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An: Landrat Meißen - Hänsel, Ausländerbehörde Meißen

Wir fordern die umgehende Rückkehr der Familie Gaurgashvili / Pareulidze nach Meißen

Wir fordern die umgehende Rückkehr der Familie Gaurgashvili / Pareulidze nach Meißen

Die Abschiebung der Familie Imerlishvili aus Pirna hat ungezählte Menschen erschüttert. Nachdem der Vorgang bekannt wurde, entwickelte sich schnell eine Welle der Empörung. Unter der Überschrift „Bring back our neighbours“ versammelten sich Zehntausende und unterschrieben eine gleichlautende Petition.
Das Oberverwaltungsgericht Bautzen erklärte die Abschiebung für rechtswidrig.
Die Familie befindet sich wieder in Deutschland.

Dieselbe Abschiebepraxis erfolgte auch gegen die Meißener Familie Gaurgashvili / Pareulidze. Drei der fünf Kinder – Madiin, Muhamed und Vakh – sind in Deutschland geboren. Aishat, Maka und Vakh besuchten erfolgreich die Schule in Meißen. Die Familie war gut integriert und wurde über Nacht aus ihrem sozialen Umfeld gerissen und nach Georgien abgeschoben.

Unser Verständnis von einem durch Mitmenschlichkeit und Würde geprägten Deutschland ist erschüttert. Wir verurteilen die Abschiebepraxis der sächsischen Behörden und solidarisieren uns mit Familie Gaurgashvili / Pareulidze.

Wir fordern die staatlichen Behörden auf, der Familie Gaurgashvili / Pareulidze die umgehende Rückkehr nach Meißen zu ermöglichen. Das Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Bautzen trifft für sie ebenso zu wie für die Pirnaer Familie Imerlishvili. Uns wurde bisher nicht begründet, warum rechtlich mit zweierlei Maß gemessen wird.

Warum ist das wichtig?

Polizisten rissen auf Anweisung sächsischer Behörden die in Meißen gut integrierte Familie Pareulidze in den frühen Morgenstunden des 26.Mai 2021 ohne Vorwarnung aus dem Schlaf. Sie drangen in deren Wohnung auf der Kurt-Hein-Straße in Meißen ein und forderten die Eltern samt ihren fünf Kinder auf, sich innerhalb von 25 Minuten für das Verlassen ihres Heims, für den Abtransport und die Ausreise nach Georgien fertig zu machen.

Nach Aussage der 13jährigen Tochter beschlagnahmten die Polizisten Mobilfunktelefone der Familie, die Tablets sowie vier Kindersparbüchsen samt Inhalt von jeweils ca. 100€.

Der Vater der Familie verletzte sich infolge seiner Verzweiflung, wurde von einem Polizeibeamten mit den Knien auf dem Rücken justiert und nach medizinischer Behandlung in die Abschiebehaft nach Dresden gebracht. Die Frau und die fünf Kinder wurden noch am Vormittag per Flugzeug nach Georgien abgeschoben.

Aus mehreren fernmündlichen Gesprächen mit Familie Pareulidze wissen wir, dass die Abgeschobenen bei Verwandten in Georgien untergekommen sind. „Meine Mama muss mit drei meiner Geschwister in einem Bett schlafen. Wir haben nichts und wissen nicht, wie es weitergehen soll.“ – sagte die 13jährige Aishat in einem Telefonat am Abend des 29. Juni 2021.

Bei Familie Pareulidze handelte es sich um in jeder Hinsicht in Meißen und im unmittelbaren Umfeld gut integrierte Mitmenschen. Die Ablehnung ihres Asylantrags und die menschenunwürdige Art und Weise ihrer Abschiebung versetzt ihrem Leben einen sinnlosen und grausamen Schlag. Das Agieren der Behörden nimmt die Traumatisierung von Kindern hemmungslos in Kauf. Das kleinste Kind der Familie, das Mädchen Madiin, ist zweieinhalb Jahre alt.

Unser Verständnis von einem durch Mitmenschlichkeit und Würde geprägten Deutschland ist erschüttert. Wir verurteilen die Abschiebepraxis der sächsischen Behörden und solidarisieren uns mit Familie Pareulidze.

Meißen, Deutschland

Maps © Stamen; Data © OSM and contributors, ODbL

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