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An: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, die Gesundheitsminister/innen der Länder und die Bürgermeister / Landrätinnen als Verantwortliche für die örtlichen Gesundheitsämter und die Heimaufsicht

Wolfsburg ist überall: Schutz für Bewohner*innen von Pflegeheimen/Wohngruppen JETZT!

Wolfsburg ist überall: Schutz für Bewohner*innen von Pflegeheimen/Wohngruppen JETZT!

Sehr geehrter Herr Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, sehr geehrte Gesundheitsminister/innen der Länder und Bürgermeister / Landrätinnen als Verantwortliche für die örtlichen Gesundheitsämter und die Heimaufsicht,

machen Sie jetzt den Schutz der Bewohner*innen und Mitarbeiter*innen von PFLEGEHEIMEN / WOHNGRUPPEN zur Chefsache!

Die alten und kranken Menschen und die Menschen mit Behinderungen, die in den Heimen leben, sind aktuell größter Gefahr ausgesetzt, wie die Todesfälle in Würzburg und Wolfsburg zeigen.

Es zeigt sich: Verhältnisse wie in Spanien und Italien sind nicht so weit weg, wie wir alle gerne glauben wollten. Noch können wir hoffentlich gegensteuern!

(1) Stellen Sie Coronavirus-TESTS in so großer Zahl zur Verfügung, dass alle (!) Mitarbeiter*innen und alle (!) Bewohner*innen regelmäßig getestet werden können. AUCH OHNE SYMPTOME!

Das Testen dieser besonders gefährdeten Gruppen muss absoluten Vorrang haben vor der Testung anderer Bevölkerungsgruppen.

(2) Führen Sie OP-Masken/MNS/Behelfs-MNS als verpflichtend für alle (!) Mitarbeiter*innen und in der 1-1-Pflege auch für die Bewohner*innen ein.
Sorgen Sie für die Bereitstellung von Schutzkleidung in ausreichender Anzahl für alle Heime/Wohngruppen.

(3) Verstärken Sie Ihre Anstrengungen zur Beschaffung und Herstellung von Schutzkleidung und OP-Masken für die Pflegeheime/Wohngruppen wie für die Krankenhäuser. Herstellung in Deutschland: Jetzt sofort in die Wege leiten.

Auch hier muss die Versorgung besonders gefährdeter Gruppen weiterhin absoluten Vorrang haben vor der Versorgung der Gesamtbevölkerung.

(4) Unterstützen Sie aktiv die Aktionen der Zivilgesellschaft: Zum Beispiel das Nähen von waschbaren Behelfs-Mund-Nasen-Schutzmasken für Pflegeheime, Arztpraxen etc.

Warum ist das wichtig?

Als Angehörige eines 80-jährigen Vaters, der im Pflegeheim lebt, bin ich seit Sonntag in großer Angst. Im 30 km entfernten Wolfsburg sind in der letzten Woche 74 der 165 Bewohner eines Pflegeheims mit Schwerpunkt Demenzkranke als infiziert getestet worden. Mit anderen Worten: Fast die Hälfte der Bewohner – fast jede*r Zweite! Bisher starben 17 Menschen. Das sind 10 Prozent der Bewohner und 23 Prozent der Infizierten! (Tagesspiegel online 30.3.2020) Unglaubliche Zahlen.

Wenn ich heute am 31. März 2020 auf die Online-Seiten der Zeitungen schaue, dann wird deutlich: DAS ist kein Einzelfall. Überall im ganzen Land gibt es jetzt Pflegeheime, in denen bereits 10-20 Bewohner positiv auf den Coronavirus getestet wurden. Und hinzu kommen noch die Einrichtungen für behinderte Menschen, die ebenfalls erste Fälle melden. Bisher war mein Vater im Heim sicher und gut aufgehoben, jetzt auf einmal ist er dort in großer Gefahr.

Überall im Land gibt es in den Heimen und Wohngruppen einen MANGEL an SCHUTZMASKEN UND SCHUTZKLEIDUNG. In der letzten Woche entschied man sich im Pflegeheim meines Vaters die Mund-Nasen-Schutzmasken nur in der 1-1-Pflege einzusetzen, die anderen Mitarbeiter arbeiteten ohne Mundschutz und im engen Abstand, wie mir mein Vater berichtete.

Überall im Land kann in Heimen und Wohngruppen der MINDESTABSTAND VON 1,50m NICHT EINGEHALTEN werden. Die Bewohner sitzen beim Essen enger zusammen, Betreuer/Pfleger und Bewohner begegnen sich weiterhin in einem Abstand von weniger als 1,50 m. Und man fragt sich zu Recht, wie das anders gehen soll.

DEN HEIMEN UND WOHNGRUPPEN DROHT EINE KATASTROPHE!

