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An: Offener Brief an Herrn Ministerpräsident Dr. Markus Söder

Hilferuf der freiberuflichen Künstlerinnen, Künstler und Kleingewerbetreibenden in Bayern

Hilferuf der freiberuflichen Künstlerinnen, Künstler und Kleingewerbetreibenden in Bayern

Platz am Tisch: Wir wollen alle (nicht nur die über die Künstlersozialkasse Versicherten, wie jetzt in Bayern vorgeschlagen)) von der Politik sowohl in unserem relevanten Beitrag für eine demokratische Gesellschaft gesehen werden, als auch in unserer aktuellen beruflichen Not gleichgestellt werden mit anderen Betroffenen. Die Soforthilfen für unseren Lebensunterhalt und unsere berufliche Existenz müssen für ALLE Betroffenen zugänglich sein.
Eine Grundsicherung von 1000 EUR, wie sie nun für Künstler in der Künstlersozialkasse vorgesehen ist, sollte auch für alle anderen betroffenen Freiberufler offenstehen. Sie haben exakt die gleichen Probleme wie die Künstler in der KSK. Die staatliche Unterstützung muss für alle Künstler und Solo-Selbstständigen unabhängig von privaten Rücklagen oder etwa bestehenden Bedarfsgemeinschaften erfolgen.

Ohne eine vernünftige Lösung für unsere gesamte Berufsgruppe, Herr Ministerpräsident Söder, riskiert Ihre Heimatstadt Nürnberg einen gewaltigen Prestigeverlust bei der Bewerbung für die 'Kulturhauptstadt Europas' und ganz Bayern einen Kahlschlag in der Kreativ- und Kulturwirtschaft, der weit länger nachwirken wird als die Corona-Schließungen und Verbote.

Deshalb wünschen wir uns eine angemessene Behandlung, bei der wir als Berufsgruppe der Solo-Selbstständigen und Freiberufler im Kultursektor nicht auseinander dividiert werden.

Bitte helfen Sie uns, bevor viele von uns in Armut und Insolvenz gezwungen werden. Wir brauchen JETZT Unterstützung.

Warum ist das wichtig?

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Dr. Markus Söder,

wir freuen uns sehr, dass Sie in ihrer Rede am Montag, 20.04. eine Hilfe für Künstler angekündigt haben. Denn:

Was wäre unser Land ohne Kulturschaffende aus Schauspiel, Literatur, Musik, Schaustellerei, Marktbeschickung, Feuerschlucken, Kasperltheater, Festival-Küche, Stage-Hands, bildende Kunst, VHS, Yoga-Lehre, Artistik, Film, Moderation, Integrations- und Deutsch-für-Ausländer-Kurse, freiberuflichen Journalismus, Fotografie, Webdesign, Grafik, Tontechnik, Jonglage, Zauberei, Tanz, Regie, Training und Theater- und Musikpädagogik an Schulen und Kindergärten, Lehre an Museen und Musikschulen?

Bisherige Corona-Soforthilfe? Nicht für uns, sondern nur für Gewerbetreibende, die ihr Gehalt als Betriebskosten geltend machen dürfen.

Die prekäre Situation von freischaffenden Künstlern und Solo-Selbstständigen ist alarmierend. Gut, dass unser Anliegen Gehör gefunden hat. Aber wir stellen fest, dass durch die Regelung, nur Mitglieder der Künstlersozialkasse zu bezuschussen, weiterhin viele Betroffene außen vor und ohne Hilfe bleiben.

Viele Tanzdozentinnen und -dozenten, die ausschließlich als Pädagogen arbeiten oder/und als freie Tänzer auftreten, werden z.B. nicht von der KSK anerkannt , da alle Tanzsparten außer Ballett, Zeitgenössisch und Musical von der KSK laut ihrer Definition keine Kunst sind, so z.B. Hip Hop, Steptanz, afrikanischer Tanz oder Flamencotanz. Sie werden also keine Hilfe erhalten, obwohl sie in der gleichen Situation sind. Wer entscheidet, was Kunst und was Sport ist? Dürfen professionelle Flamenco-Tänzerinnen und -tänzer dann ihre Tanzstudios schliessen, weil das keine KSK-Kunst ist?

