An: Nina Warken (CDU, Bundesministerin für Gesundheit), Katherina Reiche (CDU, Bundesministerin für Wirtschaft), Henrik Streeck (CDU, Drogenbeauftragter der Bundesregierung)
Alkoholwerbung verbieten

Fast 150.000 Menschen sterben in Deutschland jährlich an den Folgen von Nikotin- und Alkoholkonsum. [1] So auch meine Mutter.
Über 200 Erkrankungen werden durch Alkoholkonsum mitverursacht, darunter auch eine der tödlichsten: Krebs. Bereits geringe Mengen reichen aus, um das Krankheitsrisiko zu erhöhen. Die Schäden des Konsums kosten Deutschland jährlich 57 Milliarden Euro. Im Vergleich zu anderen Staaten tut Deutschland besonders wenig gegen den übermäßigen Alkoholkonsum. [2, 3, 4]
SPD und Union diskutieren bereits über strengere Regeln in der Alkoholpolitik. [5]
Wir fordern: Folgen Sie dem Appell der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Fachverbände - setzen Sie ein vollständiges Werbeverbot für Alkohol um!
Wir fordern: Folgen Sie dem Appell der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Fachverbände - setzen Sie ein vollständiges Werbeverbot für Alkohol um!
Warum ist das wichtig?
Werbebotschaften haben auch auf Kinder und Jugendliche messbar Einfluss. [2] Ein Werbeverbot wäre effektiv und kostengünstig. Viele Expert*innen raten dazu. [2, 6, 7]
Ich bin selbst Kind einer alkoholkranken Mutter. Über 40 Jahre lang habe ich unter der Verharmlosung von Alkohol als Genussmittel und Kulturgut gelitten - unter der Stigmatisierung von Alkoholerkrankten und Selbststigmatisierung von Angehörigen als verhaltensschwache und ausgegrenzte Menschen.
Weil Alkohol als unbedenkliches Alltagsgetränk normalisiert wird, war es mir lange nicht möglich, die gesundheitlichen Risiken von Alkohol für mich persönlich zu verstehen und die Erkrankung meiner Mutter angemessen als Angehörige zu begreifen.
Niemand kann persönlich etwas dafür, wenn wir durch Alkoholkonsum unsere Familien, Gesundheit und Leben zerstören und verlieren.
Wer aber klare Mitschuld trägt: Die Alkohol-Lobby. Wissenschaftliche Analysen zeigen: Ihren Hauptumsatz macht die Alkoholindustrie mit riskantem und suchtbedingtem Konsum.[8] Trotzdem investiert sie Milliarden in Marketing, um die negativen Folgen von Alkoholkonsum herunterzuspielen, “Selbstverantwortung” zu propagieren und Regulierungsmaßnahmen anzuzweifeln. Dafür lobbyiert sie auch intensiv bei unseren politischen Entscheidungsträger*innen. Erst im April 2025 hat der Sektverband ein Büro direkt am Brandenburger Tor eröffnet. [5, 9]
NEIN: Ich will Alkohol nicht verbieten. Sondern ich möchte, dass es verboten wird, aus kommerziellen Interessen heraus Menschen zu belügen, zu betrügen und zu manipulieren, bis sie voller Selbstverachtung an den Folgen ihres „verantwortungslosen Konsums“ unbemerkt von uns gehen. So wie meine Mama Gerti.
Die schwarz-rote Koalition zeigte sich in den letzten Monaten offen für einige Regulierungsmaßnahmen, insbesondere um den Konsum von Jugendlichen zu reduzieren. [5, 10, 11] Wenn CDU/CSU und SPD es ernst meinen mit dem Jugendschutz, dann wäre ein Werbeverbot nur konsequent.
