Was genau plant die Bundesnetzagentur?
Die Bundesnetzagentur stellt in einem offiziellen Diskussionspapier sechs Modelle zur Debatte, wie private Einspeiser künftig Netzentgelte zahlen sollen – also eine Art Gebühr für jede eingespeiste Kilowattstunde oder bereitgestellte Leistung. Auch Bestandsanlagen sind hier betroffen!
Viele dieser Modelle sind nicht nur unsozial und unplanbar – sie sind auch energiewirtschaftlich kontraproduktiv.
Denn: Sie bieten wenig Anreiz, PV-Anlagen und Speicher netzdienlich zu betreiben und sind sozial problematisch.
Eine verständliche Übersicht und Bewertung aller sechs Modelle findet ihr in unseren Videos:
Zwei Gründe, warum das ein Problem ist
1. Keine Anreize für netzdienliches Verhalten
Statt flexible Einspeisung und Speicherstrategien zu fördern, machen einige der Modelle diese sogar wirtschaftlich unattraktiv.
Netzdienliches Verhalten – also Strom speichern und gezielt einspeisen, wenn das Netz ihn braucht – wird weder belohnt noch berücksichtigt.
Das ist fatal in einer Zeit, in der genau solche Flexibilität dringend gebraucht wird.
2. Teure Folgen für Betreiber
Unsere Berechnungen zeigen, beim z.B. Arbeitspreismodell:
- Volleinspeiser könnten bis zu 33 % ihrer Einnahmen verlieren.
- Auch bei optimierten Anlagen mit Speicher drohen über 13 % Verlust.
- Besonders betroffen: Kleine Anlagen, Haushalte mit geringem Verbrauch – also gerade die Bürgerinnen und Bürger, die bislang Teil der Lösung waren.
Im schlimmsten Fall werden Anlagen wirtschaftlich sinnlos – und Betreibende schalten sie ganz ab oder nutzen den erzeugten Strom für klimatechnisch fragwürdige Zwecke wie das Schürfen von Kryptowährungen.
Dabei brauchen wir jede einzelne Kilowattstunde erneuerbaren Stroms – aber zur richtigen Zeit, am richtigen Ort. Was wir dafür brauchen, sind kluge Anreize für netzdienliches Verhalten.
Alle Ergebnisse unserer Modellberechnungen – auf Basis von 18 realistischen PV-Anlagen – findet ihr hier:
👉 Zur Berechnung (PDF)
Im Vorschlag der BNetzA gibt es auch faire Modelle – und genau für diese setzen wir uns ein
Unter den sechs zur Diskussion gestellten Modellen gibt es auch faire, planbare und netzdienliche Optionen:
- Der Kapazitätspreis (feste Buchung der Anschlussleistung) schafft mehr Transparenz, Gerechtigkeit und Steuerbarkeit.
- Dynamische Entgelte, die sich an der tatsächlichen Netzlast orientieren, könnten langfristig helfen – sofern die nötige Digitalisierung endlich voranschreitet.
Die Bereitschaft vieler PV-Betreiber ist da, sich fair an den Netzkosten zu beteiligen.
Aber dafür braucht es sinnvolle, planbare und physikalisch nachvollziehbare Konzepte.
Anhänge / Quellen
Vielen Dank an Leonhard Probst, Prof. Krauter und Prof. Hundhausen für den fachlichen Beistand.