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An: Deutsche Bischofskonferenz (DBK), Bistum Aachen

Kohle statt Kirche? Keine Entwidmung der Kirchen im Rheinischen Braunkohlerevier

Kohle statt Kirche? Keine Entwidmung der Kirchen im Rheinischen Braunkohlerevier

Der Braunkohlebagger steht 200 m vor Keyenberg. RWE nutzte die Corona-Krise, um sich – fast unbemerkt von der Öffentlichkeit – weiter an das Dorf heran zu graben.
In dieser Situation akuter täglicher Bedrohung brauchen Menschen die Kirche an ihrer Seite. Aber die Kirchen von Keyenberg und Kuckum, die Kapelle in Berverath wurden bereits an RWE verkauft – gegen den erklärten Willen Tausender. Jetzt drohen Schließung, Entwidmung, Abriss.

Wir setzen dagegen: Kirchen sind keine Ware, sondern Orte von Gemeinschaft und Zuversicht in der Begegnung mit Gott.

Deshalb fordern wir
• Ein Ende der faktischen Schließung im Schatten von Corona. Auch und gerade in den bedrohten Dörfern müssen wieder regelmäßige Gottesdienste gehalten werden.
• Eine verbindliche Zusage, dass die Kirchen nicht entwidmet werden – mindestens so lange, wie Menschen in den Dörfern leben.

Erstunterzeichner*innen:

Norbert Arntz (Pfarrer i.R., Kleve)
Maria Bebber (Theologin, Kerpen-Horrem)
Peter Bernd (Pfarrer im Pastoralraum Frenke-Ergolz, Basel/Schweiz)
Jan-Niklas Collet (Theologe, Universität Köln)
Dr. Urs Eigenmann (Pfarrer i.R., Buggingen)
Prof. Dr. Ulrich Engel (Dominikaner, Institut Dominique Chenu, Berlin)
Peter Fendel (Pastoralreferent, Duisburg)
Dr. Gudula Frieling (Lehrerin, Dortmund)
Hartmut Futterlieb (Theologe, Bad Hersfeld)
Antje Grothus (ehem. Mitglied der Kohlekommission, Initiative Buirer für Buir, Buir)
Helmut Kehrmann (Rentner, Keyenberg)
Benedikt Kern (Theologe, Institut für Theologie und Politik, Münster)
Dr. Bruno Kern (Theologe/Publizist, Mainz)
Dr. Klaus Kleffner (Leiter des Exerzitenreferates des Bistums Essen, Essen)
Maria Klemm (Theologin, Basel/Schweiz)
Andreas Knapp (Poet und Arbeiterpriester, Kleine Brüder vom Evangelium, Leipzig)
Andreas Krischer (Fridays For Future Düren)
Prof. Dr. Jürgen Kroth (Religionspädagoge/Pastoraltheologe, Philosophisch-theologische Hochschule Vallendar)
Dr. Aurica Jax (Leiterin der Arbeitsstelle der Frauenseelsorge der dt. Bischofskonferenz)
Dr. Sandra Lassak (Theologin, Aachen)
Dr. Stefan Leibold (Diözesanvorstand pax christi Münster)
Dr. Julia Lis (Theologin, Institut für Theologie und Politik, Münster)
Magnus Lux (Wir sind Kirche-Bundesteam, Schonungen)
Prof. Dr. Norbert Mette (Theologe, Institut für Kath. Theologie - TU Dortmund, Münster)
Irene Mörsch (Vorsitzende Katholikenrat Düren)
Esther Prenger (Ärztin, Münster)
Dr. Michael Ramminger (Theologe, Institut für Theologie und Politik, Münster)
Henry Risse (Ingenieur, Düren)
Felix Röskenbleck (Pastoralassistent, Münster)
Andreas Schlagenhaufer (Pfarrer i. R., Regensstauf)
Stefan Schlang (Initiative Buirer für Buir, Buir)
Prof. Dr. Franz Segbers (Theologe, Sozialethiker, Berlin)
Prof. Dr. Hermann Steinkamp (Pastoraltheologe, Münster)
Dr. Gregor Taxacher (Institut für Katholische Theologie der TU Dortmund, Köln)
Christian Weisner (Wir sind Kirche-Bundesteam, München)
Dr. Richard Christian Wiltsch (Ingenieur und Autor, Wachtendonk)
Prof. Dr. Markus Wissen (Institute for International Political Economy, Berlin)
Michael Zobel (Naturführer und Waldpädagoge, Aachen)

Warum ist das wichtig?

Nach dem Abriss des Immerather Domes, dessen Bilder um die Welt gingen, hat die Initiative „Die Kirche(n) im Dorf lassen“ ca. 6000 Unterschriften gegen Verkauf und Entwidmung weiterer Kirchen im Rheinischen Revier gesammelt (1). Ihre Annahme wurde jedoch von den Bischöfen in Köln und Aachen verweigert. Obwohl die Kohlekommission sich Anfang 2019 für den Erhalt der Dörfer ausgesprochen hat (2), wurden die Kirchen in Manheim und Morschenich im Frühsommer 2019 profaniert, die Kirchen in Keyenberg, Kuckum und Beverath im Herbst 2019 an RWE verkauft (3).

