100 Unterschriften erreicht
An: die Vorsitzenden der Regierungsfraktionen CDU und Bündnis 90/Die Grünen im Landtag NRW, sowie Innenminister Herbert Reul (CDU)
Justice for Pedro: Unabhängige Betroffenenhilfe und Aufklärung nach Polizeigewalt
Am 8. April 2026 befand sich Pedro Corona aus Köln in einer psychischen Belastungssituation. Seine Freunde riefen den Rettungsdienst, um medizinische Hilfe zu holen. Doch kurz bevor der Rettungseinsatz beendet war, zog die Notärztin die Polizei hinzu. Der Einsatz endete für Pedro fatal: Pedro wurde ins Gesicht geschlagen, in Bauchlage fixiert, zwangsmediziert und ihm wurden zwei Spuckhauben übergezogen. Zudem wurde er als „Spacko“ beleidigt und es wurde vorgeschlagen, seinen Zopf abzurasieren. Beim Abtransport wurde Pedro ungefähr 20 Minuten in Bauchlage fixiert, auf der Trage liegen gelassen, bis er einen Herz-Kreislaufstillstand erlitt und 23 Minuten lang reanimiert werden musste. Heute lebt Pedro mit irreparablen Hirnschäden schwerbehindert in einer Pflegeeinrichtung.
Pedros Fall zeigt auf tragische Weise, was passiert, wenn Menschen in psychischen Ausnahmesituationen nicht mit adäquaten Hilfesystemen, sondern mit Zwang und exzessiver Gewalt begegnet wird.
Erst öffentlicher Druck brachte die Ermittlungen ins Rollen: Im Fall von Pedro Corona sah die Staatsanwaltschaft zunächst keinen konkreten Anlass, gegen die beteiligten Einsatzkräfte zu ermitteln. Erst als Angehörige auf Pedros eigenem Handy ein Video entdeckten, wurden die massiven Widersprüche zur bisherigen offiziellen Darstellung überhaupt erst sichtbar und belegbar. Erst durch diesen Fund sowie den unermüdlichen Druck von Familie, Freunden und Pedros Partner Julian und zuletzt auch uns, als Pedros Anwalt und Initiative, leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen zwei Polizeikräfte und die Notärztin ein.
Das zeigt eindringlich: Die lückenlose Aufklärung schwerster Gewaltanwendung darf nicht vom Glück abhängen, zufällig ein Video zu finden. Sie darf nicht davon abhängen, ob Angehörige die Kraft, die Ressourcen und ein privates Netzwerk besitzen, um monatelang juristischen und öffentlichen Druck aufzubauen. Oder ob die betroffene Person überhaupt ein soziales Netzwerk hatte.
Deshalb fordern wir die umgehende Einrichtung einer Ermittlungs- und Kontrollstelle außerhalb des Polizeiapparats, die zugleich als Hilfe- und Anlaufstelle für Betroffene und Angehörige agiert.
Diese unabhängige Stelle soll schwere Fälle von Polizeigewalt neutral und umfassend prüfen, Beweismittel eigenständig auswerten und institutionellen Widersprüchen nachgehen, ohne dabei die Beweislast auf die Betroffenen abzuwälzen. Gleichzeitig soll sie Betroffenen und Angehörigen als professionelle Anlaufstelle zur Seite stehen, ihnen ein Anhörungsrecht gewähren und sie während laufender Verfahren kontinuierlich begleiten. Um eine ganzheitliche und unabhängige Bewertung zu gewährleisten, soll die Stelle interdisziplinär besetzt sein und Fachkräfte aus der Zivilgesellschaft, der Medizin, der Wissenschaft, der sozialen Praxis und der Justiz zusammenbringen.
Die Ergebnisse der Aufarbeitung sollen als Basis für Transparenz und unabhängige Forschung zu Polizeigewalt, Zwangsmaßnahmen, schweren Verletzungen und Todesfällen genutzt werden. Aus den detaillierten Fallanalysen sollen konkrete Schutzkonzepte, Handlungsempfehlungen und wissenschaftliche Erkenntnisse abgeleitet werden, die direkt in die Aus- und Fortbildung von Polizei und Rettungsdiensten einfließen, um Gewalt bei Einsätzen in psychischen Krisen künftig wirksam zu verhindern.
Pedros Fall zeigt auf tragische Weise, was passiert, wenn Menschen in psychischen Ausnahmesituationen nicht mit adäquaten Hilfesystemen, sondern mit Zwang und exzessiver Gewalt begegnet wird.
Erst öffentlicher Druck brachte die Ermittlungen ins Rollen: Im Fall von Pedro Corona sah die Staatsanwaltschaft zunächst keinen konkreten Anlass, gegen die beteiligten Einsatzkräfte zu ermitteln. Erst als Angehörige auf Pedros eigenem Handy ein Video entdeckten, wurden die massiven Widersprüche zur bisherigen offiziellen Darstellung überhaupt erst sichtbar und belegbar. Erst durch diesen Fund sowie den unermüdlichen Druck von Familie, Freunden und Pedros Partner Julian und zuletzt auch uns, als Pedros Anwalt und Initiative, leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen zwei Polizeikräfte und die Notärztin ein.
