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An: Universitäten, Bundes- und Landesregierungen

Verantwortungsbewusste Rückkehr zur Präsenzlehre. Studierenden eine Perspektive geben

Verantwortungsbewusste Rückkehr zur Präsenzlehre. Studierenden eine Perspektive geben

Wir fordern daher die Universitäten auf, bei der Planung des kommenden Sommersemesters 2021 folgende Aspekte zentral zu berücksichtigen:

• Online-Lehrangebote für Studierende, die einer Risikogruppe zugeordnet werden können.
• Präsenzveranstaltungen für Standardmodule aus dem Bereich des Grundstudiums ermöglichen ohne strenge Fixierung auf das formale Studiensemester der Teilnehmenden.
• Schnelltest für Teilnehmer an Präsenzübungen und -veranstaltungen.
• Präsenzveranstaltungen für alle Studierenden planen und auf Durchführbarkeit rollierend überprüfen.
• Studierenden eine Perspektive geben, wie der Studienalltag mit Corona gestaltet werden kann.

Warum ist das wichtig?

Das soziale Miteinander löst sich im Onlinestudienalltag immer weiter auf. Der Geist universitärer Bildung, der Austausch mit anderen Studierenden auch über den eigenen fachgebundenen Horizont hinaus, geht verloren. Das Studieren im reinen dauerhaften Onlinemodus schadet nicht nur dem wissenschaftlichen Bildungsbestreben der Universität.

Insbesondere ist zu beobachten: Isolation, Einsamkeit, Unsicherheit und Orientierungslosigkeit sind psychosoziale Folgen, die besonders Studienanfänger treffen als auch Studierende, deren sozialer Lebensmittelpunkt der universitäre Raum war. Die damit verbundenen Unwägbarkeiten sind nach einem Jahr durchgängigem Ausnahmezustand insbesondere mit fehlender Perspektive auf Besserung eine sehr große Belastung. Dies auszublenden und im Sinne von „man kann auch so in Kontakt bleiben“ wegzuwischen, ist ein unverantwortlicher Umgang mit Studierenden an der Belastungsgrenze.

Mit Blick auf den Gesundheitsschutz gilt es ein kluges Risikomanagement zu leisten. Das betrifft sowohl das Infektionsgeschehen als auch die Kollateralschäden durch ergriffene Maßnahmen. Hier gilt es eine Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen zu wahren. Das Infektionsrisiko und das damit verbundene Erkrankungsrisiko auszublenden, wäre grob fahrlässig. Andere akut vorliegende Belastungen der betroffenen Personen zu ignorieren, wäre aber ebenso unverantwortlich. Diese Pole miteinander und gegeneinander abzuwägen, ist nicht leicht. Entscheidungstragenden Personen gebührt Respekt und Anerkennung für schwer zu treffende Abwägungen. Ebenso müssen aber auch Kritik und Alternativen ihren Raum haben.

Eine Universität ist logistisch anders zu bewerten als Schulen oder Kitas. Das wirkt sich auf die Planung von Hygienekonzepten und damit auf Öffnungsmöglichkeiten aus. Schwierig ist einerseits eine recht große Zahl an Einzelpersonen. Günstig ist dagegen die Verteilung auf mehrere an sich selbst großräumige Standorte. Eine Priorisierung in der Reihenfolge von Teilöffnungen kann hilfreich sein und ist nachvollziehbar zu gestalten. So kann Komplexität in der Planung reduziert werden.

Gerade Sommermonate bieten gute Öffnungsmöglichkeiten zu Teilpräsenzlehre unter Beachtung von Standardhygieneregeln. Die Universität ist eine Institution mit gesamtgesellschaftlicher Verantwortung. Sie ist ein Raum des sozialen Lebens und eine in die Gesellschaft integrierende Instanz. Ein unbegrenzter Dauerlockdown ist kein Risikomanagement, sondern Realitätsverweigerung. Harte Maßnahmen können nur temporär begrenzt durchgehalten werden. Das Virus wird nicht einfach verschwinden. Es braucht ein langfristige Strategie, um ein Leben trotz Virus zu gestalten.

Neuigkeiten

2021-04-07 23:25:47 +0200

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2021-02-25 18:15:07 +0100

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2021-02-21 17:40:27 +0100

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