Skip to main content

An: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach

Gleichberechtigung und Fairness für pflegende Angehörige

Bild von Dominik Lange auf Unsplash
Sehr geehrter Herr Lauterbach,

laut dem statistischen Bundesamt wurden 2021 4,17 Millionen Pflegebedürftige beziehungsweise 84 % der pflegebedürftigen Menschen zu Hause versorgt.
Im krassen Gegensatz dazu stehen jedoch die Pflegegelder. Eine häuslich gepflegte Person erhält als Pflegegeldleistung von der Pflegekasse lediglich rund 47% des Satzes bei vollstationärer Pflege, bezogen auf Pflegegrad 5.
Das ist nicht nur diskriminierend und unfair gegenüber den pflegenden Angehörigen, sondern schlicht auch eine finanziell sehr hohe Belastung für die Betroffenen. Denn die häusliche Pflege ist keinesfalls eine billigere oder qualitativ schlechtere Pflegevariante verglichen mit der vollstationären Pflege. 
Die pflegenden Angehörigen stemmen einen schier unmöglichen Spagat zwischen Beruf, Pflege und anderen persönlichen bzw. familiären Aufgaben.
Das wird weder gesehen noch wertgeschätzt. Im Gegenteil die unfaire Verteilung der Pflegegelder ist schlicht blanker Hohn für die Angehörigen. 
Daher fordere ich hiermit ein echtes Pflegestärkungsgesetz, welches die Mehrheit der Pflegebedürftigen Deutschlands auch tatsächlich berücksichtigt und die gleichen Pflegegelder für die vollstationäre wie auch für die häusliche Pflege vorsieht. 

Warum ist das wichtig?

4,17 Millionen Menschen in Deutschland werden trotz ihrer Pflegebedürftigkeit zu Hause versorgt und gepflegt. Das ist ein Anteil von 84% aller pflegebedürftigen Menschen in Deutschland. 
Einer dieser Menschen lebt seit nunmehr 5 Jahren bei meiner Familie und mir zu Hause und wird täglich unter großem persönlichen Einsatz von mir gepflegt. 
Die enorme physische und psychische Belastung hat ihre Spuren hinterlassen und trotzdem würden die Entscheidung immer wieder genauso treffen. 
Wir müssen alles (unsere Jobs, unser Privatleben, unsere sozialen Kontakte und Verpflichtungen, unseren Urlaub, die Hobbies der Kinder, den Familienurlaub und selbst Kleinigkeiten wie Arztbesuche oder Einkäufe) der Pflegesituation und den Bedürfnissen der pflegebedürftigen Person unterordnen. 
Dieser Spagat ist manchmal schier übermenschlich, Kurzzeitpflege- oder auch Verhinderungspflegeplätze sind mit einer Grenze an das Unmögliche nicht zu finden und wir bedienen uns in unserer Not einer privat eingestellten Pflegekraft. 
Das ist ein teures Unterfangen und die Kosten werden nicht im Mindesten von dem Pflegegeld gedeckt. Die Kosten eines Pflegeheims werden ebenfalls mitnichten durch den Pflegegeldbetrag gedeckt, aber immerhin wird hier etwas mehr als das Doppelte gezahlt. Warum? Ist die häusliche Pflege weniger wert oder haben pflegende Angehörige weniger Unterstützung verdient?

Kategorie

Neuigkeiten

2025-05-04 11:40:22 +0200

25 Unterschriften erreicht

2024-12-25 18:16:39 +0100

10 Unterschriften erreicht