Es ist absehbar, dass auch in anderen Altenheimen bereits in dieser Anfangsphase der Epidemie 10 Prozent der Bewohner*innen sterben werden. Im weiteren Verlauf werden es deutlich mehr werden, wenn JETZT die Schutzmaßnahmen in den Heimen nicht SOFORT angepasst, verschärft, verbessert werden.

Die Zivilgesellschaft greift zur Selbsthilfe: Ich selbst bin mit der Heimleitung des Pflegeheims in engem Kontakt, helfe mit Ideen und Hinweisen und ganz praktisch: es hat sich eine Gruppe von Frauen gebildet, die waschbare Mund-Nasen-Schutzmasken selbst nähen. DAS können alle Menschen in Ihrer Stadt, in Ihrem Landkreis für die Heime, Pflegedienste, Arztpraxen tun.
ABER das ist nur ein „Tropfen auf den heißen Stein“.

Eine Alternative gäbe es. Theoretisch. Wir holen unsere alten, kranken Menschen für die kommenden Monate zu uns nach Hause. Ich habe das auch schon durchdacht. Doch für die meisten von uns ist das keine Option: das können nur wenige Bürgerinnen und Bürger finanziell und physisch oder psychisch leisten, zumal wenn sie selbst arbeiten und auch weiterarbeiten müssen (z.B. in der Pflege oder im Lebensmittelhandel). Und wie sollte ein Umzug in dieser Zeit bewältigt werden – und die weitere parallele Finanzierung des Heimplatzes? Das ist also doch keine Alternative – oder nur für ganz wenige Menschen.

Wenn es keine REGELMÄSSIGEN TESTS aller Mitarbeiter und Bewohner (auch ohne Symptome) und keine SCHUTZMASKEN UND SCHUTZTKLEIDUNG geben wird,
dann
wird es flächendeckend zu sehr hohen Todeszahlen in den Altenpflegeheimen und vermutlich auch in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen kommen.

Eine Zahl: In deutschen Pflegeheimen leben aktuell knapp 1 Million Pflegebedürftige (gbe-bund.de, Tabelle vom 31.3.2020). Wenn auch nur 10 Prozent von ihnen sterben, sind das 100.000 Menschen.

Armin Laschet, Ministerpräsident von NRW, hat es vor 14 Tagen auf den Punkt gebracht:
„ES GEHT UM LEBEN UND TOD – SO EINFACH IST DAS. UND SO SCHLIMM.“

Nehmen Sie sich dies zu Herzen!
Spüren Sie die Angst vor der drohenden Gefahr, und handeln SIE!
Mutig, entschlossen, besonnen.

Ihre Dr. Petra Brinkmeier

P.S.: Das Foto zeigt mich und meinen Vater in besseren Zeiten. Hoffen wir, dass uns auch eine gute Zukunft beschieden ist.


Ich habe unterzeichnet, weil...

  • Die Isolation der alten Menschen hilft nicht. Nur Testung und geeignete Schutzkleidung für Pflegende und Betreuer sind geeignet die BewohnerInnen von Altenheimen vor Virusinfektion zu schützen!

Neuigkeiten

2020-04-04 10:09:20 +0200

100 Unterschriften erreicht

2020-04-02 12:38:21 +0200

Ich möchte euch Mut machen: BRINGT EUCH EIN!
Schreibt emails an Entscheidungsträger*innen bei euch vor Ort: Macht konkrete Vorschläge für Verbesserungen!
DAS kommt an!
Z.B.: die Heimleitung im Pflegeheim hat einige Vorschläge sehr schnell umgesetzt.

2020-04-02 12:37:54 +0200

Liebe Unterzeichner*innen meiner Petition,
ich danke euch allen von Herzen für eure Unterstützung!
Stand heute mittag 2.4.2020: 74 Unterzeichner*innen.
Stand heute mittag: Das Thema ist in Medien und in Politik angekommen, auf allen politischen Ebenen!
Ein Beispiel von Mittwoch 1.4., dem Zusammentreffen der Länder-Chef*innen und der Bundesregierung: „Alle Vertreter von Bund und Ländern sorgen sich besonders um die Situation in Alten-, Pflege- und Behindertenzentren. Senioren und körperlich vorbelastete Menschen gelten als Risikogruppe in der Corona-Krise. … Außerdem plane man, die Testkapazitäten für Mitarbeiter in diesen Zentren erheblich zu erhöhen.“ (SZ Online 2.4.2020)
Bis das bei den Einrichtungen ankommt, wird es noch etwas dauern. Da braucht es noch Geduld.

Die Petition läuft weiter… ich werde meine Kraft jetzt anderswo hier in Braunschweig einsetzen.
Macht es gut/Machen Sie es gut!

2020-04-01 12:48:38 +0200

50 Unterschriften erreicht

2020-04-01 09:40:47 +0200

25 Unterschriften erreicht

2020-03-31 19:02:51 +0200

10 Unterschriften erreicht