An: Chefredaktionen aller deutschen Medienhäuser

Stoppt die Verharmlosung von sexualisierter Gewalt!

Stoppt die Verharmlosung von sexualisierter Gewalt!

Zahlreiche Medien bezeichneten die Vorwürfe gegen den Filmproduzent Harvey Weinstein, der Frauen seit Jahrzehnten sexuell belästigt und missbraucht haben soll, als “Sexskandal”.

Wer "Sexskandal" schreibt und Vergewaltigung, Missbrauch oder sexuelle Belästigung meint, schafft ein Klima, in dem die Täter verharmlost und die Gewalterfahrung der Opfer missachtet wird.

Deshalb fordern wir allen Medienschaffenden auf: Nennt die Dinge beim Namen! Hört auf sexualisierte Gewalt zu verharmlosen, zu relativieren, lächerlich und damit unsichtbar zu machen. Macht euren Job und berichtet genau. Denn Sexismus geht uns alle an, #youtoo.

Warum ist das wichtig?

Liebe Medienschaffende,

Harvey Weinstein ist kein mutmaßlicher "Sex-Täter". Er ist ein mutmaßlicher Vergewaltiger. Ein reicher, weißer Mann, der seine Macht ausgenutzt hat, um Frauen zu manipulieren, ihr Vertrauen und ihre beruflichen Ambitionen zu missbrauchen. Hier geht es um Unterdrückung und Gewalt, nicht um einen "Sexskandal". Es wird Zeit, dass Ihr die Dinge beim Namen nennt und sagt, wie es ist.

Dann wärt Ihr auch nicht so überrascht davon, dass gerade unzählige Menschen unter dem Schlagwort #metoo in den sozialen Medien über ihre sexuellen Gewalterfahrungen berichten. Denn der Fall Harvey Weinstein ist kein Einzelfall. Doch nur wenn die Betroffenen selbst den Mut aufbringen und laut werden, werden Ihre Stimmen gehört. Und das, obwohl die Zahlen dazu schon lange bekannt sind.

Denn Menschen wie Harvey Weinstein sind umgeben von Menschen, die schweigen. Von Medienschaffenden, die ungenau berichten, verharmlosen, relativieren und damit die Gewalt hinter den Taten unsichtbar machen.

Sexismus bekämpft sich nicht von allein - tragt endlich euren Teil dazu bei und berichtet angemessen.


Ich habe unterzeichnet, weil...

  • Ich musste in meinem Leben viele Frauen auffangen, die Opfer sexualisierter Gewalt wurden und habe mir Vertrauen erst hart erkämpfen müssen. In meinem Alltag erfahre ich oft Situationen, in denen ich mich auch als Mann von der Gesellschaft alleingelassen fühle, wenn meine starke Meinung gegen sexualisierte Gewalt als "übertrieben" wahrgenommen wird. Absolute Selbstbestimmung über die eigene Sexualität muss zur Normalität werden.
  • Mädchen und Frauen sind keine Ware, sondern emfindende Lebewesen. Kein Lebewesen darf zur "Sache" gemacht werden. Das gilt für mich für ALLE Wesen.
  • Ich habe unterzeichnet, weil ich die Unterscheidung zwischen Sex und Gewalt in den Auseinandersetzungen mit sexualisierter Gewalt vermisse. Sexualisierte Gewalt hat mit Sex nicht mehr zu tun als eine Ohrfeige mit streicheln. Außerdem klingt Sexskandal so als wären die Frauen freiwillig beteiligt gewesen und als gäbe es Unklarheiten über die ethische Bewertung Weinsteins Verhaltens.

Neuigkeiten

2017-10-19 17:40:12 +0200

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2017-10-18 17:48:34 +0200

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2017-10-18 17:08:42 +0200

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2017-10-18 16:50:24 +0200

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2017-10-18 16:37:49 +0200

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