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An: Die Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Karin Prien, und die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit JETZT!

Foto: Flavia Jacquier
Frauen verdienen in Deutschland im Durchschnitt immer noch 16 Prozent weniger als Männer (Gender Pay Gap). Dies führt zu einer Rentenlücke von durchschnittlich 36 Prozent bei Frauen im Vergleich zu Männern – und oft direkt in die Altersarmut.

Die EU hat deshalb eine neue Richtlinie beschlossen, die Lohnunterschiede sichtbar machen und verhindern soll. Deutschland hätte diese Regeln bis zum 7. Juni 2026 in nationales Recht umsetzen müssen. Doch die zuständige Ministerin, Karin Prien (CDU), hat die Frist verstreichen lassen und verschleppt die Umsetzung.

Wir fordern: Stoppen Sie die Blockadehaltung und bringen Sie ein Gesetz für echte Lohngerechtigkeit zügig auf den Weg! 

Dabei dürfen die Vorgaben der EU nicht abgeschwächt werden. Ein schwaches Gesetz mit wenig Wirkung wie das von 2017 brauchen wir kein zweites Mal!

Warum ist das wichtig?

Bisher können Betroffene ihr Recht auf gleichen Lohn meist nur in jahrelangen Klageverfahren durch mehrere Instanzen durchsetzen. Die EU-Richtlinie bietet endlich wirksame Instrumente für echte Lohngerechtigkeit:

  • Transparenz der Löhne: Beschäftigte erhalten das Recht zu erfahren, wie viel ihre Kolleg*innen in gleicher oder gleichwertiger Position im Durchschnitt verdienen.
  • Unternehmen müssen Lohnunterschiede erklären: Im Klagefall müssen Unternehmen beweisen, dass die Person nicht aufgrund ihres Geschlechts schlechter bezahlt wird.
  • Berichtspflicht: Unternehmen ab 100 Beschäftigten werden dazu verpflichtet, regelmäßig Lohnunterschiede aufgrund des Geschlechts offenzulegen.
  • Transparenz bei der Einstellung: Arbeitgebende müssen künftig bereits vor dem ersten Vorstellungsgespräch das Einstiegsgehalt oder eine Gehaltsspanne offenlegen.
  • Fragen nach dem bisherigen Gehalt nicht mehr zulässig: Unternehmen dürfen sich bei Bewerber*innen nicht mehr nach ihrem vorherigen Verdienst erkundigen. Dies soll verhindern, dass Lohnungleichheit weiter fortgeführt wird.

Mithilfe dieser Rechtsinstrumente wird es für Millionen Betroffene sofort einfacher werden, ihr Recht auf gleichen Lohn, entgangenes Entgelt und Schadensersatz einzufordern. 

Wir können und wollen nicht länger warten! 

Die Bundesregierung begründet die Verzögerung mit der „wirtschaftlichen Lage“ und der Vermeidung von Bürokratie für Unternehmen. Doch Lohngerechtigkeit ist ein Grundrecht und keine „Bürokratiehürde“, die man nach Belieben verschieben kann. Aus Sicht des Ökonomen Simon Jäger würde mehr Transparenz bei Löhnen sogar den Arbeitsmarkt stärken und zu mehr Gleichstellung und Produktivitätswachstum in der Wirtschaft führen.

Auch Prof. Dr. Heide Pfarr, Juristin und Mitglied der Expert*innen-Kommission zur Umsetzung der EU-Richtlinie, warnt vor den Folgen der Verzögerung: Deutschland riskiere ein Vertragsverletzungsverfahren. Und: Für Unternehmen bleibt weiterhin unklar, welche Regeln künftig gelten. Diese Unsicherheit sei schlimmer als der vermeintlich hohe bürokratische Aufwand. Selbst die eingesetzte Kommission zur bürokratiearmen Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie sieht das Potential professioneller digitaler HR-Tools, diesen Aufwand zu reduzieren.

Jeder Tag, an dem die Umsetzung verschleppt wird, bedeutet, dass Lohnraub gegenüber Frauen weiter hingenommen wird. Für Frauen entstehen dadurch handfeste finanzielle Einbußen, die später oft direkt in die Altersarmut führen. 

“Gleicher Lohn für gleiche Arbeit” ist kein „Nice-to-have“, sondern ein Grundrecht – das Grundrecht auf Gleichbehandlung! Wir fordern die Bundesregierung auf, das Gesetz endlich auf den Weg zu bringen. 

