An: Vorstand der Deutschen Post AG, Vorsitzender Dr. Frank Appel

Liebe Post, hör auf, unsere Daten zu sammeln!

Liebe Post, hör auf, unsere Daten zu sammeln!

Die Deutsche Post verteilt nicht nur unsere Briefe und Pakete, sondern sie sammelt dabei auch viele Daten über uns, die sie für Werbezwecke verkauft - ohne je ein Einverständnis dafür eingeholt zu haben. Wir fordern den Vorstand des Unternehmens dazu auf, diese unfreiwillige Datensammelei unverzüglich zu beenden!

Warum ist das wichtig?

Wie jüngst in den Medien (1) zu lesen war, sammelt die Deutsche Post AG fleißig Daten und verkaufte diese z.B. an die CDU und FDP für gezielte Wahlwerbung.

Dabei sammele die Post selber Angaben zu Kaufkraft, Bankverhalten, Geschlecht, Alter, Bildung, Wohnsituation, Familienstruktur, Wohnumfeld und Personenwagen-Besitz, kaufe aber auch weitere Daten hinzu. So seien Aussagen zur „Parteiaffinität“ für einzelne Häuser mit mindestens sechs Haushalten möglich.

Dazu sagte Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar der FAZ (2): „…Der Einsatz von „Microtargeting im Offline- oder Online-Sektor zum Zweck der Wahlwerbung“ müsse nach dem Skandal um Facebook und Cambridge Analytica neu bewertet werden. Wenn das Grundgesetz den Parteien die Aufgabe der Mitwirkung an der politischen Willensbildung des Volkes übertrage, sei damit sicher nicht gemeint, mit intransparenten Verfahren „den Wählerwillen zu manipulieren“.

Neben dieser politischen Ebene ist es skandalös, dass die Post keinerlei Einverständnis derjenigen Menschen einholt, deren Daten sie sammelt. Deshalb fordern wir die Deutsche Post AG hiermit auf, die Datensammelei zu beenden oder zumindest nur dann durchzuführen, wenn die Betroffenen ihr schriftliches Einverständnis dazu gegeben haben!

Gerade im Hinblick auf die fortschreitende Digitalisierung und die immer größer werdenden Einsatz- und Missbrauchsmöglichkeiten von gezielten Beeinflussungen und personalisierten (Wahl)werbungen ist es wichtig, dass die Menschen die Kontrolle darüber behalten, welche Daten sie von sich preisgeben wollen.

Deshalb haben Sie die Möglichkeit, neben Ihrer Stimme für die Petition einen persönlichen Brief an die Post zu schreiben, um diejenigen Daten anzufordern, welche die Post über SIE gesammelt hat, und dies ggf. zu untersagen. Eine Musterbriefvorlage (3) dazu finden Sie hier unten. Kopieren Sie diese einfach in Ihr Textprogramm, tragen Sie an den GROSSGESCHRIEBENEN STELLEN Ihre persönliche Daten ein, und senden diese an die Post und die Post Direkt - oder noch besser: Fragen Sie doch damit mal am Schalter nach!

Vielen Dank.

(1) https://www.heise.de/tp/features/Datenmissbrauch-Deutsche-Post-und-CDU-nach-Facebook-und-Trump-4009611.html
(2) http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/die-post-hat-kundendaten-fuer-bundestagswahlkampf-an-cdu-und-fdp-verkauft-15521823.html
(3) Musterbrief entworfen in Anlehnung an die Vorlage der Verbraucherzentrale Bundesverband: https://www.vzbv.de/sites/default/files/mediapics/musterbrief_auskunftsersuchen_und_widerruf.doc

MUSTERBRIEF (2x, für Post und Post Direkt)

an die
Deutsche Post AG
Charles-de-Gaulle-Straße 20
53113 Bonn
sowie an die
Deutsche Post Direkt GmbH
Junkersring 57
53844 Troisdorf

Auskunft (nach Art. 15 DSGVO) und Widerruf der Genehmigung zur Speicherung und Verwendung meiner Daten für werbliche Zwecke (nach Art. 21 DSGVO)

Sehr geehrte Damen und Herren,

jüngst berichten die Medien, beispielsweise Telepolis, Spiegel-Online oder die FAZ, über die Wahlwerbung, die Sie für CDU und FDP getätigt haben. Ich bin empört über die Datensammelwut der Deutschen Post und bedauere es sehr, dass Sie eine AG sind und sich dem Profit mehr verpflichtet fühlen als Ihrer Kernaufgabe, dem Überbringen von Briefen, Paketen u.ä.

Gemäß Art. 15 DSGVO fordere ich Sie hiermit auf, mir folgende Auskünfte zu erteilen:

1. Über welche gespeicherten Daten zu meiner Person verfügen Sie und woher haben Sie diese Daten?
2. Über welche statistischen Daten (z.B. Parteiaffinität, Kaufkraft, Versicherungstyp etc.) über mein Gebäude, meine Mikrozelle und meinen Straßenabschnitt verfügen Sie? Zu welchem Zweck erfolgt diese Speicherung? An welche Empfänger oder sonstige Stellen wurden diese Daten weitergegeben?

Hiermit widerspreche ich gemäß Art. 21 DSGVO der Nutzung und Übermittlung meiner Daten für jegliche Zwecke der Werbung sowie der Markt- und Meinungsforschung. Sie sind daher verpflichtet, die Daten unverzüglich für diese Zwecke zu sperren.

