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An: Fußballstars, Fußballvereine, DFB, FIFA und Politik

Keine Werbung für Sportwetten

Vertrauen darf nicht an Wettanbieter verkauft werden.
Kylian Mbappé macht es vor. Er hat öffentlich erklärt, dass er keine Werbung für Sportwetten macht, weil er selbst erlebt hat, was Glücksspiel im Leben von Menschen anrichten kann - ich erlebe es gerade aus nächster Nähe.

Ein enger Freund von mir ist stark spielsüchtig. Er kennt seine Muster, kann teilweise vorhersehen, was seine Sucht als Nächstes mit ihm macht – und schafft es trotzdem nicht, aufzuhören. Bereits zum dritten Mal hat er sein ganzes Vermögen verspielt. Danach verkaufte er seine Kamera, dann sein Rennrad. Er fragte Freunde nach Geld und belog Menschen, die ihm nahestehen. Im Moment danach verzweifelte er an sich selbst und weiß nicht, warum er so tief in der Schei*** steckt. Nachts träumt er vom Gewinnen oder Verlieren. Er fragt sich, ob er jemals in der Lage sein wird Verantwortung für Kinder zu übernehmen. Heute ist er in stationärer Behandlung. 

Auch Thomas Melchior, der selbst schwer sportwettsüchtig war und heute öffentlich über seine Erfahrungen spricht, weiß, was Spielsucht bedeutet. Seine Sucht führte ihn bis ins Gefängnis. Rückblickend beschreibt er ausgerechnet den Moment seiner Festnahme als den Moment, in dem er sich erstmals seit Jahren wieder frei fühlte.

Und dann sehe ich Fußballspiele und sehe, wie Tipico und Co. ganz selbstverständlich als Teil dieses Sports beworben werden. Tipico ist inzwischen ein sehr großer Sponsor des DFB-Pokals. Diese Nähe zwischen Fußball und Sportwetten darf nicht normal werden. Sie gehört beendet. 

Warum ist das wichtig?

Spielsucht ist keine Frage mangelnder Einsicht oder Willensstärke. Der Hinweis „Glücksspiel kann süchtig machen“ hilft einem Menschen nicht, der längst weiß, dass er abhängig ist. Glücksspielforscher Tobias Hayer weist darauf hin, dass Werbung gerade auch Vielspielende und bereits süchtige Menschen erreicht und Rückfälle triggern kann.

In Deutschland sind rund 1,3 Millionen Menschen von einer Glücksspielstörung betroffen. Weitere rund 3,2 Millionen zeigen ein problematisches Spielverhalten. Oft leiden neben ihnen auch ihre Familien und Freunde.

Diese Menschen brauchen Schutz und Hilfe – keine Werbung, die sie immer wieder zum Spielen einlädt.

Fußballstars sind Vorbilder für Kinder und Jugendliche, Erwachsene verbinden mit ihnen große Momente und Erinnerungen. Ihre Namen tragen Vertrauen. Fußballstars haben enorme Reichweite und Einfluss und damit Macht. Liebe Fußballprofis und ehemalige Profis nutzt diese Macht, anstatt euer Vertrauen an Wettanbieter zu verkaufen.

Kylian Mbappé macht vor, dass man auch Nein sagen kann. 

Wir rufen weitere Fußballprofis und ehemalige Profis dazu auf, öffentlich zu sagen:

„Ich mache keine Werbung für Sportwetten.“

Mbappé sagte 2026: “Sports betting is destructive, it has ruined the lives of some people I know. That’s why I refused to appear in sports betting advertisements. Many of us come from the suburbs, and it destroys the lives of countless people there” [1]

Wir fordern außerdem Fußballvereine, DFB und FIFA auf, bestehende Werbe- und Sponsoringpartnerschaften mit Sportwettenanbietern zu beenden und keine neuen einzugehen.

Auch die Politik ist gefragt: Die Werbebeschränkungen des § 5 Glücksspielstaatsvertrags sollten auf ehemalige Profifußballer:innen und andere prominente Fußballpersönlichkeiten ausgeweitet werden.

Mit dieser Forderung stehen wir nicht allein: Fanorganisationen, Suchthilfe, Wissenschaft und die Spielergewerkschaft VDV fordern seit Jahren deutlich strengere Regeln für Sportwettenwerbung im Fußball. [2][3][4][5]

 

Du oder jemand in deinem Umfeld hat Probleme mit Glücksspiel?
Kostenlose und anonyme Hilfe gibt es beim Hilfetelefon Glücksspielsucht unter 0800 077 66 11 und unter www.ausgezockt.de.

 

Quellen: 

Wie die Unterschriften übergeben werden

Mit der Petition möchte ich Fußballprofis und ehemalige Profis dazu bewegen, öffentlich zu sagen: „Ich mache keine Werbung für Sportwetten.“ Das kann über Social Media, Interviews, Videos oder eine gemeinsame Selbstverpflichtung geschehen. Daraus soll eine sichtbare Bewegung in Fan-Communities und Öffentlichkeit entstehen, die den Druck auf Vereine, DFB und FIFA erhöht, Sportwetten-Sponsoring zu beenden und keine neuen Verträge mehr abzuschließen.

Neuigkeiten

2026-09-24 16:26:54 +0200

100 Unterschriften erreicht

2026-09-23 12:58:32 +0200

50 Unterschriften erreicht

2026-09-21 20:35:12 +0200

25 Unterschriften erreicht

2026-09-21 12:00:51 +0200

10 Unterschriften erreicht