Quellen:
(6) Heide Pfarr, taz (4.06.2026)
(7) Jutta Allmendinger, Tagesspiegel (21.06.2026)

Silke Georgi, Svenja Olbrich, Sarah Krümpelmann von DiscriminAid

Erstunterzeichner*innen:
Alltagsheld:innen - Stiftung für die Rechte von Alleinerziehenden
Antidiskriminierungsbüro Sachsen e.V. (ADB) 
Bundesverband der Mütterzentren e.V.
Bündnis Ökonomische Bildung Deutschland e.V. 
Business and Professional Women (BPW) Germany e.V.
Campact e.V. 
Das NETTZ gGmbH
Deutscher Juristinnenbund e.V. (djb)
Fair für Kinder e.V. 
filia.die frauenstiftung 
Journalistinnenbund e.V.
Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) – Bundesverband e. V.
LIFE Bildung Umwelt Chancengleichheit e.V.
Liga für unbezahlte Arbeit (LUA) e.V. 
Madame Moneypenny GmbH
Neues Amt Altona eG
New Pay Collective 
New Work Women 
Roter Tisch_Care 
Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) Bundesverband e.V.
Weltladen-Dachverband e.V. 
Women for Women International (DE) GmbH 
Zentrum ÜBERLEBEN gGmbH

Prof. Jutta Allmendinger, Ph.D., Berlin
Prof. Dr. Susanne Baer, Präsidentin, Deutscher Juristinnenbund 
Kirsten Breustedt, Vorständin, Business and Professional Women Germany Club Berlin e.V.
Leslie Katharina Czienienga, Dipl.-Soz.-Wiss., Führungskraft 
Katharina Dermühl, Sozialunternehmerin
Heike Fiestas Cueto, Präsidentin, Business and Professional Women (BPW) Germany e.V.
Sven Franke, Founding Member, New Pay Collective 
Robert Franken, Organisationsberater und Botschafter für HeForShe Deutschland
Jonathan Funke, Sozialunternehmer
Gabriele Gamroth-Günther, Juristin
Josephin Haardt, Geschäftsführerin, Radikale Töchter
Gerhard Hafner, Psychologe, Täterarbeit gegen häusliche Gewalt und Botschafter für   HeForShe Deutschland
Lunia Hara, Autorin und Beraterin für empathische Führung
Daphne Heinsen, Geschäftsführende Vorständin, Campact e.V.
Franzi Helms, Vorstand, LUA e.V.
Simone Katter, Expertin für politische Kampagnen und Kommunikation
Delia Keller, Designerin, Künstlerin und Aktivistin
Cesy Leonard, Geschäftsführerin, Radikale Töchter 
Sarah Lincoln, Gesellschaft für Freiheitsrechte 
Jo Lücke, Vorstand, LUA e.V.
Prof. Dr. Nora Markard, Universität Münster
Lilian Masuhr, Gründerin, Arbeitsglück
Birte Meier, Investigativ-Journalistin
Susanne Moll-Real, Inhaberin, moll-real werbeberatung 
Nadine Nobile, Initiatorin, New Work Women
Dr. Hedda Ofoole Knoll, General Director, Employers for Equality GmbH
Jörn Olbrich, dipl. Verwaltungswirt (FH), Polizeioberkommissar a.D.
Annamaria Olsson, Gründerin, Stories from the Beauty Parlor 
Daya Paterek, Sozialpädagogin, Speakerin und Content Creatorin
Prof. Dr. Heide Pfarr, Rechtswissenschaftlerin, Mitglied der Expertenkommission „Bürokratiearme Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie“
Sissi Pitzer, Vorständin, Journalistinnenbund e.V.
Anna Poeschel, Gründerin, Women*s Society Berlin e.V. 
Dr. Bettina Schleicher, Rechtsanwältin, Initiatorin des Equal Pay Days in Deutschland
Hanna Tillmanns, Vorständin, Business and Professional Women Germany Club Berlin e.V.
Christina van Laak, Vorständin, Business and Professional Women Germany Club Berlin e.V.
Randi Worath, Abteilungsleiterin Personal, Berliner Hochschule für Technik 
Uta Zech, Vorständin, Business and Professional Women Germany Club Berlin e.V.

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