Aber kann ein Konzern wie RWE – ein Hauptverantwortlicher für globale Klimazerstörung - „Eigentümer“ einer Kirche sein? Wir sagen Nein! Wir akzeptieren dieses Eigentumsrecht nicht. Kirchen sind das Haus Gottes und der Gemeinschaft, die sich in ihnen versammeln.

Die Bischöfe von Köln und Aachen haben mit dem Verkauf der Kirchen einen Fehler gemacht. Aber wie wir alle hat auch die institutionalisierte Kirche die Möglichkeit, Fehlentscheidungen zu revidieren, sich zu besinnen und umzukehren.

Wir appellieren an Sie:

• Besinnen Sie sich auf Ihren christlichen Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung.
• Zeigen Sie Solidarität mit der weltweiten Bewegung für Klimagerechtigkeit.
• Stellen Sie Verkündigung und Seelsorge gerade in den bedrohten Dörfern sicher.
• Setzen Sie ein Signal der Hoffnung: auf ein Ende der Zerstörung, auf ein gutes Leben für alle in Fülle.

Ein erster Schritt muss sein, auf Ihrem Nutzungsrecht an den verkauften Kirchen zu bestehen, dort weiterhin regelmäßige Gottesdienste zu halten und den Menschen eine verbindliche Zusage zu geben: Keine Entwidmung – mindestens so lange Menschen in den Dörfern leben.

Weitere Informationen finden Sie hier:
https://verheizte-heimat.de/tag/kirchen-im-dorf-lassen/
https://kirchen-im-dorf-lassen.de
www.twitter.com/@Kirche_an_Kante

Anmerkungen
(1) https://verheizte-heimat.de/2019/03/19/pressemitteilung-der-aktion-die-kirchen-im-dorf-lassen/
https://verheizte-heimat.de/wp-content/uploads/2018/06/unterschriftenliste_5kirchen_2MB.pdf
(2) https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/A/abschlussbericht-kommission-wachstum-strukturwandel-und-beschaeftigung.pdf?__blob=publicationFile&v=4
(3) https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/kirchen-verkauft-rwe-garzweiler-braunkohle-100.html


Ich habe unterzeichnet, weil...

  • Es kann nicht sein, daß kunstvolle Gotteshäuser, die größtenteils durch die Bevölkerung gestiftet bzw. finanziert worden waren, und deren Wiederherstellungswert mehrere 100 Mio. Euro beträgt, für ein mageres, ohne die zahlreichen staatlichen Zugeständnisse gegenüber RWE völlig unwirtschaftliches Kohleflöz zerstört werden.
  • Stopp, mit der Enteignung des einzelnen und der Belastung der Anwohner in der Nahen Umgebung!!
  • ..........

Neuigkeiten

2020-07-25 13:32:21 +0200

Einladung zum Gottesdienst am Wendepunkt:
"Emmaus liegt bei Lützerath"
Sonntag 26. Juli, 18 Uhr, Mahnwache an der L277 bei Lützerath (am Wendepunkt)

Die Abrissbagger sind auf der L277 voran gekommen, der Ort unserer Messe vom letzten Sonntag ist bereits zerstört. Aber wir sind immer noch hier. Und wir sind mehr geworden!
So müssen sich die Entmutigten auf dem Weg nach Emmaus gefühlt haben: Die so nah erscheinende neue befreite Welt scheint mit der Kreuzigung Jesu zerstört. Doch dann erkennen sie ihn als den Auferstandenen, als den Aufständischen mitten unter ihnen. Es ist eben nicht alles verloren – es geht weiter!
Auch in Lützerath ist noch nicht alles verloren, lasst uns inspiriert und erfüllt von diesem aufständischen Auferstandenen an diesem hoffnungslosen Ort die Hoffnung feiern!

Sitzgelegenheiten bitte mitbringen!
Aktuelle Infos auf Twitter unter: https://twitter.com/Kirche_an_Kante

2020-07-25 13:29:41 +0200

Mit der Zerstörung der L277 hat RWE die Rote Linie überschritten, den letzten Schutz, da nun nicht einmal eine Strasse die Dörfer - und ihre Kirchen! - vom Tagebau trennt. "Die Kirchen im Dorf lassen" unterstützt die breiten Proteste gegen diese Zerstörung mit einer Mahnwache direkt an der L277 bei Lützerath - am Wendepunkt.

2020-06-26 15:38:15 +0200

1,000 Unterschriften erreicht

2020-06-26 13:02:23 +0200

500 Unterschriften erreicht

2020-06-21 10:11:20 +0200

100 Unterschriften erreicht

2020-06-20 14:50:45 +0200

50 Unterschriften erreicht

2020-06-20 12:16:39 +0200

25 Unterschriften erreicht

2020-06-20 10:37:54 +0200

10 Unterschriften erreicht