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An: Berliner Senat; Senatorin Franziska Giffey für Wirtschaft, Energie und Betriebe; zukünftige Berliner Senatsregierung sowie Bundesregierung

Wiederholte Stromausfälle in Berlin – Jetzt Soforthilfe, Entschädigung & sicheres Stromnetz bis 2028

Bild von Viktor Mogilat auf Unsplash
Im Südwesten Berlins sind 35.000–50.000 Haushalte voraussichtlich fünf Tage ohne Strom – wie schon 2025. Ohne Heizung, ohne funktionierende Lebensmittelversorgung, ohne Mobilfunk, ohne echte Hilfe. Wieder gibt es keine Notstromgeneratoren, keine Wärmepunkte, keine Entschädigungen – stattdessen Appelle, man solle „zu Freund*innen oder Verwandten“ gehen. 

Doch Berlin ist eine Single-Haushalt-Stadt: Viele leben allein, viele haben keine Familie in der Nähe, und viele haben schon ohne Krisen kaum genug Geld.
Wer arm ist, aufstockt, studiert, chronisch krank oder alleinerziehend ist, kann nicht einfach ausweichen und wird am stärksten getroffen. 

Die Politik reagiert wiederholt mit Appellen statt Vorsorge

Als Bundeshauptstadt trägt Berlin besondere Verantwortung: für die Sicherheit seiner Bewohner*innen – besonders der sozial Schwächsten und für ein Stromnetz, das nicht beim kleinsten Ereignis kollabiert.  

Ich fordere den Berliner Senat und die Bundesregierung auf:
 
SOFORT

1. Notversorgung für die Bevölkerung
Supermärkte, Apotheken, Ärzt*innen und zentrale Stellen müssen bei Stromausfällen umgehend mit Notstrom versorgt werden, damit die Grundversorgung als staatliche Pflicht gesichert bleibt.

2. Pauschale Entschädigung für Haushalte
Alle betroffenen Haushalte müssen unbürokratisch und pauschal entschädigt werden, wenn Lebensmittel verderben. Diese Kosten dürfen nicht diejenigen treffen, die schon im Alltag kaum über die Runden kommen.

3. Öffentliche Hilfe statt Appelle
Die Stadt muss sofort Wärmepunkte, Ladepunkte, Trinkwasserstellen und Informationsorte bereitstellen. Niemand darf auf private Netzwerke verwiesen werden – in einer Stadt voller Single-Haushalte, Armut und Einsamkeit.
Krisenhilfe ist staatliche Aufgabe.


LANGFRISTIG

4. Resilientes Stromnetz bis 2028
Berlin braucht ein Netz mit Redundanz, Dezentralität und gesicherten Leitungen, damit nicht eine einzige Trasse ganze Stadtteile lahmlegt. Die Hauptstadt muss auf Klimakrise, Extremwetter, steigenden Energiebedarf und geopolitische Risiken vorbereitet sein.

5. Hauptstadt-Unterstützung durch den Bund
Berlin hat besondere sicherheitspolitische und diplomatische Bedeutung. Der Bund muss den Ausbau eines krisenfesten Netzes finanziell und strukturell unterstützen – durch Programme für Redundanz, dezentrale Versorgung und gemeinsame Infrastrukturplanung.

6. Soziale Krisenvorsorge gesetzlich verankern
Krisenpläne müssen die Realität Berlins abbilden: Single-Haushalte, Armut, fehlende Netzwerke und geringe Rücklagen. Niemand darf im Ausnahmefall allein oder ungeschützt bleiben. Dafür braucht es gesetzliche Schutzmechanismen, automatische Unterstützungsrechte und sofort aktivierbare Anlaufstellen.
 

Warum ist das wichtig?

Der aktuelle Stromausfall zeigt etwas, das tief im System steckt:
Wenn in Berlin ganze Stadtteile tagelang ausfallen, kommt keine sofortige staatliche Hilfe – sondern Appelle an die Privatperson.

Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey rät den Betroffenen:

„Menschen sollten bei Freund*innen oder Familienangehörigen unterkommen.“

Doch genau das ist das Problem:
Berlin ist eine Stadt voller Single-Haushalte, Armut, Einsamkeit und fehlender familiärer Netzwerke. Wer allein lebt, wenig Geld hat oder gesundheitlich eingeschränkt ist, kann nirgends unterkommen. Und gerade diese Menschen trifft ein Ausfall existenziell.

Gleichzeitig zeigt die Realität, wie gering die tatsächliche Krisenvorsorge ist:
Es gibt in Berlin nicht einmal mobile Notstromgeneratoren, die im Ernstfall Supermärkte, medizinische Versorgung oder zentrale Orte versorgen könnten.
Nicht einmal nach dem großen Ausfall 2025 wurde solche Grundausstattung beschafft – obwohl das technisch und organisatorisch in wenigen Wochen möglich wäre.

Andere Hauptstädte – selbst jene mit geringeren Ressourcen – besitzen mobile Notstromkapazitäten, die im Krisenfall sofort ausrücken. Berlin dagegen arbeitet weiterhin mit „Konzepten“ aus dem Dezember 2025, die in der Praxis kaum spürbar sind.

Und das ist der Kern des Problems:
Die Bevölkerung soll mit Appellen improvisieren, während strukturelle Lösungen fehlen. Ein Stromnetz, das beim kleinsten Ereignis kollabiert und ein Staat, der erst reagiert, wenn der Schaden schon eingetreten ist.

Mit Blick auf Klimakrise, Extremwetter, steigenden Energiebedarf und eine global angespannte Sicherheitslage ist klar: Das war nicht der letzte Ausfall – aber wir dürfen es zulassen, dass es wieder so abläuft.

Eine Hauptstadt darf ihre Menschen nicht im Dunkeln stehen lassen. Schon gar nicht jene, die im Alltag am wenigsten haben und am wenigsten Unterstützung erwarten können.

Penelope Alva Frank

Quelle:
RBB24.de
Berlin, Deutschland

Maps © Stamen; Data © OSM and contributors, ODbL

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2026-01-04 15:12:08 +0100

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