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An: Landesdirektion Sachsen, Niederlassung Leipzig

Stoppt Kiesabbau in der Region Belgern

Wir fordern das der Kiesabbau in der Elbaue bei Liebersee und Ammelgoßwitz gestoppt bzw. gar nicht erst genehmigt wird im Interesse der Anwohner und der Natur.

Warum ist das wichtig?

Die Hülskens Liebersee Gmbh & Co.KG beabsichtigt in der Gemarkung Liebersee Flur 1; 3 und 7 den Abbau von Kies. Es handelt sich um ca. 300 ha in der Elbaue Liebersee/ Ammelgoßwitz.
Ein Antragsverfahren ist in Arbeit.
Der hohe Bedarf an qualitativ hochwertigem Kies im Bauwesen deutschland- und europaweit sind die von der Firma Hülskens angeführten Gründe, die die Erschließung eines neuen Abbaugebiets in Liebersee und Ammelgoßwitz unabdingbar machen sollen. Dieser Argumentation widersprechen wir, da Kies auf den Märkten momentan eher im Überfluss zur Verfügung steht, was man auch gut daran sehen kann dass die Kiespreise stark gefallen sind Dadurch wird deutlich, dass der geplante Kiesabbau eher wirtschaftlich motiviert und derzeit nicht von gesellschaften Interesse ist. Die Firma Hülskens betreibt schon fast 30 Jahre den Kiesabbau Dröschkau – Plotha bis nach Staritz. In dieser Zeit mussten die Anwohner auch Nachteile in Kauf nehmen, so sind Lärmbelästigungen unumgänglich und alltäglich.
Eine Vorbelastung des auenökologischen Landschaftsraumes mit anderen Tagebauten in der Region ist gegeben.
Es gibt eine regionale Konzentration und somit Großflächigkeit des Kiesabbaus in der Elbauenregion, beidseits der Elbe, v.a. im südöstlichen Teil des Landkreises Torgau:
Insgesamt entsteht mit Liebersee 1 und 2 (ca. 160 Hektar), dem geplanten Abbau im Elbbogen bei Ammelgoßwitz (ca. 300 Hektar) sowie elbaufwärts in Brandenburg bei Mühlberg (ca. 500 ha) teine Abbaufläche von annähernd 1000 Hektar.
Folglich ergibt sich aufgrund der räumlichen Nähe der Abbaugebiete durch die sich formierende und akkumulierende, immense Feinstaubbelastung eine hoch gesundheitsgefährdende Situation für Mensch und Tier.
Dadurch ist dieses als Überflutungsretentionsgebiet unersetzbare Auenökosystem mit seiner hohen Wasserrückhaltekapazität und daher für die umliegenden Gemeinden essentiellen Pufferfunktion bereits massiv geschädigt.
Erhebliche Grundwasserabsenkungen bedingt durch die letzten Trockenjahre und die an das geplante Kiesabbaugebiet angrenzenden schon existierenden Kiestagebauten zeigen schon jetzt erheblich negative Auswirkungen auf wertvolle Gewässerbiotope rund um Liebersee und Ammelgoßwitz. Beispielsweisen führen das Teichhabitat Kolkloch schon seit Jahren durchgängig einen Niedrigwasserstand.
Die Auenbiotope der FFH-Schutzgebiete und des Vogelschutzgebiets, die an Liebersee angrenzen sowie das geschütze Biotop „Treblitzscher Park“ mit seiner besonderen Vielzahl an Baumarten werden daher durch die Grundwasserabsenkung und die Wasserzuflüsse stark negativ beeinträchtigt oder sogar vollständig zerstört. Beispiele dieser Auswirkungen sieht man keine 5 Kilometer von Liebersee im brandenburgischen in der Region Mühlberg. Hier sind auch Austrocknungen von Biotopen und Wassertümpeln die Folge. Einige im potentiellen Kiesabbaugebiet erfassten Tiergruppen, insbesondere die Amphibienarten (Gras- Teich- See- und Grünfrosch und Teichmolch), darüber hinaus Gewässer assoziierte Vögel, vor allem Rast-und nahrungssuchende Zugvogelarten (Trauerseeschwalbe, Wachtelkönig, Kiebitz, Schafstelze, Seeadler, Weißstorch, Schwarzmilan) darunter auch seltene Limikolenarten (Strand- und Kampfläufer) werden somit auf längere Sicht entweder aussterben oder völlig aus der Region verschwinden.