Was ist mit den vielen freien Dozentinnen und Dozenten an VHS, Musikschulen und Museen, was mit den Instrumentenbauern, die der Schock zeitversetzt genau so schlimm treffen wird? Was mit den freien Veranstaltern, Organisatoren von Kleinkunstbühnen, deren Jobs wegbrechen? Mit der Miete für die Kleinkunstbühne ist es leider nicht getan. Alle diese und noch viele mehr fallen nach wie vor durch das Raster.

"First In - Last Out" - Wir sind die Ersten, die von dem "Shutdown" betroffen wurden:

Konzerte und Festivals verboten, Theater geschlossen, Schulprojektwochen, KiTa-Workshops annuliert, Lesungen, Musikunterricht, VHS-Kurse, selbst private Veranstaltungen wie Hochzeiten und Geburtstagsfeiern fielen und fallen aus, von Messen und Business-Events gar nicht zu sprechen. Alles von heute auf morgen abgesagt! Und größtenteils ohne Ersatz und bis mindestens Ende 2020, da Veranstalter keine Planungssicherheit haben.

Und: Wir sind die Letzten, die wieder arbeiten dürfen.

Wir werden nicht nur als "Letzte" wieder arbeiten dürfen, bei vielen ist jetzt schon klar, dass - perspektivisch gesehen - das Jahr schon "gelaufen" ist. Viele Aussteller und Marktbeschicker, ebenso viele Künstler, verlieren komplett ihre Haupteinnahmen - manche sogar ihren gesamten Jahresumsatz, weil Festivals, Märkte etc. ersatzlos ausfallen.

Kurzarbeiter bekommen 60% ihres Lohnes (es gibt aktuell Diskussionen, auf 80% zu erhöhen). Freiberufler bekommen 0%! Sie sind aber nicht plötzlich "arbeitslos", sondern durch die derzeitigen Vorschriften gezwungen, ihre Arbeit - ebenso wie bei Kurzarbeit - einzustellen.

Wir unterliegen sozusagen einem "Komplett-Berufsverbot". (Kann man eingekaufte Ware für den Sommer dann bei Weihnachtsmärkten anbieten? Kann man den "Hochzeitsmarsch" doppelt so schnell spielen, um die verlorenen Termine "aufzuholen"? Wohl kaum!)

Es wird uns untersagt, unserem Beruf nachzugehen. Wir MÜSSEN uns daran halten und aus Respekt vor dem Gemeinwohl und der Gesundheit aller machen wir das auch gerne.

Nur: Wieso bekommen alle anderen ihre Bezüge (mit Abstrichen) weiterbezahlt, manche Künstler mit KSK-versicherung eine Hilfe und alle anderen nichts? Die dürfen dann jetzt "ALG II" beantragen? Arbeitslosengeld II klingt in unseren Ohren nicht besser als "Sozialhilfe" und "Hartz IV" - wir sind NICHT arbeitslos. Uns wurde staatlicherseits verboten zu arbeiten. "ALG II" schnell als "Grundsicherung" umzubetiteln, empfinden wir als eine Zumutung.

Das geht an unserer Lebens- und Arbeitswelt vollkommen vorbei.

Für alle freien Künstler, Kulturschaffenden und Kleingewerbetreibenden

Erst-Unterzeichner: Dieter Weberpals (Musiker, Komponist, Autor, Musikpädagoge), Gerd J.W. Hess (Musiker, Licht/Laserdesigner, Produktionsleiter), Michelle Steinbrecher (VHS-Dozentin, Kleingewerbetreibende im Catering-Bereich), Heinz Wraneschitz (Freier Journalist, Co-Sprecher dju in ver.di Bayern), Bernd Dittl (Musikant), Sylvie Nahounou (Marktbeschickerin, Kleingewerbetreibende), Petra Eisend (Musikerin, Instrumentalpädagogin), Rainer Wenzel (Musiker, Referent), Lennart Peters (Medienpädagoge, Filmemacher), Uschi Billmeier (Musikerin, Leiterin der Djembe-Schule München), Heymo Hirschmann (Dipl.-Musikpädagoge, Musiker), Kerry Balder (Artistin), Karl-Heinz Vogt (Gitarren- u. Gesangslehrer, meditatives Singen), Sabine Seide (Sängerin, Songwriterin, DJane, Vocalcoach), Andreas "igl" Schönwitz (Bassist, Musikproduzent, Tonstudiobetreiber, Fachautor), Christian Schloyer (Schriftsteller, Text-, Klang und Konzeptkünstler), Klaus Treuheit (Pianist, Komponist), Geraldino (freischaffender Künstler), Anne Devries (Artistin, Tänzerin, Choreographin & Tanz

