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An: Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel

Nicht mit leeren Händen nach Marrakesch

Nicht mit leeren Händen nach Marrakesch

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

bitte nehmen Sie Ihre Richtlinienkompetenz wahr, werden Sie Ihrem Ruf als Klimakanzlerin gerecht und verhindern Sie, dass sich die Bundesrepublik Deutschland auf der UN - Klimakonferenz COP22 in Marrakesch blamiert.

Es wäre ein äußerst verhängnisvolles Signal, wenn ausgerechnet das europäische Land mit der mächtigsten und stabilsten Volkswirtschaft es nicht schaffen würde, die vor einem Jahr auf der Pariser Klimakonferenz gemachten (nicht zu ehrgeizigen!) Zusagen in einem adäquaten und verbindlichen, nationalen Klimaplan zu untersetzen. Es ist höchste Eile geboten, denn der derzeitige lobbygetriebene Abstimmungskampf zwischen verschiedenen Ministerien und Teilen des Bundestages lässt inzwischen an der Ernsthaftigkeit deutscher Verpflichtungen zweifeln.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Christian Seidel

Warum ist das wichtig?

Ich habe vor einem Jahr am internationalen Pilgerweg für Klimagerechtigkeit nach Paris zur UN-Klimakonferenz teilgenommen. Wie viele Menschen war ich danach glücklich, dass nach zwei von Stillstand und schwierigsten Verhandlungen geprägten Jahrzehnten nunmehr ein Klimaschutzabkommen vereinbart werden konnte, welches die richtigen Ziele fixiert. Allerdings war klar, dass damit zwar ein ehrgeiziger Rahmen gesetzt wurde, der aber noch der realen Füllung bedarf - insbesondere der Umsetzung der von den einzelnen Ländern erklärten klimapolitischen Verpflichtungen. Zunehmend fassungslos nehme ich deshalb die jüngsten Meldungen zur weiterhin offenen Abstimmung zu einem "entschärften" nationalen Klimaplan der Bundesrepublik Deutschland zur Kenntnis. Rekapituliere ich, was sich seit der Vereinbarung des Pariser Klimaschutzabkommens vor einem Jahr in Deutschland bewegt hat, dann war es leider ein Jahr des Stillstands, wenn nicht gar des lobbygetriebenen Rückschritts. Damit sich dieser unsägliche Zustand nicht weiter verfestigt, bedarf es jetzt in Marrakesch vor der Weltöffentlichkeit eines eindeutigen Signals, dass die Bundesrepublik Deutschland zu ihren Verpflichtungen steht - und zwar mit einem ehrgeizigen nationalen Klimaplan, der den Maßstäben des Pariser Klimaschutzabkommens genügt. Anderenfalls ist zu befürchten, dass Deutschland nicht nur klimapolitisch ins Abseits gerät, sondern auch im Wettlauf um die Technologien des 21. Jahrhunderts an Boden verliert.

Neuigkeiten

2016-11-12 00:51:08 +0100

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
ich danke vielmals für die Beteiligung an der Petition. Das unmittelbare Ziel scheint heute erreicht - zu welchem Preis, das wird sich noch im Detail zeigen. Die ersten Meldungen lassen nichts Gutes vermuten: Ein Szenario für den Braunkohlenausstieg ohne Datum bis 2050 ist völlig unter den Tisch gefallen und die Kommission, welche über den Weg dorthin nachdenken sollte, ist dann auch nicht mehr notwendig - logisch, oder? Zumindest ist es nicht mehr strittig, wer für wen hier in die Bresche gesprungen ist: " 'Ich danke Siegmar Gabriel, dass er entschieden das Stopp-Zeichen gesetzt hat', sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Mittwoch zum Votum des SPD-Chefs und Wirtschaftsministers bei einem Spitzengespräch am Vorabend." (Tagesspiegel, 10.11.2016) Dann ist von oben wohl alles gesagt und ohne öffentlichen Druck wird es keine Bewegung geben - also bis demnächst!
Viele Grüße
Christian Seidel

2016-11-10 05:59:04 +0100

50 Unterschriften erreicht

2016-11-10 00:25:50 +0100

Eine Empfehlung: "Before the Flood" - ein Dokumentarfilm zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit von Leonardo DiCaprio (UNO Friedensbotschafter) - Gott sei's gedankt, auch das ist Amerika! Die deutsche Fassung ist u.a. bei Youtube zu sehen (offiziell, nicht von National Geographic Channel geklaut!)
https://www.youtube.com/watch?v=Z1bmXW7gDTg
oder im Original
https://www.youtube.com/watch?v=codqzJ4onGc

Danke für die Unterstützung und herzliche Grüße,
Christian Seidel

2016-11-10 00:23:23 +0100

Es schien, dass die Aktion überflüssig sei, aber ... Die Medien melden, Gabriel habe ein Veto eingelegt, die SPD sagt: Nein, die CDU/CSU Fraktion habe kurzfristig erneuten Beratungsbedarf! Im Tagesspiegel wird der Lausitzer MdB Klaus-Peter Schulze (CDU) zitiert: "Spitzenpolitiker der Union (hätten) durchgesetzt, dass das Verbot für neue Kraftwerke und Tagebaue gestrichen wird. Auch eine Kommission auf Bundesebene zu Klimaschutz und Strukturwandel werde es nicht geben. Laut Schulze hätte die Kommission 'faktisch den Weg für einen Kohleausstieg geebnet'." Hört, hört! Laut Tagesspiegel hatte MP Dietmar Woidke (SPD) in einem Brandbrief vor den Folgen des Klimaschutzplanes gewarnt. „Für die Lausitz seien Investitionen und neue Tagebaue unverzichtbar, um Strukturbrüche zu verhindern und auch die langfristig angelegten Rekultivierungspläne finanziell nicht zu gefährden." Ach so, mit den Gewinnen aus neuen Schäden werden alte kompensiert . Tolle Idee, kommt gleich nach dem Perpetuum mobile!

2016-11-09 06:43:39 +0100

25 Unterschriften erreicht