An: RWE, Bundestag, Land NRW, Stadt Kerpen

Rückbaupause in Manheim-alt

Rückbaupause in Manheim-alt

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Wir fordern RWE auf, Gespräche über eine mögliche Pause bezüglich des Rückbaus in Manheim-alt zu führen, damit wir gemeinsam über die Zukunft dieses Ortes diskutieren können.
Hierzu könnte ein Arbeitskreis aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung gebildet werden. Alternativ (oder zusätzlich) fordert der Rat RWE auf, diese Pause aus eigenen Stücken zu erklären.

Begründung:

Es ist allgemein bekannt, dass der Tagebau Hambach möglicherweise doch nicht so groß sein wird, wie ursprünglich geplant. Dafür sprechen derzeit viele Hinweise, wie der Rodungsstopp im Hambacher Wald, der Konflikt bezüglich des Grundstücks vom BUND zwischen Tagebau und Manheim-alt, sowie die derzeitigen verschiedenen Regierungsbildungsgespräche über einen baldigen Kohleausstieg (Beispiel 7GW von Angela Merkel oder Aussagen der Führungskräfte der SPD z.B. "Klimaziele gehen einher mit Ende der Kohleverstromung." (Martin Schulz)).

Schon Ende 2017 gab es einen Rodungsstopp. Nun teilte die Bezirksregierung Arnsberg mit, dass die Rodungen nun frühestens im Oktober 2018 weitergeführt werden dürfen, damit alle Fragen des Natur- und Artenschutzes gründlich geprüft werden können. Gleichzeitig sei die Versorgung der Braunkohlekraftwerke in den nächsten Monaten gegeben.

Ein weiterer Hinweis in Richtung Klimaschutz kommt auch von RWE selbst, die sich vom Braunkohle-Geschäft in Ungarn zurückgezogen haben (http://www.handelsblatt.com/unternehmen/energie/matra-beteiligung-rwe-steigt-in-ungarn-aus-der-braunkohle-aus/20713362.html).

Manheim-alt selbst dürfte auch bis mindestens 2020 (eher 2022) nicht in Anspruch genommen werden, so dass es keine stichfesten Argumente für den Energiekonzern gibt, sich zu beeilen, es dem Erdboden gleichzumachen — es sei denn, es ginge lediglich darum, Fakten zu schaffen.

Für die Kolpingstadt Kerpen ist der Verlust eines Schatzes wie Manheim-alt, das es seit mindestens 1100 Jahren gibt, mit seiner Kirche, seinen größtenteils noch intakten Gebäude, wie die meisten Häuser und die alte Grundschule, sehr traurig. Es ließe sich alles erklären, wenn wir noch — wie bis vor kurzem — davon ausgingen, dass Manheim tatsächlich dem Tagebau geopfert wird. Doch 2018 stehen wir vor einer anderen, neuen Ausgangslage.

Außerdem gilt das Argument, das am 24.1.2018 diskutiert wird, dass eventuell mehr Gebäude für Flüchtlinge benötigt werden, falls mehr Flüchtlinge kommen sollten, und noch keine fest gebauten Unterkünfte besthen sollten (die nicht vor 2019 kommen würden). Auch für die heimische Bewölkerung mit weniger starken finanziellen Mitteln wäre sicherlich eine Wohnung in einem kleinen Dorf am Rande des Tagebaus vorteilhafter als gar keine Wohnung.

Für viele Bewohner des Rhein-Erft-Kreises ist die Michael-Schumacher-Kartbahn bei Manheim-alt noch ein Thema, das ihnen sehr am Herzen liegt. Sie wünschen sich, dass die Kartbahn bleiben kann - es wurde bisher jedoch noch kein geeignetes Areal als Ersatz gefunden.

Die Initiative "Buirer für Buir" hat schon vor einem Jahr Ideen zur alternativen Entwicklung des noch in Anspruch genommenen Braunkohlegebietes Hambach vorgestellt. Es geht um ein Leuchtturmprojekt, das die Möglichkeit bietet, durch den Verzicht auf weiteren Braunkohleabbau ein begrenzetes Gebiet sozial, politisch, kulturell, ökonomisch und ökologisch neu zu entwickeln. Das Ziel ist, Bestehendes zu erhalten, Neues zu integrieren und neue Revierperspektiven zu schaffen. Dies soll durch die Projekte Solarautobahn, Kartbahn, Hambacher Wald, möglichem Restsee, langwirtschaftliche Nutzung, Wohnbaulandentwicklung, Gewerbeansiedlung und Vernetzung von Naturschutzgebieten geschehen. Dies soll alles miteinander verwoben sein und ein schlüssiges Ganzes ergeben.