Wie die Unterschriften übergeben werden

Der Text mit den Unterschriften der Erstunterzeichner wurde Ministerpräsident Söder bereits zugesandt. Die Petition mit allen Unterschriften, auch unserer Unterstützer, nicht nur der Betroffenen, möchten wir persönlich übergeben.


Ich habe unterzeichnet, weil...

  • weil die Künstler*innen und viele Kulturschaffenden 100% Ihres Einkommens verloren haben!
  • Soloselbstständige ohne Betriebsstätte machen laut Institut der Deutschen Wirtschaft 55% der Selbstständigen aus. Sie alle zahlen hier in Bayern Steuern. Künstler*innen mit einem Zuckerl zu besänftigen wird die Solidarität nicht beenden. Journalist*innen, Dozent*innen, Techniker*innen, Bühnenleute - Für alle Solos muss die Ungerechtigkeit enden, dass der, der 25.000€ für die GmbH-Gründung hatte, jetzt GF seiner 1-Personen-GmbH sein darf – mit staatlichem Kurzarbeitergeld.
  • Künstler und -innen sowie Kleingewerbetreibende haben in der Coronakrise keinerlei Ansprüche, weder an Arbeitsämter (Kurzarbeitergeld) noch an Versicherungen, d.h. sie sind im Gegensatz zu vielen anderen in ihrer blanken Existenz bedroht und unterliegen gleichzeitig allen denkbaren staatlichen Schikanen zur Offenlegung ihrer persönlichen Situation, die eh zu keinerlei Ergebnis führt. Gegen solche schreienden Ungerechtigkeiten wehren wir uns massiv.

Neuigkeiten

2020-05-19 23:06:06 +0200

1,000 Unterschriften erreicht

2020-05-19 18:41:42 +0200

wohlgemerkt, für alle die, die NICHT zwischen Politikerzeilen lesen können, das wichtige Wort ist "beantragt"! Also auch wenn euer Antrag abgelehnt wurde (weil vielleicht euere Freundin in "Bedarfsgemeinschaft" ein paar Euro zu viel verdient hat), dürft ihr keinen Antrag stellen.

2020-05-19 18:39:32 +0200

Okay, die Verarsche ist offiziell!! "Künstlerinnen und Künstler, die eine andere Soforthilfe Corona des Freistaates Bayern oder des Bundes oder Leistungen zur Grundsicherung (SGB II oder SGB XII) erhalten oder beantragt haben, sind von einer Antragstellung ausgeschlossen." WER VON EUCH HAT BIS HEUTE NOCH NICHTS BEANTRAGT TROTZ NOTLAGE? WER DARF DA ÜBERHAUPT BEANTRAGEN? Bitte melden, bei dieser Kurzumfrage, denn so dreist wollte uns noch keiner über den Tisch ziehen und vor der TV-Kamera den Künstler-Kümmerer geben, vielen Dank Herr Söder! Damit kommen Sie nicht durch! Wir sind allesamt stinkesauer! Wer es nicht glauben kann, kann es selbst nachlesen: https://www.kuenstlerhilfe-corona.bayern/prweb/PRAuth/thzR_jPfu0phiUNczdQDYA%28%28*/!STANDARD

2020-05-13 15:59:39 +0200

Heute in Politikmagazin "Kontrovers" um 21 Uhr im Bayerischen Fernsehen ein Schwerpunkt zum Thema "Wo bleibt Ministerpräsident Söders angekündigte Hilfe für Künstler" und Interviews mit Betroffenen sowohl mit als auch ohne Künstlersozialkasse-Versicherung. Ein Statement von "Platz am Tisch" ist ebenfalls dabei.