Ich setze Ihnen zur Erfüllung dieser Forderungen eine Frist bis zum XX. JULI 2018 (VIER WOCHEN FRIST GEBEN). Sollten Sie dieses Schreiben ignorieren, werde ich mich an die zuständige Landesdatenschutzbeauftragte wenden. Außerdem behalte ich mir weitere rechtliche Schritte vor.

Mit freundlichen Grüßen

NAME, ANSCHRIFT, ORT, DATUM


Ich habe unterzeichnet, weil...

  • Werbung könnte ganz allgemein verboten werden, aber per Briefpost ist es der Gipfel der Unverschämtheit, das verbitte ich mir!
  • Vor allem ist es wichtig, dass die Post grundsätzlich ihre Kunden fragen muss, ob wir einverstanden sind, unsere Daten weiterzugeben. Nicht dass wir erst eine Unterlassung beantragen müssen, damit die Post das Sammeln unterlässt.
  • Frage: Gilt die neue Europäische Datenschutzverordnung nicht für die Post?

Neuigkeiten

2018-10-04 11:33:31 +0200

Liebe Unterstützer*innen,

soeben haben wir Ihre Unterschriften zusammen mit den Forderungen an die Deutsche Post auf den Weg gebracht. Vielen Dank für 914 Unterschriften!!! Wir sind gespannt auf die Reaktion der Deutschen Post und Herrn Dr. Appel. Gerne dürfen weiterhin Unterschriften dezu kommen.

Indes stehen wir in Kommunikation mit der Datenschutzbeauftragten von NRW - bleiben wir dran!

2018-06-12 23:41:32 +0200

Bitte den NEUEN MUSTERBRIEF für Post und Post Direkt VERWENDEN:

Sehr geehrte Damen und Herren,

gemäß Art. 15 DSGVO fordere ich Sie hiermit auf, mir folgende Auskünfte zu erteilen:
1. Über welche gespeicherten Daten zu meiner Person verfügen Sie und woher haben Sie diese Daten?
2. Über welche statistischen Daten (z.B. Parteiaffinität, Kaufkraft, Versicherungstyp etc.) über mein Gebäude, meine Mikrozelle und meinen Straßenabschnitt verfügen Sie? An welche Empfänger/Dritte wurden diese Daten weitergegeben?

Hiermit widerspreche ich gemäß Art. 21 DSGVO der Nutzung und Übermittlung meiner Daten für jegliche Zwecke der Werbung sowie der Markt- und Meinungsforschung.

Ich setze Ihnen zur Erfüllung dieser Forderungen eine Frist bis zum (vier Wochen geben).

Mit freundlichen Grüßen

2018-06-12 23:34:22 +0200

Von der nordrheinwestfälischen Datenschutzbeauftragen scheint es noch keine Ergebnisse der Prüfung zu geben – es bleibt spannend!

2018-06-12 23:29:46 +0200

Die Post geht sogar noch weiter und wirbt jüngst mit „personengenau vorliegende[n] Echtinformationen“ (https://www.deutschepost.de/de/d/deutsche-post-direkt/news_archiv/news.html), die in einem Daten-Hub liegen würden, welcher durch seine Verschlüsselung und Anonymisierung/Pseudonymisierung angeblich datenschutzkonform sei. Die Adressdaten seien getrennt von den statistischen Daten gespeichert. Dazu kämen z.T. zwischengeschaltete „Lettershops“, welche den konkreten Druck und Versand der Werbepost übernehmen würde. Selbst, wenn dieses System wirklich sicher und zuverlässig funktioniert, haben wir unseres Erachtens nach ein Recht darauf, zu erfahren, welche statistischen Daten über UNSER Gebäude, UNSERE Mikrozelle (zusammengefasste 6,6 Haushalte) und UNSEREN Straßenabschnitt verkauft werden! Eine Aufnahme einer zentralen Sperrdatei ist ein Anfang, aber nicht genug! Wir möchten wissen, was genau über uns weitergegeben wird, und dass sich die Post VORHER dazu unser Einverständnis abholt!

2018-06-12 23:24:12 +0200

Die neue DSGVO sorgt für manche Unsicherheiten. Klar ist jedoch, dass sie die Verbraucherrechte stärkt. In diesem Sinne: Bleiben wir dran bei der Deutschen Post.

Um so mehr, als wir jüngst eine Variablenliste Postwurfspezial einsehen konnten. Darin gibt es sogar einige Daten auf Gebäudeebene, die von der Post Direkt angeboten werden, z.B. Bonität, Gebäudealter, oder welcher Versicherungstyp in einem Gebäude tendenziell vorherrschend ist. Da stellt sich die Frage: Wenn in einem Gebäude nur eine Person lebt, wie kann dies dann KEINE personenbezogene Angabe sein? Wie kann das mit der DSGVO vereinbar sein?

Wenn die Post z.B. auf öffentlich zugänglichen Internet-Immobilienbörsen stöbert bzw. diese systematisch durchsucht, und Ihre Wohnung z.B. online war, bevor sie einzogen, kann die Post theoretisch auf so manches über Sie rückschließen: Ihre ungefähre Miethöhe, Ihren Stil, Ihre Familiengröße (Single- oder Familienwohnung), ob Sie einen Gasanschluss haben etc.

2018-05-16 20:25:38 +0200

500 Unterschriften erreicht

2018-05-04 22:13:08 +0200

100 Unterschriften erreicht

2018-04-11 07:50:21 +0200

50 Unterschriften erreicht

2018-04-05 21:36:45 +0200

25 Unterschriften erreicht

2018-04-04 21:10:10 +0200

10 Unterschriften erreicht