Das zeigt eindringlich: Die lückenlose Aufklärung schwerster Gewaltanwendung darf nicht vom Glück abhängen, zufällig ein Video zu finden. Sie darf nicht davon abhängen, ob Angehörige die Kraft, die Ressourcen und ein privates Netzwerk besitzen, um monatelang juristischen und öffentlichen Druck aufzubauen. Oder ob die betroffene Person überhaupt ein soziales Netzwerk hatte.
Deshalb fordern wir die umgehende Einrichtung einer Ermittlungs- und Kontrollstelle außerhalb des Polizeiapparats, die zugleich als Hilfe- und Anlaufstelle für Betroffene und Angehörige agiert.
Diese unabhängige Stelle soll schwere Fälle von Polizeigewalt neutral und umfassend prüfen, Beweismittel eigenständig auswerten und institutionellen Widersprüchen nachgehen, ohne dabei die Beweislast auf die Betroffenen abzuwälzen. Gleichzeitig soll sie Betroffenen und Angehörigen als professionelle Anlaufstelle zur Seite stehen, ihnen ein Anhörungsrecht gewähren und sie während laufender Verfahren kontinuierlich begleiten. Um eine ganzheitliche und unabhängige Bewertung zu gewährleisten, soll die Stelle interdisziplinär besetzt sein und Fachkräfte aus der Zivilgesellschaft, der Medizin, der Wissenschaft, der sozialen Praxis und der Justiz zusammenbringen.
Die Ergebnisse der Aufarbeitung sollen als Basis für Transparenz und unabhängige Forschung zu Polizeigewalt, Zwangsmaßnahmen, schweren Verletzungen und Todesfällen genutzt werden. Aus den detaillierten Fallanalysen sollen konkrete Schutzkonzepte, Handlungsempfehlungen und wissenschaftliche Erkenntnisse abgeleitet werden, die direkt in die Aus- und Fortbildung von Polizei und Rettungsdiensten einfließen, um Gewalt bei Einsätzen in psychischen Krisen künftig wirksam zu verhindern.
Warum ist das wichtig?
Ob Polizeigewalt rechtmäßig und verhältnismäßig war, lässt sich selten durch die internen Berichte der beteiligten Behörden klären. Es braucht den objektiven Blick von außen.
Pedro ist kein Einzelfall: Auch Ibrahima Barry aus Mülheim an der Ruhr erlitt während einer psychischen Krise in Polizeigewahrsam einen tödlichen Herz-Kreislaufstillstand. Obwohl Bodycam-Aufnahmen existierten, wurde das Ausmaß der Gewalt (eine mindestens zwölfminütige Fixierung in Bauchlage unter Druck auf den Rücken) erst sichtbar, als die Zivilgesellschaft (Forensis) das Material unabhängig rekonstruierte.
Beweismittel können vorhanden sein. Entscheidend ist, wer Zugang zu ihnen bekommt und wie unabhängig sie ausgewertet werden. Betroffene und Angehörige sollten nicht selbst zu Ermittlern, Juristen und Experten werden müssen, um gehört zu werden. Wir brauchen eine staatlich unabhängige Instanz, die Betroffene auffängt, Transparenz schafft und struktureller Straflosigkeit entgegenwirkt.
Quellen
• Pedros Rechtsanwalt Simón Gonzáles
• Initiative “Justice for Pedro”
• Umstrittene Polizeieinsätze: Tot nach Fixierung? (Tagesschau, 28.08.2026)
• Fixiert bis zum Tod? Wenn Polizeieinsätze tödlich enden (MONITOR, 27.08.2026)
• Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Polizei und Ärztin (WDR, 29.07.2026)
• Warum in Bauchlage der Erstickungstod droht (WDR, 22.06.2026)
Pedro ist kein Einzelfall: Auch Ibrahima Barry aus Mülheim an der Ruhr erlitt während einer psychischen Krise in Polizeigewahrsam einen tödlichen Herz-Kreislaufstillstand. Obwohl Bodycam-Aufnahmen existierten, wurde das Ausmaß der Gewalt (eine mindestens zwölfminütige Fixierung in Bauchlage unter Druck auf den Rücken) erst sichtbar, als die Zivilgesellschaft (Forensis) das Material unabhängig rekonstruierte.
Beweismittel können vorhanden sein. Entscheidend ist, wer Zugang zu ihnen bekommt und wie unabhängig sie ausgewertet werden. Betroffene und Angehörige sollten nicht selbst zu Ermittlern, Juristen und Experten werden müssen, um gehört zu werden. Wir brauchen eine staatlich unabhängige Instanz, die Betroffene auffängt, Transparenz schafft und struktureller Straflosigkeit entgegenwirkt.
Quellen
• Pedros Rechtsanwalt Simón Gonzáles
• Initiative “Justice for Pedro”
• Umstrittene Polizeieinsätze: Tot nach Fixierung? (Tagesschau, 28.08.2026)
• Fixiert bis zum Tod? Wenn Polizeieinsätze tödlich enden (MONITOR, 27.08.2026)
• Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Polizei und Ärztin (WDR, 29.07.2026)
• Warum in Bauchlage der Erstickungstod droht (WDR, 22.06.2026)