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An: VW- und Audi-Management, Arbeitnehmer*innenvertreter

Rücktritt von Audi-Chef Döllner

Bild von Deniz Demirci auf Unsplash
Audi-Chef Gernot Döllner ist kürzlich bei einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Donald Trump aufgetreten. Dieser hatte vorher den Bau eines Audi-Werks in Georgia angekündigt. Döllner dankte dem US-Präsidenten anschließend auf der Bühne. Offenbar ohne konkrete Zusagen, wie sich immer mehr herausstellt. Selbst der Aufsichtsrat bei Volkswagen war - zumindest zum Teil - entsetzt.

Der Auftritt von Audi-Chef Döllner auf der Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump war heuchlerisch, unterwürfig sowie politisch ein Kniefall vor Trumps Erpressungsversuchen. Außerdem stellt der Auftritt eine Unterstützung von Trumps Verhalten und ökonomischem Harakiri dar, da bei Trumps eratischer Wirtschaftspolitik keine langfristig tragbare Strategie zu entwerfen ist und das Tor für weitere Erpressung geöffnet wird.

Döllner hat mit seiner Einmischung und Unterstützung von Trumps Wahlkampf gegen die "Grundsätze und Leitlinien für politische Interessenvertretung" bei Audi verstoßen. Er hat mit seinem Vorgehen - egal mit Zustimmung von weiter oben oder nicht - ein Paradebeispiel präsentiert, wie man NICHT mit Autokraten wie Trump umgehen sollte. Welche Rolle die Gremien bei VW und Audi spielten, wird in den nächsten Tagen noch weiter Thema sein. Sollte, quasi nach Trump'schem Vorbild per Dekret von oben, das "Booklet of Policies" mit dem Verbot von Wahlkampfauftritten für Döllner ausgesetzt worden sein, muss man sich fragen, was dieses überhaupt wert ist, wenn es opportunistisch angewendet beziehungsweise ganz ignoriert werden kann. Die nächste Petition wäre damit wohl vorprogrammiert.

Hiermit fordere ich den Rücktritt von Audi-Chef Döllner.  

Warum ist das wichtig?

Neuere Insider-Berichte etwa aus dem "Manager-Magazin" berichten von einer Entscheidungsfindung bei einem Video-Call, der an alles andere erinnert, aber nicht an eine strategische und auch politisch weitreichende Entscheidung in einem internationalen Großkonzern.
 
Auch ökonomisch stellt der Vorgang keineswegs einen angeblichen Befreiungsschlag für Audi dar, sondern könnte angesichts von Trumps Unberechenbarkeit und dem langen Zeithorizont zu einem enormen Risiko werden. Außerdem ist völlig offen, wie die extrem polarisierte Wählerschaft in den USA den "Deal" auffasst. Ob die wachsende Zahl an Trump-Gegnern nun ausgerechnet einen Audi fahren möchte? Offenbar wurde bei VW/Audi in der Hektik nicht über den Tellerrand gedacht.

Eine klare Reaktion gegen Döllners instinktloses Vorgehen muss zukünftige ähnliche Unterwerfungsgesten deutscher und europäischer Manager vor Trump verhindern, um wirklich langfristiges Unternehmertum und ökonomischen Weitblick zu sichern.

Es darf nicht zu einem Ausverkauf und einer Aushöhlung ethischer Aspekte kommen,
wollen sich Deutschland und Europa auch in Zukunft noch auf diese Werte überzeugend berufen.


Quellen:
https://www.sueddeutsche.de/kolumne/leserbriefe-audi-werk-usa-doellner-trump-wahlkampf-li.3570023
https://www.spiegel.de/wirtschaft/gernot-doellner-vw-betriebsratschefin-cavallo-nennt-auftritt-von-audi-chef-bei-trump-beschaemend-a-561cd07b-5304-4a93-9eec-d00532127bb6
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/audi-us-werk-doellner-trump-100.html
https://www.n-tv.de/mediathek/videos/politik/Dudenhoeffer-Doellner-Auftritt-weckt-falsche-Hoffnungen-id31461025.html
https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/audi-chef-bei-trump-massive-kritik-und-ruecktrittsforderungen
https://www.auto-motor-und-sport.de/verkehr/audi-werk-georgia-im-trump-wahlkampf-warum-politische-zusagen-fuer-vw-zum-risiko-werden/

Neuigkeiten

2026-11-02 16:40:23 +0100

Oktober 2026:
Über 140.000 Menschen fordern den Rücktritt von Audi-Chef Gernot Döllner. Diverse Medien berichten über die Petition, und auch Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) kritisiert die „mehr als unappetitlichen Umstände“ der Werksankündigung.

Laut „Manager Magazin“ wusste das VW-Aufsichtsratspräsidium schon 30 Stunden vorher vom möglichen Deal mit Trump, gestoppt hat Döllner niemand. Dabei verbieten Audis eigene, von Döllner unterzeichnete Richtlinien öffentliche Termine mit Politiker*innen in den drei Monaten vor einer Wahl.

📰 Die Berichterstattung zum Nachlesen:
SZ: https://www.sueddeutsche.de/bayern/umfrage-kritik-an-audi-chef-auch-aus-der-bundesregierung-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-261028-930-903405
FAZ: https://www.faz.net/agenturmeldungen/dpa/kritik-an-audi-chef-auch-aus-der-bundesregierung-201627288.html
taz: https://taz.de/Audi-Chef-bei-Trumps-Wahlveranstaltung-Zweifel-an-US-Milliarden-fuer-neues-Audi-Werk/!6225967/

2026-10-28 08:38:45 +0100

100,000 Unterschriften erreicht

2026-10-27 18:06:49 +0100

50,000 Unterschriften erreicht

2026-10-27 16:45:18 +0100

20,000 Unterschriften erreicht

2026-10-27 16:05:32 +0100

10,000 Unterschriften erreicht

2026-10-27 14:42:03 +0100

5,000 Unterschriften erreicht

2026-10-26 16:28:22 +0100

1,000 Unterschriften erreicht

2026-10-26 15:51:41 +0100

500 Unterschriften erreicht

2026-10-26 15:34:05 +0100

100 Unterschriften erreicht

2026-10-26 15:32:51 +0100

50 Unterschriften erreicht

2026-10-26 15:32:11 +0100

25 Unterschriften erreicht

2026-10-26 15:31:39 +0100

10 Unterschriften erreicht