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An: Ordensoberenkonferenz, deutsche Bischofskonferenz und Justizministerin Christine Lambrecht

Sexualisierte Gewalt in der katholischen Kirche: So billig dürfen sie nicht davon kommen!

Sexualisierte Gewalt in der katholischen Kirche: So billig dürfen sie nicht davon kommen!

Sie haben Unterstützung verdient!

In Einrichtungen der katholischen Kirchen haben viele tausend Menschen sexualisierte Gewalt erfahren. Bis heute werden die Betroffenen mit ihrem Leid allein gelassen und es gibt keine würdigen Entschädigungen.

Jetzt endlich beraten die Ordensgemeinschaften über Zahlung von „Anerkennungsleistungen“. Die Betroffenen werden von diesen Verhandlungen ausgeschlossen. Wir wollen den Verantwortlichen der Kirchen und katholischen Orden klar machen, dass sie nicht mit einem Taschengeld davon kommen können. Die Folgen der Verbrechen wirken bis heute.

Wir fordern: Die katholische Kirche muss endlich die Taten aufarbeiten und die Betroffenen angemessen entschädigen.

Warum ist das wichtig?

„Meine Ohnmacht, mich nicht wehren zu können, wird enden. Mein Ruf nach Gerechtigkeit wird gehört.“ - Godehard (69) war lange Jahre sexueller Gewalt im Internat des Pallotiner Ordens ausgesetzt.

Die Entscheidung fällt in den nächsten Wochen: Aktuell berät die deutsche Ordensoberenkonferenz hinter verschlossenen Türen über die Zahlung von „Anerkennungsleistungen“. Darum wollen wir Druck aufbauen, damit die Forderungen der Betroffenen (wir haben sie unten nochmal angehängt) erfüllt werden.

Aus unserem erfolgreichen Ringen um einen Gedenkort am katholischen Gymnasium Johanneum in Homburg/ Saar 2018 (gedenkort.net) wissen wir, dass gemeinsames Handeln viel verändern kann. Doch diesmal brauchen wir viel breitere Unterstützung.

Bitte unterzeichnen Sie diese Petition und unterstützen Sie die Betroffenen, damit sie endlich erhört werden.

Die Betroffenen fordern: (aus der PE des Vereins MOJORED vom 31.8.2020)

1.
Alle Aktenbestände der Ordensgemeinschaften müssen gesichert und einer staatlich eingesetzten Kommission („Wahrheitskommission“) zur Verfügung gestellt werden, wo und wann immer es seit 1945 einen Verdacht auf sexuellen Missbrauch durch Angehörige dieser Gemeinschaften gibt.

2.
Die Orden müssen sich bereit erklären, an der Aufklärung und Aufarbeitung der Missbrauchsfälle aktiv mitzuwirken, andernfalls sie ihre Privilegien (z.B. den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts) gefährden.

3.
Beim Missbrauch durch Geistliche darf nicht unterschieden werden, ob der Täter
Diözesanpriester oder ein Ordensangehöriger war. Die Deutsche Bischofskonferenz muss sich in der Pflicht sehen, trotz aller kirchenrechtlicher Trennung zwischen Orden und Bistümern die Missbrauchsopfer gleich zu behandeln.

4.
Die Mitwirkung Betroffener an den sie angehenden Entscheidungen muss zur Selbstverständlichkeit werden.

5.
Die von der DOK in die Gremien des Synodalen Weges entsandten Ordensangehörigen sollen dort die öffentlich verkündeten Bereitschaften der Orden offensiv vertreten und sich für die Interessen der Betroffenen einsetzen.

6.
Auch in der Entschädigungsfrage sind die Opfer aus Bistümern und Orden gleich zu behandeln. Der Verweis auf verarmte Ordensgemeinschaften darf nicht zur
Ungleichbehandlung führen.

7.
Eine angemessene Entschädigung hat sich zu orientieren an den Empfehlungen, die im Mai 19 von Experten/innen im Auftrag und für die Bischofskonferenz vorgelegt wurden.

**Wir haben Betroffene gefragt, was eine angemessene Entschädigungszahlung für sie bedeuten würde:**

„Für mich würde es Existenzdruck verringern, ohne in erniedrigenden Verfahren mit bürokratischen Hürden als Bittsteller erneut die Seele entblößen zu müssen. Da wäre schon viel getan.“ Robert (55), war Schüler als am Johanneum / Homburg / Saar sexuellen Übergriffen und psychischer Gewalt ausgesetzt.

