An: Frau Umweltministerin Hendricks

Kein Plastikmüll in der Umwelt! Wir fordern Pflichtabgabe für Kunststoffprodukte!

Kein Plastikmüll in der Umwelt! Wir fordern Pflichtabgabe für Kunststoffprodukte!

Sehr geehrte Frau Umweltministerin Hendricks,

wir fordern eine gesetzlich verankerte Pflichtabgabe für jedes in Verkehr gebrachte Kunststoffprodukt. Wer in Deutschland Kunststoffprodukte verkauft oder abgibt, muss Verantwortung für die Umweltbelastung durch diese übernehmen, da sie auch bei uns in großen Mengen in die Umwelt gelangen.

Um das Problem wirksam zu bekämpfen, muss zum einen der Eintrag in die Umwelt drastisch reduziert, zum anderen bereits vorhandener Plastikmüll beseitigt werden. Eine Abgabe auf Kunststoffprodukte soll die Finanzierung entsprechender Maßnahmen ermöglichen.

Alle eingenommenen Gelder müssen entsprechend dem Verursacherprinzip zur Minimierung und Beseitigung bereits vorhandener und zukünftiger Verunreinigungen durch Kunststoffe in Wasser, Boden und Luft verwendet werden.

Die Abgabe sollte für Produktgruppen (z.B. Verpackungen oder Produkte, die Mikroplastik enthalten bzw. bei deren Nutzung Mikroplastik freigesetzt wird) entsprechend ihrer Umweltbelastung gestaffelt werden.

Warum ist das wichtig?

Kunststoffe sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch ihr massenhafter Einsatz hat unerwünschte Folgen für Mensch und Umwelt. Insgesamt werden in Deutschland jährlich 10 Millionen Tonnen Kunststoff verbraucht.
Trotz eines gut funktionierenden Müllsystems landen auch in Deutschland Plastikabfälle in der Umwelt. Einerseits sind das achtlos entsorgte oder verloren gegangene Kunststoffprodukte, aber auch Mikroplastik, das u.a. beim Reifenabrieb oder Waschen von Synthetikkleidung entsteht. Für diese Umweltbelastung übernimmt bisher niemand Verantwortung.

Der massenhafte Plastikkonsum hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt:
• Jährlich werden weltweit über 300 Millionen Tonnen Kunststoff produziert. Laut aktueller Studie der Ellen-Mc-Arthur-Stiftung werden davon jährlich 8 Millionen Tonnen in die Weltmeere gespült.

• Gelangen Kunststoffe in unsere Umwelt, wird ihre enorme Haltbarkeit zum Problem. Plastik ist nicht biologisch abbaubar, die Zersetzung kann mehrere Jahrhunderte dauern. In den Meeren haben sich bereits gigantische Mengen an Plastikmüll angesammelt: Allein am Meeresboden der Nordsee beträgt die geschätzte Müllmenge 600.000 m³.

• Lebewesen können sich in Kunststoffmüll verheddern oder auch anstelle von Nahrung Plastikteilchen unterschiedlichster Größe aufnehmen. Enthaltene und anhaftende Schadstoffe können über die Nahrungskette wieder auf unseren Tellern landen.

• Kunststoffe werden in der Umwelt in immer feinere Teile zerkleinert. Unterhalb einer Größe von 5 Millimetern spricht man von Mikroplastik. Mikroplastik lässt sich mittlerweile in den Umweltmedien Wasser, Luft und Boden, in Wasserorganismen und in Lebensmitteln nachweisen. Die Folgen sind noch nicht absehbar.

• Mikroplastik entsteht in erster Linie durch Zerkleinerung von Kunststoffabfällen in der Umwelt.

Eine wichtige Quelle sind auch Pellets für die Weiterverarbeitung zu Kunststofferzeugnissen, die beim Transport verloren gehen. Durch den Verlust von Rohpellets gelangen dem Umweltbundesamt zufolge allein in Deutschland 21.000-210.000 Tonnen Mikroplastik in die Umwelt.

Auch bei der sachgemäßen Nutzung von Produkten aus Kunststoff können sich kleine Partikel lösen und in die Umwelt gelangen. Durch Reifenabrieb sind es in Deutschland jährlich 60.000 bis 111.000 Tonnen Mikroplastik, durch die Wäsche von Kleidung aus Kunststofffasern etwa 80 bis 400 Tonnen.

Quellen:
• Ellen Mc Arthur Stiftung: http://www3.weforum.org/docs/WEF_The_New_Plastics_Economy.pdf
• Umweltbundesamt: Kunststoffabfälle in Deutschland: http://www.umweltbundesamt.de/themen/abfall-ressourcen/produktverantwortung-in-der-abfallwirtschaft/kunststoffe/
• Umweltbundesamt: Mikroplastik im Meer – wie viel? Woher?: http://www.umweltbundesamt.de/presse/presseinformationen/mikroplastik-im-meer-wie-viel-woher
• Umweltbundesamt: Verpackungsabfälle: http://www.umweltbundesamt.de/daten/abfall-kreislaufwirtschaft/entsorgung-verwertung-ausgewaehlter-abfallarten/verpackungsabfaelle
www.verbraucherservice-bayern.de
• Foto: Jens Metschurat_Fotolia


Ich habe unterzeichnet, weil...

  • Mit bewußtem Einkaufsverhalten läßt sich viel Abfall sparen. Ich habe noch vor ca. 20 Jahren die Zeit des "Besseren Müllkonzepts" erlebt. Die Situation vom Verbraucherverhalten hat sich eher verschlechtert. Aber auch die Angebote im Supermarkt (Bio-Gurke in Plastikfolie) geht in die falsche Richtung. Dazu die enorme Menge an Abfällen oder Fehlprodukten in der Produktion, die wir nicht beeinflussen können... Es ist höchste Zeit für eine Umkehr!
  • Plastik ist vermeidbar. Stück für Stück kann jeder seinen Teil dazu beitragen, und weiter denken als an das eigene begrenzte Dasein.
  • Das Bewusstsein für dieses Problem muss verstärkt werden.

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2017-03-14 01:32:45 +0100

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