An: Umweltministerin Svenja Schulze, Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, die Vorsitzenden der Kommission "Wachstum, Strukturwandel, Beschäftigung"

Klimakrise aufhalten - eine Zukunft für die Landwirtschaft

Klimakrise aufhalten - eine Zukunft für die Landwirtschaft

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Klimakatastrophe wird für uns Bäuerinnen und Bauern zur
existenziellen Bedrohung. Wir spüren die Folgen der Klimakrise täglich am eigenen Leib: Auf den 300 Hektar meines Betriebes in
Mecklenburg-Vorpommern verdorrt das Getreide in der extremen Dürre. Starkregen und -hagel verwüsten oft ganze Felder. Die Ernteeinbrüche stellen uns Landwirte vor große wirtschaftliche Schwierigkeiten - und bedrohen unser aller Versorgung mit heimischen Lebensmitteln.

Ich fordere Sie auf: Lassen Sie nicht zu, dass die Klimakatastrophe
ungebremst voranschreitet und das größte Kapital der Landwirtschaft in Deutschland und Mitteleuropa - ein gemäßigtes Klima mit Sonne und Regen im Wechsel - zerstört! Ergreifen Sie endlich wirksame Maßnahmen gegen den Klimawandel: Steigen Sie jetzt aus der Kohle aus. Nur wenn wir die Ziele des Pariser Klimaabkommens einhalten, gibt es für uns Landwirte eine Zukunft.

Warum ist das wichtig?

Getreide, Obst und Gemüse, Milch, Fleisch, Eier: Wir Landwirte sorgen dafür, dass wir alle satt werden. Doch der Klimawandel bringt uns in Gefahr. Denn die immer häufiger und stärker werdenden Wetterextreme vernichten unsere Ernte. Im letzten Jahr erfroren große Teile der Obsternte bei einem Frosteinbruch im Frühjahr. Dieses Jahr leiden die Äcker unter monatelanger Trockenheit. Wir erleben dramatische Ernteeinbußen, in manchen Regionen wird es Totalausfälle geben, viele Landwirte sprechen von Notstand. Der Klimawandel kommt nicht, wir sind mitten drin!

Schon jetzt sind diese Ernteeinbrüche für uns Landwirte eine ernste wirtschaftliche Gefahr. Wenn sich die Klimakrise weiter verschlimmert, droht sie unsere Lebens- und Existenzgrundlagen komplett zu vernichten. Um das zu verhindern, bleiben uns nur noch wenige Jahre Zeit. Doch die Bundesregierung tut nichts, um die Erderhitzung zu stoppen.

Die Landwirtschaft muss ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten, die Agrarförderung muss umgestaltet werden, weg von industrieller klimaschädlicher Massenproduktion hin zu nachhaltig und tiergerecht produzierenden bäuerlichen Betrieben. Und wir brauchen endlich wirksame Maßnahmen gegen den Klimawandel: den Ausstieg aus den fossilen Energien und den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Die Technologie dazu, auch im Hinblick auf Speicher, gibt es bereits, wie Studien belegen. Fehlen tut es bisher nur am politischen Willen. Die Regierungs-Kommission "Wachstum, Strukturwandel, Beschäftigung" verhandelt derzeit über die Kohlekraftwerke in Deutschland. Sie muss den Anfang machen und den schnellen Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohle beschließen. Nur so können wir die Pariser Klimaziele erreichen und der Klimakatastrophe Einhalt gebieten.

Weitere Informationen:

“Landwirte sind am Limit”, Mitteldeutsche Zeitung, 19. Juli 2018
https://www.mz-web.de/wirtschaft/landwirte-sind-am-limit-sachsen-anhalts-bauern-leiden-unter-beispielloser-duerre-30981520

“‘Regen hilft jetzt auch nichts mehr’”, n-tv, 11. Juli 2018
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Regen-hilft-jetzt-auch-nichts-mehr-article20523941.html

“Klima frisst Äcker”, Zeit Online, 20. Juli 2018
https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-07/klimawandel-erderwaermung-anpassung-biodiversitaet-landwirtschaft

Foto: Let Ideas Compete, Creative Commons BY-NC-ND 2.0

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Ich habe unterzeichnet, weil...

  • … weil ich mich noch gut an die Sommer und Winter vor 60, 70 Jahren erinnern kann! Man hatte noch nicht Schiss, dass Regen- und Dürrekatastrophen unsere Existenz einmal bedrohen würden. Heute sehe ich unsere Zukunft, bzw. die der Enkelgeneration von den immer extremer werdenden Umweltbedingungen massiv bedroht. Auch wenn‘s mich nur noch wenige Jahre betrifft, darf ich vor dem, was gerade mit unserer Erde passiert, die Augen nicht verschließen. Nach mir die Sintflut ist nämlich auch keine Lösung.
  • Wir sind nur Gast auf unserer Erde und benehmen uns wie die Axt im Walde. Unsere Gier ist unermässlich. Dabei können wir nichts mitnehmen. Es ist unsere Gier, die die Erde zerstört.
  • Auf Kohle kann man verzichen, auf Kohl nicht.

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2018-08-09 11:17:47 +0200

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