An: den Bundespräsidenten, den Bundestag und die Bundesregierung

Völkermord ist Völkermord! Entschuldigung jetzt!

Völkermord ist Völkermord! Entschuldigung jetzt!

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Wir fordern den Bundespräsidenten, den Bundestag und die Bundesregierung auf:

- den Völkermord an den OvaHerero und Nama, der schon immer als solcher hätte gelten müssen, offiziell anzuerkennen;

- die Nachfahren der Genozidopfer förmlich um Entschuldigung zu bitten;

- sich für die Identifizierung und Rückgabe aller nach Deutschland verschleppten Gebeine von Menschen aus Namibia und anderen ehemaligen Kolonien einzusetzen;

- sich zu einem bedingungslosen und offenen Dialog über Versöhnungsmaßnahmen mit den Nachfahren der Genozidopfer und mit der namibischen Regierung bereit zu erklären.

Warum ist das wichtig?

Abgeordnete aller Fraktionen des Deutschen Bundestages haben am 2.Juni 2016 nun den Genozid der Jungtürken an Armenierinnen und Armeniern in einer Resolution als solchen anerkannt und an das historische Verantwortungsbewusstsein der Türkei appelliert. Wer jedoch Verbrechen anderer verurteilt, darf zu den Verbrechen der eigenen Nationalgeschichte nicht schweigen. Trotz Verhandlungen mit der namibischen Regierung, steht eine Bitte um Entschuldigung für den Völkermord an den OvaHerero und Nama, um Versöhnung ernsthaft zu verfolgen, aus. Sogar Bundestagspräsident Norbert Lammert beklagte am 12.06.2016 das immer noch fehlende Ausbleiben einer offiziellen Anerkennung durch den Deutschen Bundestags als „peinlich“.

Durch langjährigen zivilgesellschaftlichen und politischen Druck aus Namibia und Deutschland bewertete die Bundesregierung erstmals im Juli 2015 die Verbrechen als Völkermord. Doch statt einer offiziellen Bitte um Entschuldigung durch den Bundestag, die Bundesregierung oder den Bundespräsidenten folgte erneut die Ablehnung entsprechender Anträge der Oppositionsparteien (BT-Drs. 18/5407 und 18/5385). Am 17. März 2016 hätte der Bundestag wiederholt die Gelegenheit gehabt, endlich über eine Resolution den Völkermord als solchen anzuerkennen, sich zu entschuldigen und der Bundesregierung ein klares Mandat für einen Dialogprozess mit namibischer Regierung und der Vertretungen der OvaHerero und Nama einzutreten. Auch das wurde versäumt.

Am 9. Juli 2015 jährte sich zum 100. Mal das Ende der deutschen Kolonialherrschaft im heutigen Namibia. Diese Fremdherrschaft basierte auf Betrug, Gewalt, Ausbeutung und einem kolonialrassistischen Weltbild. Besonders entschlossen setzten sich dagegen die OvaHerero und Nama zur Wehr. Ihr Widerstand wurde von der kaiserlichen „Schutztruppe“ mit dem ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts beantwortet. Die beiden berüchtigten Vernichtungsbefehle, die durch Generalleutnant von Trotha 1904 und 1905 im Namen des deutschen Kaisers erlassen wurden, sind in ihrer genozidalen Absicht eindeutig.

Nach der Schlacht am Waterberg wurde ein Großteil der OvaHerero-Bevölkerung in die Omaheke-Steppe getrieben, wo viele entkräftet verdursteten. Die Überlebenden wurden ebenso wie gefangene Nama in Konzentrationslagern Zwangsarbeit, Hunger, Klima und Krankheiten ausgesetzt. Gebeine von Ermordeten wurden zu rassistischen Forschungen nach Deutschland verschickt. Nach Schätzungen von Fachleuten sind bis zu 80 Prozent der OvaHerero und 50 Prozent der Nama den deutschen Kolonialverbrechen zum Opfer gefallen.

Die Überlebenden des Völkermords wurden im verbleibenden Jahrzehnt deutscher Kolonialherrschaft enteignet, in Reservate gesperrt und zur Arbeit für das Kolonialsystem gezwungen. Bis heute fehlen den OvaHerero und Nama durch den damaligen Raub von Land und Vieh die ökonomischen Lebensgrundlagen. Zu den Opfern gehörten auch Damara und San.

Das Bündnis "Völkermord verjährt nicht!" fordert, dass sich auch Deutschland endlich zur Wahrheit und zu seiner eigenen historischen Verantwortung für den Völkermord im damaligen „Deutsch-Südwestafrika“ bekennen: Es darf für afrikanische Genozidopfer und ihre Nachfahren keine Ungleichbehandlung geben!

Genocide is Genocide!
Germany must now finally officially recognise the genocide of the OvaHerero and Nama.

We demand from the German president, the German parliament and the German government
- to officially recognize the genocide against the OvaHerero and Nama, an action which is long overdue
- to formally ask the descendants of the victims of genocide for forgiveness
- to commit to identifying and returning all of the human remains deported from Namibia and other German colonies to Germany
- to declare Germany’s unconditional willingness to participate in an open dialogue with the descendants of the victims, as well as with the Namibian government concerning measures which can be taken to achieve reconciliation.

To sign the petition you have to enter your firstname (Vorname), surname (Nachname), E-Mail address and your zip-code (Postleitzahl).

Background to the petition see www.genocide-namibia.net/appellpetition


Ich habe unterzeichnet, weil...

  • Weil dies auch eineinhalb Jahre nach dem "Jubiläum" richtig wäre und wichtig bleibt.
  • Mehr SoliKlicks für Menschenrechte: j.mp/KlickMenschenrechte fb.com/hashtag/SoliKlickMenschenrechte twitter.com/search?q=SoliKlick%20Menschenrechte plus.google.com/b/104057147311920841864/s/SoliKlickMenschenrechte https://joindiaspora.com/tags/SoliKlick%20Menschenrechte . #SoliKlick #Petitionen #Menschenrechte #Südafrika #Völkermord #OvaHerero #Nama #Genozid #Krieg #Rassismus #Kolonialismus #Ausbeutung #Zwangsarbeit #Hunger #Völkerrecht
  • Gut und wichtig, daß das hier und zeitnah zum 100 Jährigen Gedenken an den Genozid 1915 geschieht, denn dann kann und darf sich unsere Regierung eine opportunistisch motivierte Position nicht leisten - weder in der einen noch in der anderen causa!