An: An die Bundeskanzlerin Frau Dr. Angela Merkel

Lasst den Fingerabdruck weg im deutsch-russischen Schüler- und Jugendaustausch

Lasst den Fingerabdruck weg im deutsch-russischen Schüler- und Jugendaustausch

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
ich fordere die Bundesregierung auf, Jugend-, Jugendleiter-, Schüler- und Lehrergruppen, die an Maßnahmen im deutsch-russischen Jugend- und Schüleraustausch im Rahmen des Regierungsabkommens der Bundesrepublik Deutschland und der Russischen Föderation über jugendpolitische Zusammenarbeit teilnehmen, von der Verpflichtung der persönlichen Abgabe eines Fingerabdrucks in einem Visazentrum zu befreien.

Warum ist das wichtig?

Mit der Einführung des Visainformationssystems (VIS) am 14. September 2015 in Russland wird bei Anträgen für ein Schengen-Visum das persönliche Erscheinen in einem Visazentrum zur Abgabe von Fingerabdrücken erforderlich. Diese Verpflichtung stellt für Jugend-, Jugendleiter-, Schüler- und Lehrergruppen, die an Austauschmaßen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Russischen Föderation teilnehmen möchten, eine erhebliche zeitliche und gegebenenfalls auch finanzielle Belastung dar. Eine Fortführung von deutsch-russischen Austauschmaßnahmen, die ohnehin nur durch ein besonderes ehrenamtliches und zivilgesellschaftliches Engagement der verantwortlichen Lehrkräfte und Jugendleiter möglich sind, ist durch diese Regelung in hohem Maße gefährdet.

Wie die Unterschriften übergeben werden

Das Ziel sind mehrere Tausend Unterschriften, die dann persönlich im Kanzleramt überreicht werden sollen.


Ich habe unterzeichnet, weil...

  • Der Kontakt zwischen Kindern und Jugendlichen muss maximal erleichtert werden. Für eine Zukunft, die mit dem persönlichen Kennen der Anderen weniger Platz hat für Vorurteile und nicht hinterfragte Stereotype.
  • Ich würde mich freuen wenn der Aufwand für die Teilnahme an diesem Sprachaustausch auf ein Minimum reduziert würde.
  • In diesem Jahr hatte ich 2 russische Schülerinnen für 3 Mon.als Gäste. Ich konnte sie mit unserer Lebenskultur bekannt machen. Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig über multikulturelle Gastbesuche das Leben in anderen Kulturen kennen und achten zu lernen. Diese neuen Maßnahmen sind unnötige Strapatzen für die Schüler und werden die jugendpolitische Arbeit behindern Sie bedeuten zusätzliche persönliche und finanzielle Belastung für Eltern und Schüler.

Neuigkeiten

2016-05-18 17:45:13 +0200

Die Petition mit den Unterschriften wurde am 3.5.16 im Aussenministerium überreicht. Es besteht dennoch wenig Hoffnung, dass sich kurzfristig etwas an der Visaproblematik verbessert. Daher bitte ich alle, die am deutsch-russischen Jugendaustausch interessiert sind oder aktiv mitwirken, bei jeder Gelegenheit auf die durch das VIS erschwerten Bedingungen hinzuweisen. Steter Tropfen höhlt vielleicht auch diesen Stein.

2016-03-17 20:05:46 +0100

Ich war gerade im Rahmen eines Lehreraustausches in Jakutsk. Die Visaproblematik hat sich leider noch nicht verändert. Lehrer- oder Schülergruppen aus Jakutsk müssen zur Abgabe des Fingerabdrucks nach Novosibirsk fliegen oder auf dem Weg nach Deutschland einen mehrtägigen Aufenthalt in Moskau einplanen, was beides mit einem hohen organisatorischen Aufwand und mit höheren Kosten verbunden ist. Austauschprojekte werden dadurch massiv beeinträchtigt. Dabei wäre es so einfach, den Fingerabdruck z.B. bei der Einreise auf einem deutschen Flughafen zu speichern. Ich habe ein weitere Schreiben an das Kanzleramt und an das Aussenministerium geschickt. Im Mai soll die Petition mit den Unterschriften überreicht werden. Es wäre schön, wenn bis dahin noch die 1000 Unterschriften erreicht werden.

2015-12-07 08:33:45 +0100

Die aktuellen politischen Ereignisse auf der Welt lassen dieses Thema etwas in den Hintergrund treten. Das ist auch verständlich. Leider hat es trotz vielfältiger Proteste gegen die Auswirkungen des VIS auf den Schüler- und Jugendaustausch bisher keinerlei akzeptable Reaktion der Bundesregierung gegeben. Ich werde diese Petition jetzt noch bis Ende des Jahres online lassen und dann überlegen, wie sie an das Kanzleramt und an das Außenministerium überreicht werden kann. Es wäre schön, wenn bis dahin die Zahl 1.000 noch erreicht werden könnte.

2015-10-28 16:05:14 +0100

In der Hoffnung, dass es noch 1000 Unterschriften werden, warte ich noch bis Ende November. Dann werde ich eine angemessene Art der Übergabe auswählen. Vielen Dank an alle, die bisher unterschrieben haben. Bitte nutzen Sie noch einmal alle verfügbaren Kanäle zur Weiterleitung der Petition.
Beteiligen Sie sich auch an der Diskussion zu dem Thema unter http://russlandkontrovers.de .