Mit dieser Entwicklung könnte Kerpen bei dem vom BWMI gestartetem Wettbewerb für Strukturwandel mitmachen "Manheim im Wandel: Altes erhalten - Neues schaffen".

Aus diesen Gründen und mit diesen Ideen müssen wir das Gespräch mit RWE suchen, um die verschiedenen Möglichkeiten zu diskutieren. Darüber hinaus haben wir viele Optionen, die wir besprechen können, wie z.B. einen Teil-Rückkauf von der Stadt, oder einen direkten Kauf von Objekten an private Leute (ohne Stadt-Beteiligung).

Es kann natürlich auch sein, dass Manheim-alt doch am Ende in Anspruch genommen wird, aber dass lässt sich im Moment überhaupt nicht erkennen.

Wichtig ist für uns, dass erst einmal das bestehen bleibt, was momentan besteht — bis auf Weiteres.

Wir können uns z.B. eine 1 Jährige Pause vorstellen, also bis Ende 2018, was uns Zeit geben würde - alle zusammen - ohne Eile, unsere gemeinsame Zukunft zu planen.

Warum ist das wichtig?

Es ist wichtig, weil wir alle kein Interesse daran haben, dass ein komplettes Dorf mit Kirche und Infrastrukturen (KiTa, Juze, Begegnungszentrum bzw. Schule) komplett vernichtet wird, bevor überhaupt klar ist, dass diese Fläche in Anspruch genommen wird. Für RWE selbst ist es ebenfalls finanziell nicht von Sinn, die Rückbau-Firmen zu beauftragen, ohne sicher zu sein, dass es sich lohnt. Ebenso ist es nicht nötig, Wasser aus Regionen abzupumpen, die möglicherweise gar nicht in Anspruch genommen werden.


Ich habe unterzeichnet, weil...

  • Gestern in den Nachrichten: Der Anstieg der Meeresspiegel verdoppelt sich entgegen der bisherigen Schätzungen. Der Klimawandel beschleunigt sich selbst. Wie lange wollen wir noch so weitermachen? Wir müssen endlich die Kehrtwende hinbekommen. Es ist nicht fünf vor, sondern schon fünf nach zwölf.
  • Ihr solltet noch viel mehr Unterschriften als Ziel haben .... es kann doch nicht sein, dass hier bloß 400 zusammenkommen. Habe das jetzt auf facebook bei mir geteilt.
  • GroKo, wann kommt der Klimaschutz. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Schluss mit dem Kohleabbau.

Neuigkeiten

2018-03-12 14:49:12 +0100

https://sdnetrim.kdvz-frechen.de/rim4770/vorgang/?__=UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZbVDwm1h8Z1h0s8cm8zr0Ig

wir beantragen, dass die Schule und das Jugendzentrum in Manheim-alt bis zu einer neuen Beratung in der Ratssitzung nach den Sommerferien weder geräumt noch rückgebaut werden.

Wir haben leider erst sehr spät erfahren, dass die Schule bereits geräumt werden muß, anderen Personen ist dies bereits seit dem 1. März 2018 bekannt. Aber dieses begründet die Notwendigkeit dieses Eilantrages, damit bis zur Ratssitzung am 24. April 2018 nicht wieder einmal Fakten geschaffen und die Gebäude abgerissen werden.

Wenn die Bundesregierung in Kürze ihre Arbeit aufnehmen wird, stehen auch Fragen der Energiegewinnung auf der Tagesordnung. Welche Entscheidungen dann in Berlin gefällt werden, ist derzeit für niemanden vorhersehbar. Daher sollten die Schule und das Jugendzentrum, die beide eine gute Substanz haben, bis auf weiteres nicht abgerissen werden, denn sie werden aktuell noch immer benötigt.

2018-02-13 10:35:59 +0100

https://www.youtube.com/watch?v=AIj66OZvBPw

2018-01-09 13:29:07 +0100

100 Unterschriften erreicht

2018-01-07 19:52:48 +0100

50 Unterschriften erreicht

2018-01-06 20:41:40 +0100

10 Unterschriften erreicht