2020-05-10 16:13:35 +0200

30 freiberufliche Künstler*innen und Solo-Selbstständige, die diese Petition unterstützen, wenden sich mit einem eindrucksvollen Videostatement an die Öffentlichkeit. Bitte teilen, teilen, teilen.... - wenn ihr mit uns Einverstanden seid. Hier muss sich Grundlegendes ändern! https://www.youtube.com/watch?v=hdNc5aHfEbk

2020-05-07 09:13:00 +0200

Liebe Freundinnen und Freunde,
wir produzieren diese Woche ein Video, das wir gemeinsam aufnehmen und herausgeben wollen, um unseren Forderungen sichtbaren Ausdruck zu verleihen. Oliver Tissot hat einen knackigen und durchgehenden Text entwickelt, von dem alle, die mitmachen, ein oder zwei Sätze einsprechen sollen. Anschliessend werden die Clips von Filmemacher Lennart Peters zu einem durchgehenden Text montiert. Unseren Schlussappell sprechen wir alle und werden in Splitscreen zusammen erscheinen. Wer von euch macht noch mit? Bitte heute noch eine Mail an: Dieter Weberpals - bibiafrica@online.de - Ihr bekommt dann den Text und die Produktionshinweise per Mail zugeschcikt. Das Video soll noch an diesem Wochenende fertig sein.
Liebe Grüße
Dieter

2020-05-04 12:10:01 +0200

Hier ein zusätzlicher - und wie ich finde sehr guter - "Offener Brief" an die zuständigen Politiker von GERALDINO - viele von euch werden ihn von seinen vielen Auftritten kennen. Er unterstreicht hier noch einmal eindrücklich unsere Notlage und unser Anliegen. Bis heute haben wir keine Antwort und kein Hilfe, nur leere Versprechungen und großartige öffentliche Politiker-Selbszinszenierungen. Lest bitte hier den Brief von Gerd Graßhauser - und teilt ihn bzw den Link zu unserer Petition hier weiträumig:

2020-05-04 12:09:37 +0200

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Dr. Söder,
Sehr geehrter Herr Staatsminister Sibler,
Sehr geehrte Damen und Herren vom Ausschuss für Wissenschaft und Kunst,

ich lebe in Bayern, bin seit 37 Jahren freischaffender Musiker und bestreite meinen Lebensunterhalt fast ausschließlich durch meine rund 100 Live-Auftritte im Jahr, den damit verbundenen GEMA-Tantiemen für mein eigenes Repertoire und den Erlösen durch den anschließenden CD-Verkauf. Seit Mitte März gibt es nun ein Veranstaltungsverbot, das einen totalen Einnahmeverlust in allen drei Bereichen zur Folge hat.

2020-05-04 12:09:13 +0200

Auch nach über 6 Wochen "Tätigkeitsverbot" ist für mich noch keine wirkliche Lösung in Sicht. Die Corona-Soforthilfepakete gelten in Bayern nur für betriebliche Ausgaben, ein "Gehalt" eines freischaffenden Künstlers wird dadurch nicht im Geringsten berücksichtigt. Diese Lücke muss dringend geschlossen werden!

Der Unterschied zu vielen anderen Branchen ist der, dass ich aufgrund der Veranstaltungsverbote nicht arbeiten darf, mir mangelt es nicht an Aufträgen oder Arbeitsmaterial, sondern ich leide unter einem äußert langfristigem Beschäftigungsverbot von März bis August!

2020-05-04 12:08:54 +0200

Ich finde es natürlich absolut verständlich, dass mir als Live-Musiker auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes faktisch ein berufliches Tätigkeitsverbot auferlegt wurde, ich erkenne dies aktuell zum Schutze der Allgemeinheit als notwendig an. Die Landesregierung hat laut Gesetz eine Rechtsverordnungen zur Bekämpfung übertragbarer Krankheiten erlassen, die Veranstaltungsverbote sehe ich als eine Schutzmaßnahme im Sinne des Infektionsschutzgesetzes.

