An: OB H. Mergel und Landrat D. Piepenburg, an die Fraktionsvorsitzenden im Stadt und Landkreis Heilbronn, Sozialminister Ba-Wü M. Lucha und Gesundheitsminister J. Spahn

Gemeinsam für eine Verbesserung der Situation in den Krankenhäusern für alle Beschäftigten!

Gemeinsam für eine Verbesserung der Situation in den Krankenhäusern für alle Beschäftigten!

Wir unterstützen den Brief von Beschäftigten der SLK Kliniken Heilbronn und fordern:

Bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege:
- Unterstützung in der Politik zur Erarbeitung einer gesetzlichen und finanzierten Personalbemessung in Krankenhäusern
- eine ausreichende Personalbesetzung auf allen Stationen nach einem festgelegten Qualifikationsschlüssel
- Bettenschließungen  zur Entlastung des Personals bei Unterbesetzung   und um eine Gefährdung von Patient*innen zu vermeiden
- Reduzierung der geplanten Operationen und Eingriffe, wenn Personal fehlt
- keine Nachtschichten alleine besetzen
- Erhöhung der Zuschläge für Nacht- und Wochenenddienste und bei Einspringen aus dem Frei
- Überstunden-Abbau durch Freizeit ermöglichen
- Erhöhung der Krankenhausinvestitionskostenzuschüsse
- Erhaltung kleinerer Krankenhäuser um regionale, bürgernahe und persönliche Gesundheitsversorgung zu gewährleisten

Warum ist das wichtig?

Als Begründung für diese Forderungen dient folgender Brief von ca. 400 Beschäftigten der SLK Kliniken in Heilbronn, Bad Friedrichshall und Möckmühl, der im März 2018 an die Geschäftsführung übergeben wurde.

_______________________________________________________________________
Offener Brief an die politisch Verantwortlichen,

die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SLK-Kliniken Heilbronn GmbH wenden sich besorgt an Sie.

Zumal nach dem Scheitern der Jamaika-Koalitionsverhandlungen unsere Sorgen um unsere Zukunft noch größer werden.

Wir haben das Gefühl unsere Nöte werden nicht gehört, unsere Sorgen um unsere Zukunft und die unserer Patienten werden immer größer

Durch das KHSG und den daraus folgenden Schließungen kleiner Krankenhäuser wird die Situation noch zusätzlich verschärft.

Wir befinden uns im Pflegenotstand.

Die Pflege kann ihrem Auftrag, Patienten angemessen zu versorgen, nicht mehr nachkommen. Pflegestandards können nicht mehr eingehalten werden. Dieser Notstand verursacht gefährliche Pflege und dies ist für Patienten und die Pflegenden ein unhaltbarer Zustand. Angehörige finden kaum noch Ansprechpartner.

Eine gute und „sichere“ Pflege kann nicht mehr gewährleistet werden.

Aus Pflegeheimen und aus dem Ausland versucht man Mitarbeiter abzuwerben. Was passiert mit den Hilfebedürftigen dort?

Inzwischen treten Kliniken in Konkurrenz und sind bereit „Kopfgeldprämien“ für neu angeworbene Mitarbeiter/innen zu bezahlen. Ethisch und moralisch ein schrecklicher und unwürdiger Zustand.

Von allen Seiten wurde versäumt den Personalschlüssel den schwerkranken Patienten entsprechend anzupassen. Eine Pflegekraft versorgt inzwischen tagsüber bis zu 18 Patienten auf den Allgemeinstationen, im Nachtdienst bis zu 24 Patienten. Die Fachkräftequote ist kräftig am Sinken, bzw. es finden sich immer weniger junge Menschen, die bereit sind in diesem System zu arbeiten.

Dies macht die Pflegekräfte, die noch in den Betrieben arbeiten, krank. Die Wenigsten können bis zum Renteneintritt mit 100% arbeiten, da diese Belastungen kaum auszuhalten sind. Junge Kolleginnen und Kollegen „fliehen“ immer früher aus dem Beruf.

Führungskräfte sind gezwungen Mitarbeiter zu überplanen um Mindestbesetzungen aufrecht zu erhalten. Mitarbeitern werden Überstunden ausbezahlt, eine Gewährung in Freizeit ist nicht mehr möglich.

Der Pflegeberuf muss attraktiver gestaltet werden (Zuschläge für Nachtdienst, Wochenenddienste, Feiertagsdienste, Einspringen aus dem Frei), um Personal zu gewinnen, um unseren Beruf nach Standard ausüben zu können.

Daher unser Appell an Sie: halten Sie Ihre Wahlversprechungen und tun Sie etwas für die Pflege und das Gesundheitssystem. Und dies möglichst schnell. Die Pflegebedürftigen und die Pflegenden stehen kurz vor dem Kollaps!


Ich habe unterzeichnet, weil...

  • Wer Gesundheit Aktien Geselschaften überlässt hantelt Menschenverachtent und lässt Das Personal in Stich
  • Weil es mit meiner ethnischen vorstellung nict zusammen passt, dass Krankenhäuser gewinnorientierte Unternehmen sind. Ebenso, wie sich Rettungsdienste zu großen Teilen aus Spenden finanzieren.
  • Weil die Pflegesparte einen guten Lobbyisten braucht und zwar bevor man in die Lebenssituationl gerät in der man auf Pflege angewiesen ist und dann erst mit diesen Missständen in Berührung kommt.

Neuigkeiten

2018-03-23 13:24:26 +0100

1,000 Unterschriften erreicht

2018-03-23 11:11:26 +0100

500 Unterschriften erreicht

2018-03-21 08:17:47 +0100

100 Unterschriften erreicht

2018-03-21 03:37:43 +0100

50 Unterschriften erreicht

2018-03-20 21:37:06 +0100

10 Unterschriften erreicht