dann noch deutlich verschärft.

Gut ausgebaute Straßen ziehen den Verkehr an! Vor allem der Fernschwerlastverkehr wird massiv zunehmen und kann dann noch schneller nach Heilbronn und Stuttgart durchfahren. Eine Verkehrsentlastung sieht anders aus!

Die geplante Trasse sieht den Bau einer Brücke und ein dreispurig ausgebautes Teilstück vor, ohne jeglichen Lärmschutz in geringem Abstand zum Wohngebiet. Das führt zu einer überproportionalen Zunahme der Geräusch- und Lärmemission.

Aufgrund der vorherrschenden Südwestwindlage verbunden mit der Hang-und Tallage der gesamten Ortschaft sowie der erhöhten Trassenführung werden Lärm- und Schadstoffbelastung für viele Teile Jöhlingens dramatisch zunehmen. Insbesondere die Wohngebiete am gegenüberliegenden Hang werden unter der Schalleinstrahlung und -reflexion enorm zu leiden haben.

Selbst das heute belastete Wohngebiet wird mit der Umgehung nicht wirklich entlastet. Durch den Rückbau der bisherigen Anbindung in Richtung Karlsruhe kommt es zu einer deutlichen Erhöhung des regionalen Verkehrs genau an diesem Teilstück!
Aber damit noch nicht genug! Hinter den eigentlich zu entlastenden Häusern verläuft in geringem Abstand die neue, dreispurig ausgebaute Bundesstraße ohne Lärmschutz!

Die Politik ist gefordert, Schaden von allen Bürgern fernzuhalten!
Ein Gesamtkonzept, nicht nur für Jöhlingen sondern für alle Kommunen im nordöstlichen Raum um Karlsruhe ist dringend erforderlich.

Die Verkehrsprobleme dürfen nicht nur aus örtlicher Sicht betrachtet werden (jeder Ort bekommt seine Umgehung) sondern erfordern eine große Lösung, die nicht zu Lasten der Bürger aber auch nicht zu Lasten der Nachbargemeinden geht. Deshalb muß auch die Entkopplung von Jöhlingen/Berghausen rückgängig gemacht werden. Nur so können die bestehenden Verkehrskonflikte mit den negativen Konsequenzen gelöst werden.

Bei einer zeitgemäßen Verkehrspolitik hat die Verkehrsvermeidung und damit die Verringerung von Lärm und Schadstoffen oberste Priorität. Wir brauchen in Jöhlingen keine Paralellautobahn.

Uneingeschränkter Nutznießer dieser geplanten Umgehung ist der Fernschwerlastverkehr, der im Umkehrschluss erst zur Eskalation der Verkehrsproblematik geführt hat. Eine Umgehung muss Probleme lösen ohne neue zu schaffen! Und genau das kann die geplante Umgehung nicht. Der Bau einer Umgehung darf niemals zu einer größeren Belastung für die Bürger führen und zu einem umweltzerstörenden Projekt werden.

Ein erster wichtiger Schritt wäre daher ein Fahrverbot für den Schwerlastverkehr auf der gesamten B 293 und diesen auf die Autobahn A 5 und auf die B 35 als überregionale Leitstrecke zu führen. Dieses Konzept hat der Bund bereits in den 50er Jahren verfolgt. Wohngebiete wären durch diese Verkehrsführung nicht beeinträchtigt.

Im Rahmen einer Gesamtlösung ist die Prüfung alternativer Trassen, bzw. Tunnellösungen unumgänglich.


Ich habe unterzeichnet, weil...

  • weil Jöhlingen mal meine Heimat war.
  • Weil die direktere Straße vom LKW-Verkehr schamlos ausgenutzt werden würde und noch mehr Güter auf die Straße kommen. Mehr Straßen ziehen mehr Verkehr an, das ist eine Binsenweisheit. Leidtragende sind die Orte davor, danach und ide Natur dazwischen.
  • Tiere, Natur, unsere Umgebung sollte beschützt werden. Ohne sie sind wir nichts. Denn bspw an saubere Luft denken uvm

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2018-03-01 12:36:37 +0100

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2018-02-26 23:05:28 +0100

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