2020-05-04 12:08:37 +0200

Auch wenn ich gesund bin und nicht offiziell unter Quarantäne gestellt wurde, entspricht dieses Tätigkeitsverbot für mich als freischaffenden Musiker also einer Schutzmaßnahme für die Bevölkerung, die von den Ordnungsämtern und der Polizei überwacht wird und bei Zuwiderhandlung mit hohen Bußgeldern geahndet wird.
Aber wer aufgrund des Coronavirus offiziell einem Tätigkeitsverbot unterliegt und dadurch einen Verdienstausfall erleidet, sollte auch nach § 56 des Infektionsschutzgesetzes eine Entschädigung erhalten. Grundlage der Berechnung für die Entschädigung von Selbständigen ist der letzte vorliegende Steuerbescheid.

2020-05-04 12:08:24 +0200

Man konnte das Infektionsschutzgesetz z.B. auch schon dahingehend erweitern, dass Eltern, die ihre Kinder wegen der Krise selbst betreuen müssen, deshalb nicht arbeiten können und dadurch einen Verdienstausfall erleiden, entschädigt werden, gültig auch für selbständig Erwerbstätige.

2020-05-04 12:08:02 +0200

Wenn Sie eine wirklich gerechte Lösung finden wollen, dann erweitern sie diese Regelung bitte auch für alle selbständigen Kulturschaffenden, die während der Corona-Krise nicht arbeiten dürfen und dadurch einen Verdienstausfall erleiden und schaffen die Grundlage dafür, dass alle betroffenen Künstler auf der Grundlage ihres letzten Steuerbescheides bzw. ihrer letzten Einkommenssteuererklärung eine Entschädigung erhalten in Anlehnung an das Kurzarbeitergeld (60/67% des durchschnittlichen Monatseinkommens, ab dem 4. Monat 70/77% und bei Bedarf ab dem siebten Monat 80/87%) ... rückwirkend ab Mitte März 2020 und bitte solange Veranstaltungen nicht oder nur eingeschränkt erlaubt sind.

2020-05-04 12:07:49 +0200

Da bei den Veranstaltungsverboten die Hochsaison betroffen ist, bedeutet zwar auch eine solche Regelung eine deutliche Einbuße für mich, aber dies wäre zu verkraften. Alles andere jedoch entzieht mir die Existenzgrundlage - völlig unverschuldet!

2020-05-04 12:07:27 +0200

Ich bitte Sie deshalb hiermit darum, das Tätigkeitsverbot von freischaffenden Live-Künstlern als entschädigungsfähig anzuerkennen und die Künstler nicht weiterhin auf Arbeitslosengeld II - sprich Hartz 4 - zu verweisen. Dieses Hilfsprogramm funktioniert in meinem Fall tatsächlich nicht, da ich z.B. keine Miete zahlen muss, sondern aktuell ein schadhaftes Dach reparieren lassen und einen Elektriker beauftragen muss. Auch müsste zuerst die Lebensversicherung meiner Partnerin angegriffen werden, da ich in einer Bedarfsgemeinschaft mit einer ebenfalls selbständigen Frau lebe, die für die Rente gespart hat, wie man das eben macht, wenn man später nicht anderweitig abgesichert ist!

2020-05-04 12:07:11 +0200

Auch zeigt das Programm grundsätzlich keinerlei Wertschätzung meiner bisherigen künstlerischen Leistung in fast vier Jahrzehnten!

2020-05-04 12:06:46 +0200

Und außerdem bin ich nicht arbeitslos oder arbeitssuchend, ich habe einen vollen Ordner mit Verträgen, die ich aber nicht erfüllen darf - zum Schutze anderer. Ich finde es in der Folge absolut logisch, dass mich die Bevölkerung - sprich der Steuerzahler - dann auch für meine Einkommensverluste entschädigt, so wie es im Infektionsschutzgesetz für Kranke und Ansteckungsverdächtige vorgesehen ist, denn die Veranstaltungen werden ja schließlich auch mit dem entsprechenden Hinweis auf das Ansteckungsrisiko und die Weiterverbreitung des Krankheitserregers abgesagt.

2020-05-04 12:06:34 +0200

Meiner Meinung nach gehen alle anderen angedachten Regelungen nicht weit genug oder verletzten den Gleichheitsgrundsatz.

