Die Regierung möchte, dass ich während eines Schmerzschubes einen Arzttermin mache, zur Praxis fahre und mich mehrere Stunden ins überfüllte Wartezimmer setze, um dann noch erschöpfter nach Hause zurückzukehren. Das ist eine Zumutung - und körperlich oft gar nicht möglich.
Wir lassen uns nicht länger Faulheit, „Lifestyleteilzeit“ und „Nörgelei“ unterstellen! Wir haben gelernt, uns gegen Invalidierung zu wehren: Wenn Endometriose-Betroffene nicht Vollzeit arbeiten können und sich häufiger krankmelden, dann liegt das auch daran, dass sie von Ärzt*innen oft nicht ernstgenommen und unzureichend medizinisch versorgt werden. Betroffene von Endometriose warten in Deutschland durchschnittlich zehn Jahre auf ihre Diagnose. Zehn Jahre, in denen sich die Krankheit ausbreiten und Organe infiltrieren kann.
Endometriose ist keine seltene Krankheit, sie betrifft 10-15% aller Menschen, die mit Uterus geboren wurden. Chronische Erkrankungen sind kein Randphänomen. Schätzungen zufolge ist nahezu jede zweite Person in Deutschland chronisch erkrankt, z.B. mit Migräne, Diabetes, Rheuma oder Depressionen. Für Millionen Menschen sind Krankheitsschübe und Arbeitsunfähigkeit Teil ihres Alltags. Pläne des Bundeskanzlers, Krankschreibungen einzuschränken oder mit zusätzlichen Hürden zu versehen, würden das Leben von Millionen chronisch kranken Menschen zusätzlich erschweren.
Aber anstatt Ärzt*innen, Psychotherapeut*innen und Patient*innen zu stärken, wirft uns die Bundesregierung vor, wir seien nicht produktiv genug und beschließt Gesetze, die chronisch kranke Menschen weiter benachteiligen und Behandlungen erschweren.
Unterschreibt diese Petition, damit die Bundesregierung endlich für Menschen mit chronischen Erkrankungen sorgt.