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An: Frau Ministerin Yvonne Gebauer und Herrn Ministerpräsidenten Armin Laschet

Frische Luft statt Atemnot an Schulen - für eine kindgerechte Politik in NRW

Frische Luft statt Atemnot an Schulen - für eine kindgerechte Politik in NRW

Bringen Sie die Schulen in NRW auf Vordermann und statten Sie die Schulen mit technischem Gerät aus, das die von Ihnen geforderte Durchlüftung der Schulgebäude ermöglicht!

Nehmen Sie entweder die Schutzmaskenpflicht an Schulen in NRW zurück, die bisher vor allem zahlreiche negative Nebenwirkungen bis Kollateralschäden zur Folge hat - oder statten Sie die Schulen mit genügend Vorräten von professionellen, medizinisch wirksamen Masken aus!

Stoppen Sie sofort Ihre Kinder unverhältnismäßig einschränkende und gesundheitlich gefährdende Symbolpolitik und forcieren Sie stattdessen die personelle und materielle Ausstattung der Schulen (inklusive Ganztag)!

Warum ist das wichtig?

Eine würde- und sinnvolle Umsetzung der aktuellen Corona-Schutzverordnung an den Schulen in NRW erweist sich im Alltag als kaum möglich: Im Hinblick auf die Verbreitung von Corona an Schulen ist die praktische Umsetzung der Verordnung teilweise nutzlos, und gefährdet die Gesundheit nicht nur der Schüler*innen.

Zudem befinden sich zahlreiche Schulen in NRW in einem so miserablen Zustand, dass z.B. die geforderte Durchlüftung der Klassenräume bereits technisch nicht im ausreichenden Maße bewerkstelligt werden kann - von sanitären Grundausstattungen ganz zu schweigen. So kommt es, dass Herr Laschet und Frau Gebauer zwar öffentlich erklären, alles ihnen Mögliche zum Schutz von Schüler*innen, ihren Familien und der Gesellschaft zu unternehmen - doch an der Basis spielen sich währenddessen Szenen ab, die diese Symbolpolitik als weltfremde bis Menschen-verachtende Farce entlarven.

So fasste z.B. Markus Lanz die Folgen der Maskenschutzpflicht an Schulen am 13.08.2020 im Gespräch mit dem Epidemiologen Karl Lauterbach und dem Virologen Schmidt-Chanasit zusammen: "„Wir quälen die Kinder mit Lappen im Gesicht, die [im Hinblick auf Aerosole] nichts bringen.“

Diese viele Kinder in der Tat quälende Praxis hat sich bereits in den Sommermonaten als unverhältnismäßig erwiesen, und bald kommt der Herbst mit saisonal typischen Erkrankungen. Sollen dann Schüler*innen durch ihre so genannten "Alltagsmasken" ihre Rotze einatmen, während viele Schulgebäude immer noch nicht anständig durchlüftet werden können?

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Einige meiner dieser Kampagne zugrunde liegenden und von einigen Kolleg*innen geteilten Beobachtungen, hier nur im Hinblick auf Mund-Nasen-Schutzmasken (es gäbe zur Belüftung u.a. noch viel mehr zu sagen):

1. Seit Beginn der Maßnahmen erscheinen die Schülerinnen und Schüler mit einer Vielzahl unterschiedlicher Modelle, darunter selbst genähte wie industriell produzierte Masken, mit je unterschiedlichen Formaten, Bindesystemen, Stofftypen, qualitativen Graden usw. Zu den typischen Verschleißerscheinungen gehören neben der alltäglichen Verschmutzung vor allem zu lockere oder abgerissene Trageriemen.

