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An: Senat von Berlin, Bürgermeister Kai Wegner, Senatorin Cansel Kiziltepe

Kältehilfe in Berlin JETZT

Seit Wochen erlebt Berlin extreme Minusgrade bis zu –15 °C. Für viele Menschen sind diese Temperaturen unangenehm – für wohnungslose und obdachlose Menschen sind sie lebensbedrohlich.

Soziale Einrichtungen und ehrenamtliche Initiativen arbeiten bereits am Limit, doch die vorhandenen Kapazitäten reichen bei Weitem nicht aus. Für über 6.000 obdachlose Menschen in Berlin stehen aktuell nur rund 1.300 Notübernachtungsplätze zur Verfügung (Q1, Q2). Viele Menschen bleiben schutzlos auf der Straße zurück – mit der realen Gefahr, zu erfrieren.

Unsere Forderungen:

1. Sofortige Akuthilfe, insbesondere bei Minusgraden.
Das beinhaltet unter anderem:

  • den stadtweiten Ausbau von Schlafmöglichkeiten und rund um die Uhr geöffneten, niedrigschwelligen Wärmecentern (in Turnhallen, leerstehenden Gebäuden etc.) 
  • den massiven Ausbau mobiler Hilfsangebote (Wärmebusse, medizinische Versorgung, Decken, warme Mahlzeiten), die 24/7 aktiv sind*
  • kostenlose BVG-Tickets für wohnungslose und obdachlose Menschen bei extremen Temperaturen
  • eine 24/7 erreichbare, zentrale Notruf- und Koordinationsstelle für Kältehilfe 

2. Entwicklung einer verbindlichen Notfallstrategie für Extremwetter.
Der nächste extreme Winter oder die nächste Hitzewelle werden kommen. Deshalb darf es nicht bei kurzfristigen Maßnahmen bleiben. Wir fordern die Entwicklung einer klar verbindlichen Notfallstrategie für Kältewellen und andere Extremwetterlagen. Diese muss:

  • automatisch bei bestimmten Temperaturgrenzen greifen
  • ausreichende Schutzräume und Hilfsangebote garantieren und langfristig finanzieren
  • gemeinsam mit sozialen Trägern und Hilfsorganisationen erarbeitet werden

Berlin braucht einen verlässlichen Krisenplan – nicht jedes Jahr aufs Neue Improvisation.

* Aktuell bestehende mobile Hilfsangebote sind nur bis 0 oder 2 Uhr nachts unterwegs, gerade jedoch in den frühen Morgenstunden ist Hilfe entscheidend (Q5)

Warum ist das wichtig?

In Berlin leben nach Schätzungen derzeit mehrere tausend Menschen ohne festen Wohnsitz, davon etwa 6.000 vollständig obdachlos – oft ohne sicheren Zugang zu Schutzräumen oder regulären Wohnangeboten (Q1). Diese Zahl beinhaltet nur offiziell Erfasste; Dunkelziffern liegen höher, da viele Menschen „verdeckt wohnungslos“ sind oder von offiziellen Zählungen ausgeschlossen werden. 

Als Tagestreff für Frauen* in der Obdach- und Wohnungslosigkeit, erleben wir im Unterschlupf tagtäglich die existenziellen Auswirkungen der Kälte für unsere Gästinnen. Zufluchtsorte wie unserer, aber auch Notfall-Anlaufstellen wie die Berliner Kältehilfe, Wärmecenter und mobile Wärmebusse retten Leben (Q3). Ohne solche Angebote steigt das Risiko von Kältetod dramatisch – extreme Minusgrade können binnen Stunden zu lebensbedrohlicher Unterkühlung führen. 

Gesellschaftliche Solidarität ist unerlässlich, jedoch ersetzt sie nicht die Aufgabe der Politik, wirksame Schutzstrukturen für alle zu organisieren und zu finanzieren. Senatorin Kiziltepe hat in einer Pressemitteilung im Januar 2026 versprochen: „Wer ein Bett braucht, bekommt auch eins” (Q2). Wir nehmen Sie beim Wort und fordern den Berliner Senat auf, endlich entschlossene politische Schritte für eine sofortige, flächendeckende und niedrigschwellige Versorgung obdachloser und wohnungsloser Menschen in Berlin zu gewährleisten.  Dazu müssen kommende Extremwetterereignisse strukturiert und vorausschauend vorbereitet werden. 

Gleichzeitig muss gesagt werden: Wohnungslosigkeit ist kein Zufall! Dass Menschen in einer wohlhabenden Stadt wie Berlin drohen zu erfrieren, ist eine politische Entscheidung. Wohnungs- und Sozialpolitik der letzten Jahrzehnte – etwa durch Kürzungen bei Sozialwohnungen, anhaltende Wohnungsspekulation, steigende Mieten und unzureichende Mieterschutzmechanismen – hat die Zahl der Menschen ohne Wohnung in Berlin erheblich steigen lassen. Prognosen gehen davon aus, dass die Zahl der wohnungslosen Menschen in der Stadt bis 2029 um weitere Zehntausende steigen könnte, wenn strukturelle Maßnahmen ausbleiben (Q4). 

Unsere Petition zielt auf sofortige Schutzmaßnahmen und die Entwicklung einer verbindlichen Notfallstrategie. Beides ist ein unverzichtbarer Bestandteil einer Stadtpolitik, die darüber hinaus bezahlbaren Wohnraum und soziale Sicherheit für alle garantiert.

Über Unterschlupf e.V. : Ein Schutzraum für zahlreiche Frauen*
Der Unterschlupf (https://unterschlupf-kreuzberg.de/) in Berlin-Kreuzberg ist ein Tagestreffpunkt, der mehr als 40 Frauen* die Möglichkeit bietet, nach einer Nacht auf der Straße erstmal anzukommen und Ruhe zu finden, sich zu duschen, Kleidung auszusuchen, etwas zu essen und beisammen zu sein. Damit schafft unser Tagestreff einen Ort, an dem sich unsere Frauen* sicher fühlen können, jenseits der prekären Situation der Straße. Für unsere Gäst*innen ist der Unterschlupf unverzichtbar - er ist ihr Zuhause!

Quellen:
Q1: Schätzungen zu der Anzahl obdachloser Menschen in Berlin durch den Senat von Berlin
Q2: Pressemitteilung vom 09.01.2026 vom Senat von Berlin zur Zahl der Plätze der Kältehilfe Berlin
Q3: Artikel von welt.de 11.11.2025
Q4: Artikel des Tagesspiegels 29.07.2025
Q5:  Artikel des rbb24 vom 08.01.2026
Berlin, Deutschland

Maps © Stamen; Data © OSM and contributors, ODbL

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2026-02-06 22:06:43 +0100

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2026-02-05 15:11:01 +0100

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2026-02-04 20:57:52 +0100

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2026-02-04 19:58:07 +0100

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