An: Justizminister Heiko Maas

Heiko Maas: Sexismus in der Werbung verbieten!

Heiko Maas: Sexismus in der Werbung verbieten!

Sehr geehrter Herr Maas,

nackte Frauenhintern, die Kontaktlinsen, Autoreifen oder Hundefutter bewerben oder pralle Brüste, die Baugerüste "verschönern": Sexismus in der Werbung ist zu oft im Internet, auf Autos oder Plakaten in Deutschland zu finden.

Wir wollen keine Bilder mehr sehen, die Frauen als Dekorationsobjekte zeigen oder sexuelle Gewalt verharmlosen.

Deshalb forden wir Sie auf, diese "sexualisierte Blickfangwerbung ohne Produktbezug" durch einen Normzusatz im Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb zu verbieten.

Sexualisierung und Nacktheit sind per se nicht diskriminierend. Wenn Sie aber dafür eingesetzt werden, Notenständer oder Hanfseile zu verkaufen, wirkt dies herabwürdigend und respektlos.

Warum ist das wichtig?

Das Justizministerium diskutiert zur Zeit ein gesetzliches Verbot von Sexismus in der Werbung. Zeigt Heiko Maas jetzt, dass ihr keine Brüste mehr sehen wollt, die Bratwürste bewerben!

Seit der SPIEGEL in einer Vorabmeldung von Maas' Plänen berichtete, Sexismus in der Werbung zu verbieten, wird er von der FDP als "Spießer" und die SPD als neue Verbotspartei betitelt.

Dabei fallen die meisten Bilder, die "Die Welt", "Bild-Zeitung" etc. gerade zeigen, nicht unter die geplante Gesetzesnorm gegen Sexismus in der Werbung (http://pinkstinks.de/sexismus-in-der-werbung), mit der wir von Pinkstinks das Justizministerium seit zwei Jahren beraten.

1.) Die vorgeschlagene Reform betrifft nur Wirtschaftswerbung, nicht Werbung von Verbänden, Ländern oder politischen Parteien.
2.) Es werden oft Bilder gezeigt, die der Deutsche Werberat schon längst gerügt hat. Der hat jedoch keine Sanktionsmechanismen, so dass gerügte Motive noch immer in Deutschland auf LKWs umher fahren oder an Bauzäunen hängen.
3.) Unsere Gesetzesnorm betrifft weder Dessous- noch Bikini-Werbung, Werbung für Erotika, Kosmetik oder Kleidung. Dessous-Werbung mag oft sexualisiert sein, ist aber selten sexistisch.
4.) Es geht nicht um Frauen die neben Waschmaschinen stehen. Aber wenn daneben steht: "Frauen gehören an die Waschmaschine", wird hier ein sexistisches Geschlechtsrollenstereotyp verfestigt.

Leider kennen zu wenig Menschen den Deutschen Werberat, um sich dort zu beschweren. Mit einer entsprechenden Norm im Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb könnte sexistische Werbung über Nacht entfernt werden. Selbst kleine Werbeagenturen oder Produzenten überlegen sich zweimal, ob sie eine sexistische Werbung entwerfen, wenn Strafgelder drohen. Das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb ist schon lange im Gebrauch, unbürokratisch und bewährt. Die Kreativität in der Branche wird durch das Gesetz in keinster Weise beeinträchtigt.

Für mehr Informationen siehe: http://pinkstinks.de/sexismus-in-der-Werbung