Skip to main content

An: Bundestag

Ein Recht auf Fassadenbegrünung – Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz

 Wir fordern den Bundestag auf

  • ein Recht auf Fassadenbegrünung für Mieter:innen in bestehende Gebäude gesetzlich zu verankern, 
  • Genehmigungsverfahren zu vereinfachen,
  • Vermieter:innen und öffentliche Eigentümer mit starker Förderung zu unterstützen.

Warum ist das wichtig?

 Unsere Beton-Städte werden immer heißer. Bereits heute erreichen Wohnungen während Hitzewellen Temperaturen von über 30 °C. In einigen Dachwohnungen war es über 45°C heiß. Für ältere Menschen, Kinder, chronisch Kranke, unsere Haustiere und viele andere wird dies zu einer ernsten Gesundheitsgefahr.

Die Folgen sind bereits heute dramatisch: In der Bundesrepublik sind in diesem Jahr bislang 810 Menschen hitzebedingt verstorben – und zwar bereits bevor im Juni die große Hitzewelle begann. Extreme Hitze ist eine akute Bedrohung für das Leben vieler Menschen.

Besonders gefährdet sind Menschen, die sich nicht einfach schützen können. Schlechte Wohnverhältnisse, soziale Isolation und Armut machen Hitze zur Lebensgefahr. Wer in einer Dachgeschosswohnung oder einer stark aufgeheizten Altbauwohnung lebt, keine Klimaanlage bezahlen kann und keinen kühlen Rückzugsort hat, ist der Hitze oft schutzlos ausgeliefert.

Dabei kennen wir längst wirksame Lösungen. Eine der einfachsten, natürlichsten und kostengünstigsten Maßnahmen ist die Fassadenbegrünung.

Kletterpflanzen wie Efeu oder Wilder Wein beschatten Fassaden, kühlen sie durch Verdunstung und können deren Oberflächentemperatur erheblich senken. 

Die Fassade selbst kann 10-20 Grad abgekühlt werden. Dadurch wird auch die Aufheizung vieler Wohnungen um 1-2 Grad reduziert. Gleichzeitig verbessern begrünte Fassaden das Mikroklima, binden Feinstaub, fördern die Artenvielfalt und dämpfen Straßenlärm. Anders als Klimaanlagen benötigen sie kaum Energie und verstärken die Klimakrise nicht durch zusätzlichen Stromverbrauch und Abwärme.

Obwohl die Vorteile seit Jahren wissenschaftlich belegt sind und es  Förderprogramme für Gebäudebegrünung gibt, werden Fassadenbegrünungen noch immer viel zu selten umgesetzt. Mieterinnen und Mieter können sie meist nicht selbst veranlassen, Eigentümer schrecken vor Aufwand oder Unsicherheit zurück, und notwendige Genehmigungen – insbesondere für Pflanzbeete im öffentlichen Straßenraum – sind oft kompliziert. 

Jede ungenutzte Fassade ist eine vertane Chance, unsere Stadt kühler, gesünder und lebenswerter zu machen.

Die nächste Hitzewelle kommt. Wir dürfen nicht warten, bis erneut Menschen in überhitzten Wohnungen erkranken oder sterben. Hitzeschutz muss als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge verstanden werden.

Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz. Ein Recht auf Fassadenbegrünung rettet Leben. Jetzt ist die Zeit zu handeln.

Kategorie

Neuigkeiten

2026-07-10 07:14:46 +0200

25 Unterschriften erreicht

2026-07-08 10:56:09 +0200

10 Unterschriften erreicht