„Es würde für mich bedeuten, dass ich mir für meine immer noch andauernde Aufarbeitung mehr Zeit nehmen könnte, auch eine stationäre Traumatherapie ohne Sorgen finanzieren könnte, es wäre ein Stück heilsam.“

„Für mich wäre es ein Schmerzensgeld: Ich habe häufige, lang anhaltende Migränen (ein Sechstel meiner Lebenszeit verbringe ich mit starken Schmerzen), die auch meine Leistungsfähigkeit einschränken.“ Astrid (55), als Kommunionskind vom Gemeindepfarrer missbraucht und vergewaltigt.

„Ich hatte in der Zeit der irrsinnigsten Auseinandersetzungen mit dem Orden einen Herzinfarkt. Auch dafür würde es eine Versuch der Entschädigung sein.“ - Christian, war als Schüler am Johanneum / Homburg in Schule und Internat sexuellen Übergriffen und psychischer Gewalt ausgesetzt.

„Meine Ohnmacht, mich nicht wehren zu können, wird enden. Mein Ruf nach Gerechtigkeit wird gehört.“ - Godehard (69) – lange Jahre sexueller Gewalt im Internat des Pallotiner Ordens ausgesetzt.

„Ich könnte den riesigen Aufwand, den ich zeitlich, materiell, intellektuell, emotional, kräftemäßig zu dem Thema leiste, als positiven Bestandteil meines Lebens integrieren, statt den Lebensabend als mit Aktivitäten angefüllt zu erleben, welche letztlich durch Verbrechen erzwungen sind.“ Karl (69) – wurde als Schüler über 4 Jahre im Collegium Josephinum in Bonn missbraucht und vergewaltigt.

„Für mich wäre es eine "Entschädigung" für meine Kinder. Denn die waren klein, als mich die posttraumatische Klatsche erwischt hat; ausgelöst durch das Leugnen der Kirche, als ich 2005 endlich die Übergriffe meldete. Ich war ein Jahr lang völlig am Boden, abgemagert, schlaflos, verzweifelt, mit Selbstmord-Gedanken; meine Kinder waren da zwei und vier Jahre alt. Ein Alter, in dem man verlässliche und stabile Eltern braucht. Zudem ging noch die Ehe in die Brüche.“

--

https://gedenkort.net

http://www.tagesschau.de/inland/missbrauch-katholische-orden-101.html

http://taz.de/Missbrauch-in-der-katholischen-Kirche/!5704545/

https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/dossiers_2019/2019-09-24_Anerkennung-Empfehlungen-Unabhaengige_Arbeitsgruppe_10.09.2019-final.pdf

https://www.eckiger-tisch.de/wp-content/uploads/2020/08/2020-08-26_ECKIGER-TISCH_Pressemitteilung.pdf

https://www.eckiger-tisch.de/2020/02/27/analyse-der-bilanzen-der-deutschen-bistuemer-sie-koennten-wenn-sie-wollten/

http://initiative-ehemaliger-johanneum-homburg.de/?p=194

https://www.missbrauchsopfer-josephinum-redemptoristen.de/

https://www.domradio.de/themen/sexueller-missbrauch/2020-08-28/der-bericht-trieft-vor-selbstmitleid-deutliche-kritik-von-betroffenen-nach-missbrauchs-befragung-der


Ich habe unterzeichnet, weil...

  • ... ich weder als Christin, noch Katholikin, noch als Frau, noch als Mensch wegsehen darf.
  • weil die Kirchen als Gralshüter der Religion sich nicht moralisch oder ethisch vergehen sollten.
  • Ich bin schon als Kleinkind in unterschiedlichen Heime untergebrachte worden. Am schlimmsten war aber Lippstadt das St. Hedwig Heim. Dort wurde ich geschlagen , gekniffen in heißen Badewasser gesteckt, in Intimbereich misshandelt . In der Heimschule haben uns die Lehrer Misshandelt. Die haben mir mein Leben versaut was sich auch auf mein Leben auswirkte. Sowas nennt sich Kirche ????

Neuigkeiten

2020-09-10 13:25:18 +0200

1,000 Unterschriften erreicht

2020-09-08 11:19:27 +0200

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