Quellen:
[1] “DHS Jahrbuch Sucht 2025” https://www.dhs.de/unsere-arbeit/dhs-jahrbuch-sucht/
Quellen:
[1] “DHS Jahrbuch Sucht 2025” https://www.dhs.de/unsere-arbeit/dhs-jahrbuch-sucht/
[2] “DHS, BÄK, BPtK, DGPPN und DG-Sucht fordern größere Anstrengungen der Bundesregierung zur strukturellen Prävention der Folgen des Alkoholkonsums”, dhs.de, 06. Juni 2024, https://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/Positionspapier_%E2%80%93_Strukturelle_Pr%C3%A4vention_der_Folgen_des_Alkoholkonsums__3_.pdf
[3] “Am besten null Promille - neues DGE-Positionspapier zu Alkohol”, Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., 14. August 2024, https://www.dge.de/presse/meldungen/2024/dge-positionspapier-zu-alkohol/
[4] “Statistiken zum Alkoholkonsum”, Bundesministerium für Gesundheit, Stand 24. September 2025, https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/a/alkohol.html
[5] “Kommt jetzt die alkoholpolitische Kehrtwende?”, Tagesschau Online, 26. Juli 2025, https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/alkohol-lobby-gesetze-bundesregierung-100.html
[6] “Gesundheitsministerium ignoriert Studie zu Alkoholwerbung”, NDR Online, 08. Januar 2025, https://www.ndr.de/nachrichten/info/Gesundheitsministerium-ignorierte-Studie-zu-Alkoholwerbung,alkoholwerbung100.html
[5] “Kommt jetzt die alkoholpolitische Kehrtwende?”, Tagesschau Online, 26. Juli 2025, https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/alkohol-lobby-gesetze-bundesregierung-100.html
[6] “Gesundheitsministerium ignoriert Studie zu Alkoholwerbung”, NDR Online, 08. Januar 2025, https://www.ndr.de/nachrichten/info/Gesundheitsministerium-ignorierte-Studie-zu-Alkoholwerbung,alkoholwerbung100.html
[7] “Alkoholkonsum: WHO warnt Europäer”, ZDF Heute Online, 14. Oktober 2025, https://www.zdfheute.de/panorama/alkoholkonsum-krebs-europa-who-100.html
[8] “Das Geschäft mit dem Leid – wie viel Umsatz macht die Alkoholindustrie mit Risiko- und Hochkonsum?”, Carolin Kilian, Nathalie Stüben, Anna Schranz, Justin Möckl, Sally Olderbak, Ludwig Kraus und Jakob Manthey. September 26, 2025, https://doi.org/10.1024/0939-5911/a000955
[8] “Das Geschäft mit dem Leid – wie viel Umsatz macht die Alkoholindustrie mit Risiko- und Hochkonsum?”, Carolin Kilian, Nathalie Stüben, Anna Schranz, Justin Möckl, Sally Olderbak, Ludwig Kraus und Jakob Manthey. September 26, 2025, https://doi.org/10.1024/0939-5911/a000955
[9] “Gemeinsame Forderung der 5 Sucht-Selbsthilfeverbände zur Verminderung alkoholbedingter Gesundheitsschäden”, dhs.de, Juni 2024, https://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/Alkoholpolitische-Forderungen_5-Verbaende.pdf
[10] “Wein und Bier erst ab 18? Koalitionspolitiker offen für schärfere Regeln”, Spiegel Online, 04. August 2025, https://www.spiegel.de/politik/deutschland/alkohol-wein-und-bier-erst-ab-18-koalitionspolitiker-offen-fuer-schaerfere-regeln-a-a29172d1-9fe4-410d-a2bf-8f2aff1a81d6
[11] “Schluss mit Alkohol ab 14? Bundesrat fordert Ende des “begleiteten” Trinkens”, Tagesspiegel Online, 26. September 2025, https://www.tagesspiegel.de/politik/schluss-mit-alkohol-ab-14-bundesrat-fordert-ende-des-begleiteten-trinkens-14398097.html
Wie die Unterschriften übergeben werden
Persönlich in Berlin während der COA-Aktionswoche 22. bis 28. Februar 2026
https://coa-aktionswoche.de