An: Das Präsidium des Evangelischen Kirchentags 2017

Einladung des Evangelischen Kirchentags an AfD-Funktionärin überdenken!

Einladung des Evangelischen Kirchentags an AfD-Funktionärin überdenken!

Sehr geehrte Damen und Herren des Präsidiums,

mit Fassungslosigkeit haben wir aus der Presse erfahren, dass mit der Vorsitzenden der Bundesvereinigung „Christen in der AfD“ eine Vertreterin der AfD von Ihnen zu einer Podiumsdiskussion im Rahmen des Kirchentags eingeladen wurde.

Sie bitten mit Frau Schultner die Funktionärin einer Partei aufs Podium, die sich nicht eindeutig und klar von nationalsozialistischem Gedankengut und antisemitischer Hetze abgrenzt. Sie unterstützt ein gesellschafts-, sozial- und migrationspolitisches Programm, das dem Kern und den Grundüberzeugungen der Evangelischen Theologie und Sozialethik widerspricht.

Wir bitten Sie dringend, diese Entscheidung zu überdenken.

Warum ist das wichtig?

Der Kirchentag darf im Vorfeld der Bundestagswahl nicht zu einem Ort werden, wo solche Positionen ein Forum bekommen.
Natürlich müssen wir den Dialog mit Menschen führen, die der AfD angehören oder ihrem Gedankengut nahe stehen. Dies sollte aber in einem Rahmen geschehen, der einen wirklichen Austausch und eine sachliche Debatte ermöglicht und fördert, z.B. auf Gemeinde- oder Kirchenkreisebene. Eine Podiumsdiskussion – noch dazu auf dem Jubiläumskirchentag mit entsprechender medialer Aufmerksamkeit – kann dies nicht leisten. Im besten Fall kommt es zum bloßen Austausch von Positionen, in jedem Fall aber bietet sie eine Bühne für rechte Propaganda. Schon jetzt feiert die Partei die Einladung als politischen Sieg.
Bereits heute werden rassistische, menschenfeindliche Äußerungen, die noch vor wenigen Jahren gesellschaftlich geächtet waren, ungeniert und öffentlich ausgesprochen. Dieser Entwicklung, die durch Ihre Einladung unseres Erachtens noch gefördert wird, sollten wir uns als Christen auf allen Ebenen entschlossen und konsequent entgegenstellen.

Erstunterzeichner*innen (alphabetisch):
Carina Baedorf, Theologiestudierende
Benedikt Brunner, Theologiestudierender
Prof. Dr. Ulrich Duchrow, Universität Heidelberg
Wolfgang Falk, Journalist
Dr. Alexandra von dem Knesebeck, Kunsthistorikerin
Dr. med. Harald Kretschmer, Mitglied der Landessynode der Evangelischen Landeskirche in Württemberg
Prof. Dr. Andreas Pangritz, Bonn
Jochen Schwabedissen, Pfarrer i.R. (langjähriges ehemaliges Mitglied des Kirchentagsvorbereitungsausschusses der Evangelischen Kirche von Westfalen)
Prof. em. Dr. Franz Segbers, Universität Marburg
Cornelia Senne, Theologiestudierende
Dr. Angelika Vierzig, Archäologin Urgeschichte
Prof. Dr. Siegfried Vierzig, Religionspädagoge Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg


Ich habe unterzeichnet, weil...

  • Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen! Wer den Schießbefehl an den Grenzen auf Kinder und Frauen fordert, wer die ärmsten der Armen zu Sündenböcken stigmatisiert für eine unsoziale Politik im Interesse der Banken und Konzerne, wer frauenfeindliche und nationalistische Propaganda verbreitet, der hat sein Recht verwirkt, bei der Gestaltung unserer Demokratie mitzuwirken!
  • Paul Hampel (Landesvors. d. sog. "AfD"):„In dem Verein [christliche Kirche] sollte keiner von uns mehr Mitglied sein“. Eine Partei, die eine Glaubensgemeinschaft nicht von einem Verein unterscheiden kann, wird auf einem Kirchentag nichts von theologischer Relevanz beitragen können. Es steht zu befürchten, dass diese Plattform als Podium zur Provokation nach Manier der sog. "AfD" missbraucht wird.
  • Führende AfD-Funktionäre haben bereits längst zum Kirchenaustritt ihrer Mitglieder aufgerufen. Und was noch schlimmer ist, sie wollen Leute nicht aufnehmen, die aus Kriegsgebieten fliehen müssen, wollen dabei an unseren Grenzen sogar auf Kinder schießen, also wenn das christlich sein soll, dann bin ich der Kaiser von China

Neuigkeiten

2017-02-20 15:01:28 +0100

1,000 Unterschriften erreicht

2017-02-15 15:13:42 +0100

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2017-02-13 20:57:44 +0100

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