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An: Deutscher Fußball-Bund DFB, Bernd Neuendorf, Präsident
Haltung zeigen: WM-Teilnahme absagen – DFB-Team zurückziehen!
Sehr geehrter Herr Neuendorf,
in gut einem halben Jahr startet die FIFA Fußball Weltmeisterschaft in den USA, in Kanada und in Mexiko. Nicht nur das größte Sportereignis der Welt, sondern normalerweise auch ein friedliches Fest aller Nationen um den Ball.
Doch dieses Mal ist alles anders. Es vergeht kein Tag ohne Donald Trump. Wirre Auftritte, Beleidigungen, Drohungen und Erpressungen gegenüber Minderheiten, Volksgruppen, Nationen und Verbündeten. Einreisende müssen sich in Grenzkontrollen erniedrigenden Prozeduren unterziehen. Nationalgardisten schüchtern mit martialischen Auftritten friedliche Bürger*innen und Demonstrierende ein. Verurteilte Straftäter vom Sturm aufs Capitol werden begnadigt. ICE-Agents führen Verfolgte kamerawirksam ab oder erschießen Kontrollierte. Medien werden ausgeschlossen, eingeschüchtert oder gleichgeschaltet. Ein in den USA ungekannter Personenkult um den Präsidenten nimmt groteske Züge an. Und was der nächste Tag bringen wird, weiß niemand, von nächstem Sommer ganz zu schweigen.
Das ist keine Stimmung für eine friedliche WM. Das ist keine Bühne für unser Team. Und auch wenn es Kanada und Mexiko gleichermaßen betrifft:
Ziehen wir unsere WM-Teilnahme in den USA zurück!
Vor zwanzig Jahren wurde die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland zu einem vielfältigen Fußballfest: Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen feierten gemeinsam, friedlich und in offener Atmosphäre das "Sommermärchen". Solche positiven Erfahrungen gab es auch bei anderen WM-Turnieren – etwa in Südafrika 2010 und Brasilien 2014, die ebenfalls für ihre lebendige Stimmung, Gastfreundschaft und das gemeinsame Feiern über Grenzen hinweg in Erinnerung geblieben sind.
Der Unterschied zur bevorstehenden „Trump-Show“ könnte größer nicht sein. Dieses Mal bedroht der Präsident des Gastgeberlandes USA einen Bündnispartner, weil er den Friedensnobelpreis nicht erhalten hat. Stattdessen verleiht ihm Gianni Infantino den FIFA-Friedenspreis.
Der Unterschied zur bevorstehenden „Trump-Show“ könnte größer nicht sein. Dieses Mal bedroht der Präsident des Gastgeberlandes USA einen Bündnispartner, weil er den Friedensnobelpreis nicht erhalten hat. Stattdessen verleiht ihm Gianni Infantino den FIFA-Friedenspreis.
Unser Team sollte für jemanden, der für das Gegenteil von all dem steht, wofür wir stehen, nicht die Kulisse bieten.
Sicher: Eine WM-Teilnahme ist für jeden Sportler das Größte. Ein Verzicht wiegt für jeden Spieler, jedes Teammitglied und die vielen Fans sehr schwer. Aber es kann nicht gleichgültig sein, wenn man zum Statist in einem bitteren Schauspiel werden soll. Wie oft schon hat unser Team gute Miene zu bösem Spiel gemacht, machen sollen, machen müssen. Statt missglückter Auftritte und falsch verstandener Botschaften wie zuletzt in Qatar ist jetzt klare Kante gefragt – als vierfacher Fußball-Weltmeister eines weltoffenen und toleranten, demokratischen und friedlichen Deutschlands.
Diese Situation ist einzigartig. Und es ist Zeit, dass wir jetzt sagen:
Haltung zeigen: WM-Teilnahme absagen – DFB-Team zurückziehen!
Warum ist das wichtig?
Als vierfacher Fußball-Weltmeister ist unsere Nationalmannschaft Vertreter eines weltoffenen und toleranten, demokratischen und friedlichen Deutschlands. Sie darf nicht Statist für Donald Trump und eine WM im Ausnahmezustand sein.