2020-05-04 12:06:09 +0200

Ich bin seit Jahrzehnten selbst Steuerzahler. Nun sollen laut neuesten Meldungen die Künstler, die Verträge mit Institutionen hatten, die mit Bundesmitteln gefördert sind, eine Entschädigung bzw. Ausfallgage in Höhe von 60% ihrer vereinbarten Honorare erhalten. Dies finde ich zwar einen guten Grundgedanken. Für kommunale Veranstalter wird es aber wohl eine Empfehlung bleiben und private Veranstalter oder Kulturunternehmen aus der freien Wirtschaft werden hier ganz sicher nicht mitgehen.

2020-05-04 12:05:52 +0200

Das bedeutet, dass nun der Künstler als Steuerzahler den Verdienstausfall einiger Kollegen entsprechend der Kurzarbeitergeldregelung mitträgt, aber daneben eine große Mehrheit der Künstler ohne Anspruch auf Entschädigung bleibt. Ich habe viele Verträge mit Veranstaltern, die selbst vor wirtschaftlichen Problemen stehen und keine Ausfallgage zahlen können und dies mit dem Hintergrund der behördlichen Verordnungen auch nicht tun müssen.

2020-05-04 12:05:30 +0200

Gibt es nun Künstler 1. und 2. Klasse? Der Schutzschirm des Bundes sollte für alle Künstler gleichermaßen gelten, greift aber meiner Meinung nach grundsätzlich noch zu kurz, da mir wie oben beschrieben ja nicht nur die Honorare verloren gehen, sondern alle mit einer Veranstaltung verbundenen Einnahmen!

2020-05-04 12:05:10 +0200

Auch wenn viele Künstler in Bayern nun auf das angekündigte Grundeinkommen von 1000 € hoffen, ist dies meiner Meinung nach zum Einen nicht zum Leben ausreichend, wenn davon die Sozialversicherung und der gesamte Lebensunterhalt für eine Familie bestritten werden soll, und berücksichtigt zum anderen nicht den Zeitraum der Tätigkeitsverbote von rund 6 Monaten, wenn es nur für 3 Monate gewährt werden und auch erst 6 Wochen nach dem Beginn der Veranstaltungsverbote gezahlt werden soll und 4 Wochen vor dessen Ende aufhört.

2020-05-04 12:04:53 +0200

Und warum liegt dieses Grundeinkommen auch noch unter den privaten Ausgaben, die in Baden-Württemberg im Rahmen der Corona-Soforthilfe des Bundes berücksichtigt wurde. Wie kann es überhaupt sein, dass Bundesmittel in verschiedenen Bundeländern anders verteil werden?

2020-05-04 12:04:13 +0200

Der erste Schritt wäre im Sinne des Gleichheitsgrundsatzes, dass alle Künstler Deutschlands ab März 2020 für 3 Monate 1180,- € erhalten und dies dann um weitere 3 Monate erweitert wird, da es bis Ende August auch keine mittleren Veranstaltungen mehr geben wird, denn die Veranstalter haben diese zum großen Teil bereits bei mir abgesagt, da nicht definiert wurde, was eine Großveranstaltung ist und ja auch schlecht vorausgesagt werden kann, welche Personenzahl aufgrund des Infektionsgeschehens im Juni, Juli oder August zu Veranstaltungen zugelassen werden können. Da eine Veranstaltung einen Vorlauf von einigen Monaten braucht, könnten diese auch bei einer kurzfristigen Lockerung gar nicht mehr realisiert werden.
Außerdem fallen wieder Künstler aus dem Programm, wenn die KSK-Mitlgiedschaft Grundlage des Anspruchs wird, ich wäre zwar davon nicht betroffen, aber empfinde dabei eine große Ungerechtigkeit!

2020-05-04 12:02:30 +0200

Und warum gibt es überhaupt Bundesländer wie Berlin, die ein Landes- und ein Bundes-Soforthilfepaket nebeneinander bereitstellen und andere nicht? Bayern als reiches Bundesland verrechnet beide Programme aber miteinander und könnte so doch an anderer Stelle den Künstlern eine Lösung bieten!
Ich plädiere deshalb für obigen Vorschlag und einer dem Kurzarbeitergeld entsprechenden Regelung der Entschädigung für alle freischaffenden Künstler, damit diese ein Auskommen haben und den "Kulturstaat Bayern" nach dem Ende der Veranstaltungsverbote wieder bereichern können. Noch besser wäre es natürlich, wenn es solche Lösungen in allen Bundesländern geben könnte!