Grundsätzlich könnte sich das Gebiet bei langfristig naturnaher extensiverer Nutzung zum Habitat für gefährdete Amphibien wie Laubfrosch, Knoblauch- und Rotbauchunke entwickeln.
Es wäre denkbar für diese Rote-Liste Arten, im Falle einer Verhinderung des Kiesabbauvorhabens, auf Ehrenamtsbasis in enger Zusammenarbeit mit dem Naturschutz, Artenschutzmaßnahmen in den Gewässerbereichen durchzuführen um diese zu gezielt zu fördern.
Sollte das Abbauvorhaben nicht gestoppt werden können hätte dies unvorhersehbare Folgen für den Fortbestand regionaler Biodiversität sowie das gesamte Auenökosystem der Elbe haben und damit auch für die darin lebenden Menschen.
In der Bevölkerung, die Nahe an der geplanten Abbaufläche „Ammelgoßwitz“ beheimatet ist entwickeln sich überdies erhebliche Bedenken und Zweifel an der Raumverträglichkeit aufgrund von Lärm- und Staubemmisionen. Durch die drastische erhöhte Staub- und Lärmbelastung sowie kontinuierliche stattfinde Bodenvibrationen kommt es zu einem drastischen Verlust an Lebensqualität in den Ortschaften, die an die Abbauregion angrenzen.
Überdies wird die Bausubstanz von Gebäuden und Straßen im Nahen Umfeld der Abbaustelle stark geschädigt. Die Siedlungen Liebersee, Treblitzsch und Ammelgoßwitz stehen teilweise mit ihren Dreiseitenhöfen in der Elbaue, der Wertverfall der Gebäude wäre erheblich.
Mit der Zerstörung der Elbaue wäre insgesamt ein Wertverfall der gesamten Region Belgern vorprogrammiert. Die bisherige Zuwanderung von jungen Menschen nach Liebersee und Ammelgoßwitz würde ausgehebelt und die Dörfer verwaisen.
Die gesamte Abbaufläche besteht aus sehr hochwertigen Böden ist was sie zu einem Vorzugsstandort für den Ackerbau macht und somit zu einer regional sehr bedeutsamen und unverzichtbaren Produktions- und damit Lebensgrundlage vieler Landwirte. Die Landwirtschaftliche Nutzung der Flächen sichert mehreren Familien den Lebensunterhalt. Mit der Zerstörung einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 130 ha werden mehrere Vollerwerbsstellen ihrer Existenz entzogen
Zusätzlich dazu lag bis ca. 1993 ein Bereich der geplanten Abbaufläche im Wasserschutzgebiet (derzeitiger Status muss geprüft werden). Dies verdeutlicht, dass durch die Erweiterung des Kieswerks auch ein wichtiger, Unterbodensubstrat bedingter Trinkwasserfilter verloren würde.
Abschließende Anmerkung zum Hochwasserschutz:
In den Jahren 2002 und 2013 waren auch die anliegenden Ortschaften stark vom Hochwasser betroffen. Hier zeigte sich, dass bei geschlossenen Sielen das Rückstauwasser sich den Weg über die Felder in die angrenzenden Dörfer sucht. Diese gesamte Fläche muß als Hochwasserpolter für die Sicherheit bleiben.


Ich habe unterzeichnet, weil...

  • Einwohner aus Ammelgosswitz
  • Wohnort liegt direkt neben dem Vorhaben
  • ich wohne in Staritz an der B182

Neuigkeiten

2020-02-12 17:05:35 +0100

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2020-02-10 20:08:10 +0100

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