An: Bundesregierung

Megafusionen stoppen - Konzernmacht begrenzen!

Megafusionen stoppen - Konzernmacht begrenzen!

Die Fusion von Bayer und Monsanto ist einer der derzeit laufenden Firmenzusammenschlüsse auf dem Agrarmarkt. Bis zum 22. Januar 2018 prüft die EU-Wettbewerbsbehörde sie. Nach den Fusionen würden nur drei Konzerne über 60 Prozent des weltweiten Saatgutmarktes und rund 70 Prozent des Marktes für Agrarchemikalien herrschen – ein Alptraum für die Zukunft unserer Ernährung! Wir fordern eine Verschärfung des Wettbewerbsrechts:

- Die Bundesregierung möge sich bei der prüfenden EU-Wettbewerbskommission gegen die Fusion von Bayer und Monsanto aussprechen und im Falle eines „OK“ vonseiten der Kommission vor dem Europäischen Gerichtshof klagen;
- keine Fusionskontrolle ohne eine Prüfung der Auswirkungen auf Zulieferer, Menschen- und Arbeitnehmer/innenrechte sowie auf die Umwelt insbesondere im globalen Süden zulassen;
- klare Grenzen für Marktanteile, die einzelne Unternehmen kontrollieren dürfen, setzen;
- endlich eintreten für neue rechtliche Instrumente, um große Konzerne entflechten zu können.

Warum ist das wichtig?

Die EU-Kommission hat im Jahre 2015 bei über 300 Fusionsentscheidungen keinen einzigen Firmenzusammenschluss untersagt. In lediglich 18 Fällen gab es Auflagen für die Unternehmen. In Deutschland stoppt das Bundeskartellamt von rund 1.000 angemeldeten Fusionen pro Jahr weniger als 10. Dabei hat sich seit den 1970er Jahren die Zahl der Fusionsanmeldungen verdoppelt und das Volumen der einzelnen Fusionen deutlich vergrößert. Da die Konzernmacht wächst und die Kartellämter dem nichts entgegenzusetzen haben, fordern wir eine Verschärfung des Wettbewerbsrechts ebenso wie eine Ausweitung der Prüfung auf die ökologischen und sozialen Folgen von Fusionen.

Im Falle von Bayer-Monsanto sollten die Auswirkungen auf Zulieferer, Menschen- und Arbeitnehmer/innenrechte sowie auf die Umwelt insbesondere im globalen Süden geprüft werden. Aber auch hier ist das Wettbewerbsrecht völlig ungenügend: Es macht radikal an den EU-Grenzen halt. Dabei gibt es gerade beim Thema Saatgut und Ernährung eine Mitverantwortung der EU, Hunger und Armut weltweit zu verhindern.

Wir finden, dass die Wettbewerbshüter nicht erst bei 40 Prozent Marktanteil genauer hinschauen dürfen, sondern spätestens ab 20 Prozent besonders prüfen müssen, ob eine Fusion zu untersagen ist. Außerdem muss es möglich sein, zu groß gewordene Konzerne zu entflechten. Über die Größe von Konzernen, ihre Macht und ihren Einfluss muss endlich wieder in der Gesellschaft und in der Politik gesprochen werden. Gerade beim Thema Ernährung darf die Verantwortung für zukünftige Vielfalt nicht ganz wenigen großen Konzernen überlassen werden. Denn...

...diese Agrarkonzerne hätten einen viel zu großen Einfluss auf die Ausgestaltung des Landwirtschafts- und Ernährungssystems. Der Einfluss der großen Chemie- und Saatgutkonzerne auf Regierungen und Parlamente – beispielsweise bei Zulassungsverfahren für Pestizide oder (gentechnisch manipulierte) Pflanzen – ist seit Jahren zu hoch und droht bei weiterer Konzentration noch zuzunehmen.

...die drei Giganten können mit noch mehr Nachdruck Patente auf Saatgut sammeln, verbleibende, kleinere Saatgut-Züchter verdrängen und Preise für Landwirt/innen erhöhen. Damit verringern sie die Saatgutvielfalt, behindern die Ernährungssouveränität der Bäuer*innen und erhöhen den Anbau von Monokulturen mit Umwelt-schädigenden Pestiziden.

... Die Macht der Konzerne im Bereich Saatgut und Pestizide behindert die Erreichung der Nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) – insbesondere das zweite Ziel: „Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern“. Das wäre im globalen Süden, wo das Recht auf Nahrung ohnehin schon bedroht ist, besonders schwerwiegend.

Stattdessen müssen wir dringend Landwirtschaft vielfältiger gestalten, um unser Ernährungssystem widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen. Für Saatgutsouveränität und eine Zukunft der bäuerlichen Landwirtschaft!

Hier gehts zu unserer Broschüre "Fusion von Bayer und Monsanto - über die Ohnmacht des Wettbewerbsrechts": https://www.aktion-agrar.de/streitschrift-konzernmacht/


Ich habe unterzeichnet, weil...

  • Als deutsche Staatsbürgerin möchte ich nichts mit den Machenschaften von Monsanto zu tuen haben und ich würde mich schämen, wenn Bayer mit diesem zerstörerischen Konzern "eine Sache" machen würde.
  • Nicht die Profitgier sollte im Vordergrund stehen sondern das Handeln nach ethischen Werten für Alle!
  • Konzentrierte Macht ist gefährlich - in allen Bereichen!

Neuigkeiten

2018-01-13 21:29:19 +0100

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2017-12-12 19:17:00 +0100

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2017-10-10 10:09:08 +0200

Giganten straucheln – Megafusionierer in Bedrängnis

Das grüne Licht im Frühjahr aus Brüssel für die Gigantenhochzeiten zwischen Dow und Dupont sowie Chemchina und Syngenta zeigte, dass die Fusionskontrolle gefährliche Schwächen hat. Aber jetzt lassen andere Gründe die Megafusionen wackeln – gut zu wissen und ein Grund für die Hoffnung, dass die Auseinandersetzung noch an Tiefe gewinnt.

Hier gehts zum Artikel: https://www.aktion-agrar.de/giganten-straucheln/

2017-10-06 14:32:50 +0200

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2017-10-06 11:54:59 +0200

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2017-10-06 10:54:03 +0200

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