An: Besitzer des Schwanensees

Kein Rassismus in deutschen Diskotheken!

Keine rassistischen Einlasskriterien

Warum ist das wichtig?

Gestern Abend ist mir etwas passiert, dass ich so im Deutschland des 21. Jahrhunderts nicht erwartet hatte … deswegen nehmt euch bitte einen Moment Zeit, um das zu lesen.
Meine Freundin Anna war eingeladen bei einem Kollegen der Volkshochschule zu seiner Einweihungs-/ Geburtstagsparty. Sie nahm mich mit und wir hatten einen tollen Abend. Der Kollege David (aus dem Iran) hatte uns einen Nudelsalat und eine „Olivencreme“ vorbereitet. Sein Freund Sam, im Iran ein DJ, hat uns Musik aufgelegt und wir haben fröhlich getanzt. Frohen Mutes zogen wir gegen Mitternacht los, um in der Stadt weiter zu feiern.
Wir suchten uns unglücklicherweise die Braunschweiger Diskothek „Schwanensee“ aus. Dort angekommen liefen zwei unser Frauen voraus - ohne Probleme kamen sie durch. Danach kamen Ahmed, David, und Sam. Alle ohne deutschen Pass aber mit deutscher Aufenthaltsgenehmigung. Man sollte meinen, es bräuchte nicht mehr. Doch sie wurden nicht reingelassen. Die zwei Frauen fragten, warum die Jungs nicht rein dürften… Doch die Türsteher sagten nicht mehr, als dass das einfach so sei. Daraufhin wollten auch die Jungs wissen, warum sie nicht reindürfen. Die Türsteher stießen sie lediglich zur Seite um andere (deutsche) Gäste hereinzulassen. Natürlich wehrten sich die Jungs. Das war für die Türsteher aber nur die provozierte Reaktion, um eine Rechtfertigung zu haben, sie nicht hereinzulassen.
Die drei Flüchtlinge gingen nun abgewiesen und laut fluchend ein Stockwerk herunter. Sodass sie im zweiten Stock von weiteren fünf Türstehern des darunterliegenden Klubs empfangen wurden. Die Diskussion setzte sich fort, doch nicht so, wie man das erwarten sollen dürfte. Einer der drei Jungs wurde von einem der Türsteher geschlagen und getreten. Sie sind daraufhin zur Polizei gegangen und er wurde ins Krankenhaus gebracht, um untersucht zu werden.
Auch ich habe versucht mit den Türstehern zu reden, um zu verstehen, warum die Jungs nicht reindurften. In unserer Gruppe waren wir drei Frauen, fünf männliche Geflüchtete und ich. Kaum ein Proporz, der das „Männer-Frauen Verhältnis“ gesprengt hätte. Zudem hatten wir nicht sonderlich viel getrunken. Die sogenannte „Security“ konnte keine Antworten liefern. Stattdessen bot ich eine willkommene Ausrede, dass sie keine Rassisten seien, da ich genauso wenig hereingelassen werde wie die Geflüchteten. Eine extrem faule Ausrede, da ich erst eine Abfuhr erhielt, als ich mich offen für meine Begleiter einsetzte.
Abgewiesen von den Türstehern des dritten Stocks, gingen wir in den zweiten hinunter, wo wir Sam trafen, der bereits eine blutige Lippe hatte - ihm gegenüber fünf breitschultrige Türsteher. Auch hier versuchten wir die Aggressivität gegenüber unseren Begleitern zu verstehen. Doch es gab schlicht keine Begründung. Frustriert und enorm enttäuscht von den Ereignissen sind wir zur Polizei gezogen, um die Vorkommnisse anzuzeigen
Doch es ist unsere -und hoffentlich auch eure- Überzeugung, dass so etwas nicht nur in die Schubladen der Justiz, sondern auch in die Öffentlichkeit gehört.
Das schlimmste an dieser Geschichte ist jedoch, dass die fünf Geflüchteten nicht so schockiert waren wie wir. Denn sie haben solch eine Situation nicht zum ersten Mal erlebt. Im Gegenteil, das scheint fast die Regel zu sein.

Ich persönlich möchte keinen Schritt mehr in diese Diskothek setzen. Zumindest solange die Einlasskriterien so willkürlich bis rassistisch erscheinen. Setzt ein Zeichen für Buntschweig! Macht keinen Platz für Rassismus, erst recht nicht auf der Tanzfläche.
Deutschland heißt Flüchtlinge willkommen!

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2017-02-23 12:38:58 +0100

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