500 Unterschriften erreicht
An: Partei- und Fraktionsvorsitzende von CDU Berlin, SPD Berlin und Die Linke Berlin sowie die Umweltsenatorin Bonde und die Wirtschaftssenatorin Giffey
Hitze-Alarm in Berlin – jetzt Baumfäll-Moratorium beschließen!

Berlin erstickt in der Hitze, doch gesunde Altbäume fallen weiter überholten Planungen und Kettensägen zum Opfer. Dabei hat der Senat den Erhalt der Bäume selbst als wichtige Leistung für die Berlinerinnen und Berliner bezeichnet.
Worte reichen nicht mehr. Wer Hitzeschutz und Klimaanpassung ernst meint, muss jetzt handeln – mit einem sofortigen Baumfäll-Moratorium für vermeidbare Fällungen!
Unsere Erwartungen im Einzelnen:
- Verbindliche Aufnahme eines Baumfäll-Moratoriums und eines Vorrangs für den Erhalt von Bestandsbäumen im nächsten Koalitionsvertrag.
- Sofortiger Genehmigungsstopp für alle nicht sicherheitsbedingten Baumfällungen durch Senat, Bezirke und Landesbetriebe, bis sämtliche Vorhaben auf ihre Vereinbarkeit mit dem BäumePlus-Gesetz und den Zielen der Klimaanpassung überprüft wurden.
- Überprüfung aller laufenden Planungen mit dem Ziel, den vorhandenen Baumbestand größtmöglich zu erhalten und baumschonende Alternativen umzusetzen.
- Konsequente Umsetzung des BäumePlus-Gesetzes und zügige Verabschiedung der novellierten Baumschutzverordnung.
- Verpflichtung der Landesbetriebe und öffentlichen Vorhabenträger, dieselben hohen Maßstäbe beim Baumschutz einzuhalten.
Warum ist das wichtig?
Sehr geehrte Frau Senatorin, sehr geehrte Partei- und Fraktionsvorsitzende,
die jüngsten Hitzewellen haben verdeutlicht, wie wichtig große Straßenbäume für die Berlinerinnen und Berliner sind. Wärmebilder zeigen Oberflächentemperaturen von bis zu 60 Grad und drüber auf unverschatteten Asphaltflächen und Stadtglatzen. Und das während dieselben Flächen unter Baumkronen mehr als 20 Grad kühler bleiben. Jeder gesunde Altbaum gehört zur kritischen Infrastruktur – im Kampf gegen Hitze sowie im Einsatz für unsere Gesundheit und Lebensqualität.
Ausgerechnet jetzt, nach dem heißesten Start eines Berliner Sommers seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, werden in Berlin hunderte weitere Bäume zur Fällung vorgesehen. Das ist das Gegenteil von Klimaanpassung.
Wir appellieren deshalb an Ihre Glaubwürdigkeit: Zeigen Sie jetzt im Wahlkampf, dass Sie es mit dem Hitze- und Baumschutz ernst meinen – erlassen Sie ein Baumfäll-Moratorium!
Denn bislang wird geplant und gefällt, als ob es keinen Morgen gibt - nach unserem derzeitigen Kenntnisstand sogar rechtswidrig ohne Genehmigung, wie jüngst durch einen Landesbetrieb.
Der Senat tut so, als gäbe es kein BäumePlus-Gesetz. Als hätte es den Volksentscheid Baum nie gegeben. Als hätte das Berliner Abgeordnetenhaus nicht einstimmig und über Parteigrenzen hinweg beschlossen, die Bäume der Berlinerinnen und Berliner wirksam zu schützen und ihren Bestand auszubauen.
Berlin hat mit dem BäumePlus-Gesetz den Schutz des Baumbestands gesetzlich gestärkt. Dennoch wächst der Eindruck, dass Verantwortliche in Senat, Bezirken und Landesbetrieben die Dringlichkeit der Lage nicht erkannt haben und den Willen der Bürgerinnen und Bürger schlicht ignorieren.
Die Frist zur verpflichtenden Novelle der Baumschutzverordnung wurde gerissen. Straßen- und Infrastrukturprojekte werden weiterhin auf Grundlage jahrzehntealter Planungen umgesetzt – aus einer Zeit, in der Klimaanpassung, Hitzeschutz und der Erhalt großer Stadtbäume noch egal zu sein schien. Selbst begründete Bedenken und offizielle Unterlassungsverfügungen der Bezirke werden, nach unserem Eindruck, von den Verantwortlichen teilweise ignoriert, wie die Fällung der Berliner Energie und Wärme an der Spree Anfang Juli zeigt.