2. Zum Umgang mit den Mund-Nasen-Schutzmasken im schulischen Alltag:

2.1. Es gibt immer mal wieder Eltern, die morgens vergessen, ihrem Kind eine saubere Maske oder überhaupt eine Maske zur Schule mitzugeben. Als Resultat bekommt das Kind vor der Schule von den Eltern noch schnell eine Maske vom Vortag über sein Gesicht gezogen, die bereits deutliche Gebrauchsspuren aufweist, sprich: nicht mehr sauber, sondern verschmutzt ist. In und durch diese Maske soll das Kind nun einen Schultag lang atmen. Kinder, die alleine zur Schule kommen und erst dort feststellen, dass sie keine Mund-Nasen-Schutz-Maske eingepackt haben, reagieren unterschiedlich: Manche reagieren panisch, bekommen Schuldgefühle und Angst, ausgeschlossen zu werden. Andere reagieren mit Wut auf sich selbst, auf ihre Eltern oder auf die Maske. Es gibt sogar junge Schüler, die sich verstecken, weil sie sich schämen und vorwerfen, dass sie etwas Wichtiges falsch gemacht haben.

2.2. Kinder gehen mit Mund-Nasen-Schutzmasken so um, wie es Kinder nun mal machen: Sie behandeln sie nicht sachgerecht wie Fachleute im OP, sondern trotz Hilfestellungen seitens der Erwachsenen, trotz Regeln und Ermahnungen landen zahlreiche Masken dort, wo sie nicht sauber bleiben, nicht selten sogar auf dem Fußboden. Rasch aufgehoben, landen sie danach schneller vor Mund und Nase, als eingegriffen werden kann.

2.3. Kinder erkennen leider nicht immer, wann ein guter Grund für ein ausnahmsweises Absetzen der Maske vorliegt: Insbesondere bei sommerlichen Temperaturen von über 30° kommt es somit zu Atemnot, Übelkeit und sogar zur Ohnmacht. Kinder, die auf Schulstress mit psychosomatischer Übelkeit und Erbrechen reagieren, werden durch das Tragen der Maske zusätzlich stimuliert, Übelkeit zu entwickeln, wenn sie ihre eigene heiße Atemluft wieder einatmen.

2.4. Einige schüchterne bis gehemmte Kinder werden hinter ihrer Maske noch leiser oder verstummen ganz, weil sie sich nicht mehr zu reden trauen. Einige Kinder reagieren mit größerer Unsicherheit gegenüber Erwachsenen, weil unsere Kommunikation nicht mehr in vertrauten Bahnen abläuft. Kaum überraschend, wenn selbst Erstklässler*innen ihre Lehrer*innen hauptsächlich mit Maske sehen.

2.5. Manche Kinder kommen morgens bereits aufgrund der hohen Temperaturen und ihres Bewegungsdrangs mit von Spucke feuchten Masken an der Schule an. Es kommt zu verschiedenen Hauterkrankungen.

2.6. Auf ihre feuchten Maske angesprochen, erklären andere Kinder, dass sie beim Spielen auf dem Schulhof hineingeniest haben...

2.7. Das durch die Maske eingeschränkte Sichtfeld führt dazu, dass Kinder stolpern oder vor Hindernisse laufen und sich verletzen.

Uswusf.

Und während all das offenbar in Kauf genommen wird, obwohl Experten den Nutzen der oben beschriebenen Masken anzweifeln oder gar in Abrede stellen, werden Schulen bislang nicht mit medizinisch wirksamen Masken ausgestattet.

Zudem bleibt die viel wichtigere Durchlüftung von Schulgebäuden noch oft ein Glücksfall. Also müssen vor allem die Schüler*innen in NRW die Folgen der Symbolpolitik ausbaden. Das darf nicht angehen - Frau Gebauer und Herr Laschet sind in der Pflicht, die Schulen viel besser auszustatten und zu unterstützen.

Thor Wanzek, Schulsozialarbeiter / Rehapädagoge


Ich habe unterzeichnet, weil...

  • Ich erlebe die beschriebenen Umstände ebenfalls täglich und kann daher mit vollster Zustimmung unterschreiben.

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2020-08-24 12:31:53 +0200

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