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An: Bistum Limburg, Domkapitel und Bischof Bätzing

Gegen die Schließung des musischen Internat Hadamar

Gegen die Schließung des musischen Internat Hadamar

Erhält des musischen Internat in Hadamar

Warum ist das wichtig?

Ich bin zutiefst schockiert und fassungslos von der Nachricht der Schließung des Musischen Internates in Hadamar!
War dieses doch Jahrzehnte lang Heimat der Limburger Domsingknaben.
Mein Sohn war noch bis vor 1 1/2 Jahren bei den Limburger Domsingknaben. Mit 5 Jahren kam er zum Chor und blieb dort bis zu seinem Abitur. Knapp 14 Jahre gehörte er dem Chor an. Das Internat war der Mittelpunkt der Begegnungen der Jungen. Nach der Schule traf man sich zum Essen und tauschte sich dabei schon aus. Danach gab es Hausaufgabenbetreuung und anschließend gemeinsame Freizeit. Hier standen den Jungen viele Entfaltungsmöglichkeiten zur Verfügung, wie z. B. der Garten mit Spielgeräten, der Fußballplatz, die „Turnhalle“, Computerraum, gemeinsamer Aufenthaltsraum, Proberäume, Musizierzimmer, etc. Auch hatten die Tagesinternatsschüler eigene Zimmer mit Schreibtisch und Bett. Dort übernachteten dann die Chormitglieder in der Karwoche für ein paar Tage, um sich auf die bevorstehenden Auftritte zu den Feiertagen vorzubereiten. Das ersparte zum einen die täglichen Anfahrten und zum anderen viel Zeit, da in der Karwoche der Terminplan der Jungs sehr gefüllt war. Aber auch gemeinschaftlich wuchs der Chor gerade in dieser bedächtigen Zeit zusammen und kam dem christlichen Glauben ein Stück näher.
Die vielen Auftritte, Proben, Instrumentalunterricht, etc. verlangten den Jungen sehr viel ab. Trotzdem machte es ihnen eine große Freude ein Teil des Chores zu sein, da man vor und nach der Chorprobe/Stimmbildung noch etwas miteinander unternahm und viel Spaß miteinander hatte.
Das Internat stellte für den Chor ein Alleinmerkmal dar, was sich gegenüber anderen Jugendchören und Vereinen absetzte.
Hier wurden freundschaftliche Bindungen für´s Leben geknüpft, die über die Internatszeit hinaus gehen. Nicht umsonst haben sich hieraus bisher fünf ehemaligen Chöre gegründet.
Durch das Internat und den Mitarbeitern, die hier jahrelang eine super Arbeit geleistet haben und den Schüler zu allen Lebenslagen zur Seite standen, gab es eine feste Bindung und einen großen Zusammenhalt der Chormitglieder. Die jüngeren schauten zu den Männerstimmen auf und diese kümmerten sich um die Knaben, halfen ihnen bei den Hausaufgaben und ein Altersunterschied spielte für die Gemeinschaft keine Rolle, was in vielen anderen Vereinen nicht der Fall ist. Im Konvikt wurde Respekt, Anstand und gutes Benehmen beigebracht und gelebt. Der Chor stellte eine Einheit dar.
Nur so konnten er auch zu solchen Leistungen herangeführt werden, so dass die Limburger Domsingknaben weltweit einen guten Ruf genießen.

Die Schließung des Internates ist die schlechteste Lösung, die sich das Domkapitel aussuchen konnte. Es wird nichts mehr so sein, wie es war.
Der einzigartige Zusammenhalt der Jungen wird nicht mehr erreicht werden können, wenn man sich in Limburg zu den Chorproben sich trifft und ggf. noch eine Hausaufgabenbetreuung anbietet.
Es ist heute schon vorprogrammiert, dass die nächste Flut von Austritten einsetzen wird.
Auch ein Anreiz zu den Limburger Domsingknaben zu gehen, was mit viel Arbeit und Disziplin verbunden ist, wird nicht mehr da sein. Warum soll man denn sein Kind noch zu den Domsingknaben schicken, wenn hier nichts besonderes mehr geboten wird? Da kann das Kind auch in einen normalen Kinder- oder Jugendchor gehen.

Anstelle der Schließung wäre es sinnvoller gewesen, die Mädchenkantorei, den Domchor und den Domorganist zusammen zu den Domsingknaben nach Hadamar ins Musische Internat zu integrieren. Hier hätte man dann auch für die Mädchen Essen, Hausaufgabenbetreuung und Freizeitgestaltung anbieten können. Dies würde auch die Mädchenkantorei aufwerten. Auch eine Wiederaufnahme eines Vollinternates wäre eine Möglichkeit, wieder mehr Chormitglieder zu generieren. Chöre mit Vollinternat wie z. B. Thomaner Chor, Kreuzchor oder auch die Regensburger Spatzen (die hier sogar 35 Mio. EUR für die Renovierung und Sanierung ihres Internates in die Hand genommen haben) beklagen keine rückgängigen Mitgliederzahlen. Ganz im Gegenteil, sie können gar nicht alle aufnehmen und haben Aufnahmeprüfungen und Wartelisten. Und schaue ich nun nach Limburg, da blutet mir das Herz.

Mit der Schließung befürchte ich sehr, dass die Domsingknaben in die Bedeutungslosigkeit abrutschen werden. Welche Anreize gibt es denn noch für die Jungen, extra nach Limburg gefahren zu werden? Die Schließung ist der Sargnagel des einstmals so erfolgreichen und weltweit bekannten Chores! Armes Limburg, armes Domkapitel, armer Bischof!


Ich habe unterzeichnet, weil...

  • Ich lebe seid Jahren in Australien und nehme dennoch gerne an dem Leben meiner Heimat teil. Ausserdem habe ich meine Kindheit und Jugendzeit in Hadamar verbracht und mit vielen der Domsingknaben sind wir zur Schule gegangen, von Grundschule an bishin zum Abitur. Das laesst Erinnerungen wach werden und verbindet sehr. Das Konvikt bezeichne ich als eines der " Wahrzeichen " von Hadamar und deshalb bin ich GEGEN die Schliessung ...
  • Lieber Christof Bühler, die Petition habe ich unterzeichnet, nachdem ein Freund - Mitschüler aus Limburg, kein Chormitglied - mich über die angedachte Stilllegung des Tagesinternats informiert hat. Eigene Gedanken dazu habe ich auch niedergeschrieben, natürlich zu lang für 500 Zeichen, gern schicke ich sie an Andere, mail: arroa@web.de Matthias Breuning (LD 1970 - 76)
  • Mein verstorbener Mann Martin war Gründungsmitglied der Limburger Domsingknaben. Mein jüngster Sohn im Vorchor. Schade wenn die Kinder und Jugendlichen dort ihre Heimat verlieren und ins anonyme Limburg Umziehen sollen. Will das Domkapitel das wirklich??? Kann mir vorstellen, das diese Herren garnicht wissen, welchen Belastungen heute Mütter ausgesetzt sind, mit Unterrichtszeiten z.B. in der FJS in Hadamar und dann noch in den Nachmittags- und Abendverkehr nach Limuzu fahren.

Neuigkeiten

2020-01-28 15:40:50 +0100

500 Unterschriften erreicht

2020-01-26 21:26:31 +0100

100 Unterschriften erreicht

2020-01-26 19:02:38 +0100

50 Unterschriften erreicht

2020-01-26 18:03:53 +0100

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2020-01-26 17:35:48 +0100

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