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An: Bundesfinanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz

Schluss mit falschen Heiz-Anreizen!

Schluss mit falschen Heiz-Anreizen!

Gebäude verursachen in Deutschland ein Drittel aller Treibhausgasemissionen. Neben energetischer Sanierung ist deshalb auch der Ersatz fossiler Heizstoffe durch erneuerbare Alternativen unerlässlich. Jedoch werden in diesem Bereich kaum Klimaschutzanstrengungen unternommen und auch die gerade vom „Klimakabinett“ beschlossenen Maßnahmen sind absolut unzureichend. So soll der Einbau neuer Ölheizungen noch bis 2025 möglich sein, für neue Gasheizungen ist gar keine Begrenzung vorgesehen. Momentan ist noch nicht einmal ein Ende der staatlichen Förderung für den Einbau fossiler Heizungsanlagen abzusehen. Das sind völlig falsche Heiz-Anreize!

Deswegen fordern wir:
1. Die sofortige Abschaffung der KfW-Förderung für Heizungen, die auf fossilen Brennstoffen basieren. Auch bei hybriden Systemen sollte nur der erneuerbare Teil gefördert werden. Die Finanzmittel der abgeschafften Förderung müssen für die Förderung erneuerbarer Alternativen umgewidmet werden.
2. Das Verbot des Einbaus neuer Ölheizungen ab 2020.
3. Das Verbot des Einbaus neuer Gasheizungen ab 2025.
4. Maßnahmen zum Vorantreiben der energetischen Sanierung, wobei die Nutzung nachhaltiger Dämmstoffe besonders gefördert werden muss.

Warum ist das wichtig?

Deutschlands Klimaziel bis 2030 ist eine Reduktion um 55 % der Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 [1], was bei Weitem nicht ambitioniert genug ist, um einen fairen Beitrag zur Einhaltung des Pariser Klimaabkommens zu leisten [2]. Das am 20.09.2019 vom Klimakabinett veröffentlichte „Klimaschutzprogramm 2030“ [3] ist jedoch selbst für die Einhaltung dieses Ziels völlig unzureichend.
Während auch in den Bereichen Verkehr und Stromversorgung dringend Nachbesserungen erforderlich sind, muss der Gebäudesektor deutlich mehr Beachtung in der öffentlichen Debatte bekommen: Obwohl er in Deutschland für rund ein Drittel der Emissionen verantwortlich ist [4] und großes Einsparpotenzial aufweist, fehlen wirksame Klimaschutzmaßnahmen bislang.
Der vorliegende Kabinettsbeschluss sieht vor, den Einbau neuer Ölheizungen noch bis 2025 zu erlauben. Für Erdgasheizungen ist gar keine Begrenzung vorgesehen, obwohl auch diese auf fossilen Ressourcen basieren und damit nicht nur Wohnungen, sondern auch unser Klima aufheizen. Zudem entweicht an vielen Stellen der Gaslieferkette Methan in die Atmosphäre, dessen Treibhauswirkung auf die lange Sicht 34-mal, kurzfristig sogar 84-mal so stark ist wie die von CO2 [5]. Dadurch verursachen Gasheizungen noch bis zu 40 % höhere Emissionen als Ölheizungen [6]. Zu allem Übel wird der Einbau zukunftszerstörender fossiler Heizungen aktuell sogar noch staatlich gefördert [7].
Selbst zu den unambitionierten Zielen der Bundesregierung gehört, den Gebäudebestand bis 2050 „nahezu klimaneutral“ zu machen [4]. Mit den vorgelegten Maßnahmen ist nicht einmal dieses Ziel zu erreichen, stattdessen wird die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen für weitere Jahrzehnte gefestigt.
Aus diesen Gründen müssen die geplanten Maßnahmen im Gebäudebereich dringend umfassend überarbeitet werden!
Es gibt zahlreiche Alternativen zu fossilen Heizungsanlagen, etwa Solarthermieanlagen, Wärmepumpen oder Heizen mit Biomasse, dabei muss für jeden Einzelfall die sinnvollste Lösung gesucht werden. Da die nachhaltigste Energie jedoch immer die ist, die gar nicht verbraucht wird, fordern wir zudem Maßnahmen zum Vorantreiben der energetischen Sanierung, wobei die Nutzung nachhaltiger Dämmstoffe besonders gefördert werden muss.

Quellen:
[1] Der Klimaschutzplan 2050 (https://www.bmu.de/themen/klima-energie/klimaschutz/nationale-klimapolitik/klimaschutzplan-2050/).
[2] Wie viel CO2 kann Deutschland noch ausstoßen? (https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/wie-viel-co2-kann-deutschland-noch-ausstossen/).
[3] Eckpunkte für das Klimaschutzprogramm 2030 (https://www.bundesregierung.de/resource/blob/997532/1673502/768b67ba939c098c994b71c0b7d6e636/2019-09-20-klimaschutzprogramm-data.pdf?download=1).
[4] Energieeffizienzstrategie Gebäude (https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Energie/energieeffizienzstrategie-gebaeude.pdf?__blob=publicationFile&v=25), S. 5.
[5] Fünfter Sachstandsbericht des IPCC, Arbeitsgruppe 1, Kapitel 8 (https://www.ipcc.ch/report/ar5/wg1/).
[6] Erdgas leistet keinen Beitrag zum Klimaschutz (http://energywatchgroup.org/erdgas-leistet-keinen-beitrag-zum-klimaschutz).
[7] Heizungsanlagen – Ihre Finanzierungsmöglichkeiten (https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestandsimmobilie/Energieeffizient-Sanieren/Heizungsanlagen/).


Ich habe unterzeichnet, weil...

  • Bin selbst Bauphysiker, der sich u.a. mit Energieberatung befaßt. Es sind ausreichend marktreife Alternativen zu fossil betriebenen heizungen verfügbar. Aus meiner Sicht sind fossile Brennstoffen allenfalls noch in Verbindung mit Kraft-Wärme-Kopplung vertretbar.
  • Hallo liebe MitunterzeichnerInnen, wie wir alle sehen kommen wir nicht zum Ziel diesen Globus zu retten, weil hier Kräfte über unseren Willen hinweg entscheiden! Mit Petitionen und Protesten kommen wir kaum (besser keinen Deut) ... Weiteres zu den Themen erfahrt Ihr bei Human Connection* wenn Ihr Jens Nagel eingebt. * ErklärungsWebSide: https://human-connection.org Kostenloses und quelloffenes soziales Netzwerk für aktives Bürgertum. Menschliche Verbindung / Menschliche Verbindung
  • Wer heute noch auf Ölheizungen setzt, lebt noch immer in der Dampflok Zeit

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2019-10-15 15:11:20 +0200

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