2020-05-04 12:01:55 +0200

Die Krise wird für Künstler noch weit ins nächste Jahr wirken.
Nach derzeit 40 abgesagten Konzerten (und im Schnitt der letzten Jahre weiteren 20 nicht mehr geplanten Veranstaltungen bis Ende August) werden mir dann die Folgeaufträge fehlen, die sich in der Regel aus jeder durchgeführten Veranstaltung ergeben. Außerdem kann ich zur Zeit nicht einmal eine Tournee für Januar 2021 planen, da die Veranstalter nicht wissen, wie es weiter geht und die meisten langfristigen Projekte auf Eis gelegt sind, unter anderem auch deshalb, weil niemand weiß ob Sponsoren noch im Boot bleiben werden. Bereits jetzt werden viele Veranstaltungen nicht um ein Jahr verschoben, sondern ersatzlos gestrichen.
Deshalb hoffe ich darauf, dass es im nächsten Jahr nicht auch noch zu massiven Kürzungen im Kulturetat kommen wird, sondern dass die vielfältige Kulturszene erhalten bleiben kann!

2020-05-04 12:01:26 +0200

Auch wenn zur Zeit sehr viele Regelungen in verschiedensten Bereichen getroffen werden müssen, bitte ich Sie darum, die Künstler nicht länger im Regen stehen zu lassen, denn sie sind die ersten, die von den Maßnahmen betroffen waren und die letzten, die auf eine Lockerung hoffen können. Auch wenn ihre Stimme nicht so laut ist, wie die der anderen Verbände, ist es jetzt an der Zeit, die beruflichen Tätigkeitsverbote der Künstler als solche anzuerkennen und diese im Hinblick auf das Infektionsschutzgesetz für alle Betroffenen mit angemessenen Mitteln abzufedern!

Mit freundlichen Grüßen
Gerd Grashaußer

2020-05-01 18:11:17 +0200

500 Unterschriften erreicht

2020-05-01 15:35:46 +0200

News zur 1000-EUR-KSK-Söder-Hilfe: Die Bayerische Staatszeitung, schreibt am 30.04. im Wirtschaftsteil S.17: Es sei "geplant, dass die Anträge noch im Mai gestellt werden können." (Zitat O-Ton Bayerisches Kultusministerium) und zwar für "solo-selbstständige Künstler*innen ohne eigene Betriebsstätte." Auf Nachfrage der Zeitung meinte das Ministerium, das würde also nur für Künstler gelten, die ein gemietetes Atelier oder Büro haben, nicht jedoch für alle anderen.

2020-04-29 10:11:29 +0200

Viele von euch fragen bei mir an, wann und wie es denn nun mit der von Ministerpräsident Söder "1000-Euro-Hilfe" für KSK-Künstler aussieht. Nach unseren Informationen ist damit frühestens Ende Mai zu rechnen und beantragen kann man dann für Juni. Wofür so lange ausgeknobelt werden muss, wie die Vergabe geregelt werden soll, müssen wir euerer Fantasie überlassen. Die mit der Planung beauftragte Behörde arbeitet nach Eigeneinschätzung mit "Hochdruck" daran. Die Künstler sollen "je nach Verdienstausfall bis zu 1000 EUR" erhalten, man achte auf die Wortwahl! Wer also dachte, da bekäme man nun problemlos mal "à la Grundsicherung" 1000 Euro pauschal ausbezahlt, wird schwer enttäuscht werden. Es heisst auch "bis zu" drei Monate, auch da ist längst nicht klar, ob dann nicht der ein oder die andere mit einmaligen 500 EUR abgespeist werden wird. Wer auf schnelle und unbürokratische Hilfe gehofft hatte, wird wieder bitterlich enttäuscht.

2020-04-25 11:49:00 +0200

100 Unterschriften erreicht

2020-04-25 07:24:14 +0200

50 Unterschriften erreicht

2020-04-24 22:02:27 +0200

25 Unterschriften erreicht

2020-04-24 19:32:39 +0200

10 Unterschriften erreicht