Damit stellen wir Ihnen die Frage:
Wo ist Ihr politischer Wille, den Schutz des Berliner Baumbestands tatsächlich zur Priorität zu machen? Wollen Sie weiter und vermeidbar Bäume zerstören – oder den Schutz unserer Berliner Bäume endlich konsequent durchsetzen?
Zahlreiche Baumfällungen, gefühlte “Kettensägen-Massaker”, stehen bevor – unter anderem am Tempelhofer Damm, an der Ollenhauerstraße, an der Torstraße und bei weiteren Straßen- und Infrastrukturprojekten wie der U-Bahn-Verlängerung zum Mexikoplatz oder dem Straßenbahnvorhaben in Moabit. Es entsteht der Eindruck, dass bestehende Planungen unverändert umgesetzt werden, obwohl sich die klimatischen Rahmenbedingungen grundlegend verändert haben.
Die Forderung nach einem Baumfäll-Moratorium wird inzwischen öffentlich erhoben - aus der Bevölkerung und aus der Politik. Das heisst en detail: Es sollen angesichts zunehmender Hitze sämtliche geplanten Fällungen darauf überprüft werden, ob sie tatsächlich zwingend erforderlich sind oder durch angepasste Herangehensweisen vermieden werden können. Wichtig: Ziel ist nicht der vollständige Stopp notwendiger Infrastrukturmaßnahmen, sondern eine konsequente Neubewertung zur Vermeidung vermeidbarer Baumverluste unter den Maßstäben von Klimaanpassung und des BäumePlus-Gesetzes.
Noch vor einem Jahr erklärte der Berliner Senat selbst, dass der Erhalt des ökologisch und klimatisch besonders wertvollen Altbaumbestandes zu den wichtigen Leistungen für die Berlinerinnen und Berliner gehört. Wer also Altbäume als besonders wertvoll bezeichnet, darf ihre Fällung nicht gleichzeitig zum Regelfall öffentlicher Bauvorhaben machen.
Genau deshalb erwarten wir jetzt “Ihr” Baumfäll-Moratorium. Denn Glaubwürdigkeit zeigt sich nicht in Pressemitteilungen, sondern im Umgang mit jedem einzelnen vermeidbaren Baumverlust.
Genau daran messen wir Sie heute.
Berlin kann es sich nicht leisten, ausgerechnet in Zeiten zunehmender Hitzewellen seine größten natürlichen Klimaanlagen zu verlieren. Wer Klimaanpassung ernst meint, muss den Erhalt bestehender Bäume zur obersten Priorität machen.
Der Schutz großer Stadtbäume ist keine parteipolitische Frage. Er ist konservativ, weil er Bewährtes erhält. Er ist sozial, weil Hitze vor allem die Schwächsten trifft. Und er ist solidarisch, weil wir Verantwortung für kommende Generationen übernehmen.
Deshalb ist der Schutz großer Stadtbäume schlicht eine Frage von Vernunft - für Gesundheit, Generationengerechtigkeit und Lebensqualität in unserer Stadt.
Wir erwarten jetzt gemeinsames Handeln aller demokratischen Parteien.
Mit baumfreundlichen Grüßen
Tobias Dierks (CDU), Vorstand BaumEntscheid e.V.
Weitere Infos:
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Am 30.06.2026 brachte die Co-Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, Bettina Jarasch, ein Berliner Baumfäll-Moratorium ins Gespräch.
Am 21.11.2025 trat das BäumePlus-Gesetz (Berliner Klimaanpassungsgesetz) in Kraft. Es wurde am 03.11.2025 parteiübergreifend und einstimmig beschlossen. § 21 verpflichtet den Senat, den Baumschutz zu verschärfen, Ausnahmen zu reduzieren und Ersatzpflanzungen im Verhältnis 1:3 möglichst am Standort, spätestens jedoch im Umkreis von 150 Metern vorzunehmen.
Am 01.07.2025 erklärte die Senatskanzlei in ihrer Stellungnahme zum Volksentscheid Baum, ein Erfolg des Volksbegehrens könne den Erhalt des ökologisch und klimatisch besonders wertvollen Altbaumbestandes der Stadt gefährden. Heute sehen wir den Widerspruch: Trotz BäumePlus-Gesetz stehen bei öffentlichen Vorhaben weiterhin Altbäume zur Fällung an (Quelle).
Wie die Unterschriften übergeben werden
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