An: Mitglieder des Sächsischen Landtages

Für echte Inklusion in Sächsischen Schulen!

Für echte Inklusion in Sächsischen Schulen!

Sehr geehrte Damen und Herren,
bitte stoppen Sie die Novellierung dieses Sächsischen Schulgesetzes in der jetzigen Form!

Schaffen Sie die gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Umsetzung der UN- Kinderrechtskonvention und der UN-Behindertenrechtskonvention!

Initiieren Sie eine Bildungsoffensive: Inklusion ist der Schlüssel für individuelles Lernen!

Warum ist das wichtig?

Wir befinden uns im Moment im Gesetzgebungsverfahren zur Novellierung des Sächsischen Schulgesetzes. Im derzeit stattfindenden Bürgerdialog stößt auch das Thema „Inklusion“*, die Voraussetzung für die Umsetzung beider UN-Konventionen, auf großes Interesse. Leider spiegelt der zur Diskussion stehende Entwurf dieses Interesse unserer Ansicht nach überhaupt nicht wider.

Wir Bürger haben in den nächsten Monaten die Chance, die gesetzlich Grundlagen dafür zu schaffen, dass zukünftig Inklusion in den Schulen gelingen kann.

Der Entwurf des sächsischen Schulgesetzes basiert weiterhin auf Ausgrenzung und Absonderung, auf der Normierung von Individuen.

Ein Merkmal des gesamtgesellschaftlichen Wandels der letzten Jahre ist die zunehmende Individualisierung unseres Lebens. Jeder Mensch hat immer vielfältigere Möglichkeiten, sein Leben nach seinen Bedürfnissen zu gestalten. Wir sind nun einmal alle ANDERS.

Warum ist das wichtig?
Leben ist Lernen! Individuelle Lebens- und Lernprozesse gestalten zu Können, ist Inklusion! Jeder junge Mensch muss die Chance erhalten, SEIN Potenzial FREI entfalten zu können!

An welcher Stelle des Entwurfs werden die Bedürfnisse des jeweiligen jungen Menschen berücksichtigt?

Der Grund, warum die gesamtgesellschaftlichen Veränderungen im Großen und Ganzen in Schulen nicht die notwendigen Prozesse auslösen, sind die Denkmuster der starren gesetzlichen Vorgaben aus den Anfängen des Industriezeitalters. Unsere Gesellschaft entwickelt sich permanent und es ist Konsens, dass wir das Industriezeitalter fast hinter uns gelassen haben.

In Ihrer Funktion als Mitglied des Landtages haben Sie im frühkindlichen Bereich (Kindergrippe/Kindergarten/Hort) in den letzten 10 Jahren die gesetzl. Vorgaben für inklusive Lebens- und Lernprozesse definiert und beschlossen. Dafür sind wir Ihnen sehr dankbar!

Es ist aus unserer Sicht dringend geboten, dass sich ein wirklich NEUES Schulgesetz an den Vorgaben aus dem frühkindlichen Bereich orientiert. Ein Bruch im 6. Lebensjahr eines Menschen ist keine Notwendigkeit und offensichtlich eine nicht förderliche Hürde!

Sollte der vorliegende Entwurf durch die Mitglieder des Sächsischen Landtages im November 2016 zum Gesetz erhoben werden, wird die Umsetzung beider UN-Konventionen weiter verhindert. Viel schwerer wiegt jedoch, dass wir das Potential unserer jungen Menschen vergeben.

Das Festhalten an längst unhaltbar gewordenen Zuständen ist menschlich, hat jedoch notwendige Entwicklungen niemals aufgehalten, sondern nur verzögert. Haben Sie Mut und denken Sie NEU!

Mit freundlichen Grüßen
Team „Das Kinderrechtebüro/Sa.“

*Inklusion ist keine spezielle Form von Integration und hat nichts mit dem besonderen Umgang mit einer Menschengruppe zu tun.

Wie die Unterschriften übergeben werden

An die Mitglieder des Sächsischen Landtages


Ich habe unterzeichnet, weil...

  • Weil ich aus meiner eigenen persönlichen Erfahrung weiß wie schwierig Inklusion ist und das soll meinem und anderen Kinder mal nicht so schwer fallen.
  • Inklusion ist einfach: eine Pädagogik inklusive aller Kinder! Was im Schulgesetzt angestrebt und umgesetzt werden soll, ignoriert und macht vieles kaputt, was Vorschuleinrichtungen bereits leben. Es ist enttäuschend, welche Chance hier vorbeigewinkt wird, indem man das Verständnis von Inklusion einfach uminterpretiert.
  • Es wird Zeit, dass sich Sachsen am hier und jetzt orientiert und nicht das ewig gestrige weiterstrickt. Inklusion jetzt!