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An: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Bundesärztekammer, Paul-Ehrlich-Institut

Knappheit der Blutreserven durch Covid-19: Diskriminierung beim Blutspenden stoppen!

Knappheit der Blutreserven durch Covid-19: Diskriminierung beim Blutspenden stoppen!

Wegen des Ausbruchs von Covid-19 werden die Blutkonserven knapp. Viele Menschen trauen sich nicht mehr, zum Blutspenden zu gehen. In den nächsten Monaten kann die Knappheit zum großen Risiko werden für die Menschen, die auf eine Bluttransfusion angewiesen sind.

Angesichts der Krise ist es völlig unverständlich, dass eine Gruppe von Menschen noch immer beim Blutspenden diskriminiert wird: Homo- und bisexuelle Männer.

Wir fordern: Das Transfusionsgesetz muss geändert und die Diskriminierung abgeschafft werden, damit jeder gesunde Mensch in Deutschland, der helfen möchte, das auch darf. Bei der Blutspende soll nicht mehr nach der sexuellen Orientierung gefragt werden. Stattdessen könnte nach der Häufigkeit wechselnder Sexualkontakte und sexuellem Risikoverhalten gefragt werden - denn das entscheidet, ob die Person einer Risikogruppe angehört. In vielen anderen Ländern wie Bulgarien, Italien, Lettland, Polen, Portugal und Spanien wird es bereits so gehandhabt. Die Sicherheit für die Empfänger/innen der Blutspende bleibt dabei natürlich gewährleistet.

Warum ist das wichtig?

Diese Diskriminierung basiert allein auf Vorurteilen. Homo- und bisexuellen Männern wird grundsätzlich ein unreflektierter Lebenswandel und die fahrlässige Gefährdung der Empfänger/innen unterstellt. Im Sommer 2017 wurde das Transfusionsgesetz überarbeitet. Homo- und bisexuelle Männer sind nun für Blutspenden zugelassen, wenn sie 12 Monate komplett auf Sex verzichten - unabhängig davon, ob sie in einer festen Beziehung leben. In der Praxis kommt das noch immer einem Ausschluss von homo- und bisexuellen Männern von der Blutspende gleich.

Dafür gibt es keine medizinische Notwendigkeit. Jede einzelne Blutspende wird auf HI-Viren und andere Krankheiten getestet. HIV ist spätestens nach sechs Wochen nachweisbar.

Bei der Organspende wurde die Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung bereits 2013 aufgehoben - das Transplantationsgesetz wurde entsprechend geändert. Es ist nicht nachvollziehbar, warum das bei der Blutspende anders sein sollte.

Quellen:
- https://www.fr.de/wissen/coronavirus-pandemie-blutspenden-werden-gebraucht-rotes-kreuz-ruft-spende-13603036.html
- https://www.blutspendedienst.com/blog/wissenswertes-auf-welche-krankheiten-wird-das-blut-nach-der-spende-untersucht-teil-2--2
- https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2017-08/homosexualitaet-blutspende-bundesaerztekammer-sex-schwule-hiv-aids-transfusion/komplettansicht
- https://www.queer.de/detail.php?article_id=22046


Ich habe unterzeichnet, weil...

  • Ich bin schwul. Warum soll unser Blut weniger wehrt sein als anderes
  • Langsam sollten alle Menschen, auch Gesetzgeber, begriffen haben, das jede Diskriminierung unangemessen ist, egal welches Alter, welche Kultur, welche Orientierung und und und.... Wir sind alle gleichberechtigt, Blut ist Blut, Mensch ist Mensch.... Ich konnte schon wieder ausrasten, muss aufhören!!!! Ohne weitere Untersuchung bekommt sowieso keiner Blutkonserven von Dritten
  • Warum müssen homosexuelle Freunde von mir immernoch abwägen ob sie bei der Blutspende lügen wollen um anderen helfen zu können?! Diese Diskriminierung schadet nicht nur den potentiellen Spendern sondern auch Empfänger*innnen und letztlich uns allen.

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2020-09-06 10:13:09 +0200

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2020-05-01 01:23:51 +0200

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