Die Müller-Gruppe ist kein gewöhnlicher Lebensmittelkonzern. Ihr Gründer Theo Müller pflegt enge Kontakte zur AfD – einer Partei, die demokratische Institutionen angreift und rechte Hetze verbreitet. Durch diesen Umgang normalisiert Theo Müller die extrem rechte Partei und macht die AfD zudem salonfähig. Gleichzeitig lebt Müller in der Schweiz, und vermeidet so deutsche Steuern, während sein Konzern, mit Sitz in Luxemburg, durch Übernahmen wie in Lüneburg massiv an Einfluss gewinnt.
Schon früher hat die Müller-Gruppe nach Übernahmen Werke geschlossen oder Personal abgebaut – zuletzt beim Traditionsunternehmen Landliebe. Auch in Lüneburg gibt es keine Garantie, dass der Standort langfristig bestehen bleibt. Die Beschäftigten stehen unter enormem Druck, die Zukunft ist ungewiss.
Besonders bedenklich ist das Zusammenspiel von wirtschaftlicher Macht, politischer Einflussnahme und gesellschaftlicher Verantwortungslosigkeit. Wer wie Müller Steuerschlupflöcher nutzt, Arbeitsplätze gefährdet und antidemokratische Kräfte hofiert, darf keine Unterstützung durch staatliche Stellen erwarten.
Die Landesregierung muss deshalb jetzt handeln: mit klaren Gesprächen, öffentlichen Zusagen und einem kritischen Blick auf den gesamten Übernahmeprozess. Sie darf Lüneburg nicht allein lassen. Ein starker Industriestandort braucht klare politische Rückendeckung – besonders, wenn Arbeitsplätze und demokratische Werte zugleich bedroht sind.
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Quellen:
- “Möglicher Eigentümerwechsel: Joghurtmarke Lünebest vor Verkauf – Hochwald will Produktion an Müllermilch abgeben”, Landeszeitung Winsener Anzeiger, 19. November 2025
- “Party, Parteispenden, Proteste: Lüneburger Molkerei vor Besitzerwechsel: Wie braun ist die Müllermilch?”, Landeszeitung Winsener Anzeiger, 20. November 2025
- “Das sagt die Gewerkschaft: Nach Verkauf an Theo Müller: Lünebest-Mitarbeiter bangen um Erhalt des Standortes Lüneburg”, Landeszeitung Winsener Anzeiger, 21. November 2025
- “Stimmung bei Lünebest: „Heuschrecken-Strategie?“ – Müllermilch sorgt nach Landliebe-Aus für Unruhe in Lüneburg”, Landeszeitung Winsener Anzeiger, 22. November 2025