In Hamburg gibt es drängenden Bedarf für schnell aktivierbaren, bezahlbaren Wohnraum – auch und besonders für junge Menschen in Ausbildung und Studium. Für ein möbliertes Zimmer werden teilweise 800,- € und mehr verlangt. Ein Betrag, den niemand in Ausbildung und Studium für Miete aufbringen kann, der sich nicht auf wohlhabende Eltern stützen kann.
Mit dem ASB-Dorf in Rissen (Sieversstücken) könnten sehr kurzfristig 120 möblierte Zimmer für Studierende und Azubis zu einer monatlichen Kaltmiete von 270,- € bereitgestellt werden. Und dazu muss kein einziges Haus neu gebaut werden! Genutzt werden sollen bereits bestehende Holzhäuser, der nicht mehr als solches genutzten Geflüchtetenunterkunft. Renovierung statt Abriss und Neubau an anderer Stelle! Das ist schneller und obendrein nachhaltiger.
Auf Bundesebene trat schon Ende 2025 der „Bau-Turbo“ in Kraft: Ziel ist es, den Wohnungsbau zu beschleunigen und zu entbürokratisieren. Erlaubt sind Abweichungen vom bestehenden Bauplanungsrecht, ohne dass dafür ein aufwändiges Bebauungsplanänderungsverfahren nötig ist. Weil alle wissen, dass Wohnraum (zu) knapp ist.
Der ASB Ortsverband Hamburg-Mitte e.V. hat alles in Eigenregie vorbereitet: Die Renovierung im ASB-Dorf hatte bis zum Baustopp bereits begonnen. Alles, was wir jetzt brauchen, ist die Genehmigung einer Nutzungsänderung und schon könnten nach den letzten Renovierungsschritten 120 junge Menschen in Studium und Ausbildung dort zeitlich begrenzt einziehen.
Das bestehende Holzhäuserdorf liegt in einem Wohngebiet und wurde bereits als Unterkunft genutzt. Es geht also nicht darum, eine Naturfläche zu zerstören und etwas Neues zu bauen. Es geht nur um eine sinnvolle und nachhaltige Restnutzung für 15 Jahre, die zudem zeitlich begrenzt ist, weil es sich nur um Wohnraum für Menschen in Ausbildung handeln soll.
Trotzdem lehnte der Bauausschuss im Bezirksamt Altona einen ersten Antrag ab und führt zur Begründung an, eine Bebauungsplanänderung sei nicht möglich und der Naturraum müsse „in seiner Prägung erhalten bleiben“.
Wir fordern den Bauausschuss auf, unseren neuen Antrag auf Nutzungsänderung der bestehenden Häuser von Geflüchteten-Unterkunft in Wohnen auf Zeit für Menschen in Ausbildung zu genehmigen.